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„Blauer“ Chemiker rappt für den guten Zweck und träumt vom Auftritt in der Schalke-Arena

Aus dem Labor in die Hitparaden

Salzhemmendorf / Nordstemmen. Karim Yahiaoui steht in seinem Labor in Oldendorf und prüft die Zusammensetzung von Lippenstiften oder sonstigen Kosmetikartikeln bei Logocos. Da muss der Chemikant schon wieder eine Frotzelei über sich ergehen lassen: „Sag mal, wie hat Schalke eigentlich gegen Köln gespielt? Haben die nicht verloren?“ So oder so ähnlich klingt es in den Räumen der Naturkosmetikfirma öfter. Denn Yahiaoui hat als Schalke-Fan nicht viel Unterstützung in der Belegschaft. „Aber das ist alles nur Spaß. Gerade die Späße nach einem Wochenende sind doch das Salz in der Suppe als Fußballfan“, erklärt Yahiaoui.

veröffentlicht am 29.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

von christian göke
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Der gebürtige Salzhemmendorfer und jetzt in Nordstemmen wohnende Yahiaoui erhält aber an anderen Orten viel mehr Unterstützung. Vor wenigen Tagen tauchte etwa seine neue Musiksingle unter seinem Künstlernamen Canun in den bekannten Musikdownloadportalen auf. Mit „Keiner ist so blau wie wir“ hat er anscheinend mal wieder einen Volltreffer bei seinen Fans gelandet. Schon Videos wie Nordkurve (https://www.youtube.com/

watch?v=zb-HbzM_zvE) haben bei Youtube mehr als 100 000 Klicks gesammelt. Angefangen hatte es vor ein paar Jahren mit dem ersten Musikvideo, welches in Oldendorf zusammen mit den örtlichen Boxern entstand. Mittlerweile hat sich der bekennende Schalke-Fan von einem Projekt zum anderen gearbeitet.

Durch seine Schalke-Videos hat der Rapper Kontakt zu anderen Schalke-Organisationen gefunden und dabei auch Freundschaften entwickelt. Die „Blue Charity“ zum Beispiel engagiert sich für soziale Projekte wie etwa das Kinderhospiz Arche Noah in Gelsenkirchen. Im Gespräch entstand die Idee zu einem Projekt zu Gunsten der Stiftung des ehemaligen Nationalspielers Gerald Asamoah. Diese unterstützt herzkranke Kinder und ist wie jede Stiftung auf Unterstützung und entsprechende Aktionen angewiesen. Ursprünglich hatte Canun zusammen mit der Blue Charity gehofft, 400 bis 500 Lieder über Amazon, Itunes oder die anderen Musikportale zu verkaufen. Zusammen mit Merchandising-Artikeln bestand so die Hoffnung, 1000 Euro zu Weihnachten für die Stiftung bekommen zu können. Doch schon die ersten Tage liefen fabelhaft für Canun. Das unter recordJet veröffentlichte „Keiner ist so blau wie wir“ stand zeitweise bei den Neuerscheinungen der Amazon-Downloadcharts auf Platz eins. Wahrscheinlich vor allem die vielen deutschlandweit ansässigen Schalke-Fans haben dafür gesorgt, dass der Song in fast allen Internetportalen unter den Top 100 geführt wird. Unter dem Link https://www.youtube.com/watch?v=suN6CXEg134 wurde das Lied an den ersten drei Tagen schon rund 17 000-mal angesehen. Das Video wurde unter großem Aufwand in Gelsenkirchen gedreht. Große Unterstützung gab es dabei direkt vom FC Schalke 04, der oft eng mit Blue Charity zusammenarbeitet. Ein ganzes Wochenende liefen die Dreharbeiten, die an einem Freitag in der Arena starteten. So wurde unter anderem im Spielertunnel gedreht, der einem Bergarbeiterschacht nachempfunden ist. Am Samstag fanden dann die Dreharbeiten in einem Museum statt, wo auch die Untertage-Aufnahmen gedreht wurden. „Ein Dreh unter Tage in einem richtigen Bergwerk wäre zu aufwendig und wahrscheinlich rechtlich auch kaum möglich gewesen“, erklärt Canun. Am abschließenden Drehtag folgten schließlich noch die Arbeiten in der Glück-Auf-Kampfbahn sowie im Stadion. Hierbei kamen dann auch die Cheerleader der Basketball-Abteilung von Schalke 04 sowie rund 180 Fans zum Einsatz, die einem öffentlichen Aufruf gefolgt waren. Besonders beeindruckt war Canun von einer Familie, die extra aus Österreich angereist war. „Es ist schon ein komisches Gefühl, dass man dann vor Ort Autogramme schreiben oder sich mit Fans ablichten lassen darf“, zeigte sich Canun beeindruckt. Der Rapper bleibt aber bodenständig, in seinem Arbeitsleben findet er immer wieder in den Alltag zurück. Der Chemikant will auch in Zukunft in seinem Job weiterarbeiten. Leben könnte er derzeit von der Musik nicht, wenn sie ihm auch wahnsinnigen Spaß macht. Allein für das erste Quartal im neuen Jahr hat er schon mehrere Auftritte, wo er bei Fanclubs oder Konzerten auftritt.

Der Hobbymusiker denkt nur von Projekt zu Projekt, wodurch immer wieder Türen geöffnet werden. In den jetzigen Tagen zeigt er sich zwar überrascht vom Erfolg, schätzt diesen aber nur als Momentaufnahme ein: „Mir ist schon bewusst, dass sich der Song nicht wochenlang in den Charts halten wird.“ Neben den Singles ist derzeit aber auch sein erstes Album in Arbeit und schon zur Hälfte fertig. Mittlerweile erfolgen die Aufnahmen nur noch im Studio. Während die Songs früher komplett an der eigenen Heimanlage entstanden, fungiert diese jetzt nur noch als Ideenschmiede für seine Songs. In der Vergangenheit hat Canun in der Schalke-Arena oft den Fußballprofis zugejubelt. Doch nun ist es möglich, dass dies auch irgendwann andersherum sein könnte. Schon jetzt hatte er Kontakt zu einigen Profikickern, die ihn für seine Musik lobten. „Das macht mich als Fan natürlich auch stolz. Ein Traum wäre es auch, wenn ich irgendwann einmal auch live in einer voll besetzten Schalke-Arena mit meinen Songs auftreten könnte.“ Wenn es in diesem Tempo weitergeht, kann aus diesem Traum vielleicht Wirklichkeit werden. Bis dahin bleibt es so, wie es ist. Als Schalke-Fan ist er hier in der Region einer von wenigen. Bei Besuchen im Ruhrpott muss er jetzt schon Autogramme geben.



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