weather-image

Früher mühsam, heute erholsam: Der historische Pfad, auf dem einst die Bergleute gingen

Aus dem Arbeitsweg wurde ein Wanderweg

Dörpe (ist). Die Ersten gingen den Bergmannsweg von Bad Münder nach Osterwald, als er noch gar keiner war und ihn im Laufe von etwa 200 Jahren erst dazu machen sollten. Im Winter und bei schlechtem Wetter hatten die Kumpel Lappen um die Füße in den Holzschuhen gewickelt und die Arbeitsstiefel über die Schulter gehängt. Heute wandert man ihn in der Spätsommer- und Frühherbstsonne in Wanderschuhen mit garantierter Trittsicherheit, Kantenstabilität, Gelenkschmeichelei und Klimakomfort. Damals, vom 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, machten sich die Bergleute der Region tagtäglich zu Fuß auf den Arbeitsweg in die Kohlenschächte von Nesselberg und Osterwald – die Arbeitsstiefel mussten sauber sein. Und dass sie dort über Stunden im Liegen die Hacke führten, war nicht Folge von Erschöpfung, sondern bedingt durch die flachen Stollen und geringmächtigen Flöze. Für einige wenige, die aus Bad Münder kamen, bedeutete das Tag für Tag fußläufige Mobilität bis zu rund 21 Kilometern und etwa acht Stunden Marsch hin und zurück zur Schicht im Schacht – für die Mehrzahl aus Brünnighausen oder Dörpe immerhin noch jeweils zweimal elf bis acht Kilometer. Da blieb Relaxen ausschließlich dem Sessel oder der Ofenbank vorbehalten. Von Öffis im Personennahverkehr oder Stress und Stau am Steuer im Berufsverkehr war noch längst keine Rede. Landschaftliche Schönheit wird damals wie heute auf dem Arbeitsweg zweitrangig gewesen sein. Für körperliche Fitness- oder Wellnessprogramme bestand weder Zeit noch Notwendigkeit.

veröffentlicht am 21.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:41 Uhr

270_008_4374774_lkcs101_0210_1_.jpg


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt