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Hat das Freibad in Wallensen als Freizeitanlage eine Zukunft?

Auf dem Trockenen

Wallensen. Seit drei Jahren ruht der Badebetrieb im Freibad Wallensen. Nun gibt es für eine Zukunft des Freibades als Freizeitanlage offenbar Licht am Ende des Tunnels.

veröffentlicht am 09.12.2015 um 19:15 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

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Autor:

Christian Göke
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Die Badesaison im Freibad Wallensen endete 2012 vorzeitig: Wiederholt war im Schwimmbecken Wasser unter die Folie gelangt und hatte sie hochgedrückt – die Verantwortlichen des Trägervereins entschieden, das Bad früher als geplant zu schließen. Seitdem ruht der Betrieb, sammelt sich im Becken nur noch Regenwasser. In den vergangenen Jahren wurden Konzepte erstellt, eine Studentengruppe der Leibniz Universität Hannover erarbeitete Vorschläge (wir berichteten), während intensive Diskussionen auch mit den Bürgern folgten. Nun gibt es für eine Zukunft des Freibades als Freizeitanlage offenbar Licht am Ende des Tunnels.

Anfangs war man im Falle einer Komplettsanierung des Beckens von Kosten in Höhe von rund 350 000 Euro ausgegangen. Mit Berücksichtigung des Studentenkonzeptes und der Vorgabe der Kommunalaufsicht, einen maximalen Kreditrahmen der Gemeinde in Höhe von 100 000 Euro einzuhalten, war ein Hildesheimer Ingenieurbüro beauftragt worden, ein Konzept für die Sanierung und Gestaltung des Beckens zu erstellen. Doch der Finanzvorgabe kam das Büro nicht nach und landete bei Kosten in Höhe von sogar 418 000 Euro. Nachdem der Vereinsvorstand an die Vorgaben erinnert hatte, machte sich das Büro an eine Überarbeitung des Konzeptes. Im November traf nun das Konzept ein, wobei auch eine deutliche Verkleinerung der Wasserfläche vorgesehen ist. Mithilfe von Segmentteilen soll künftig eine Wasserfläche von 15 mal fünf Metern bei einer Tiefe von 1,35 Metern im Sommer für Abkühlung sorgen – das alte Becken hatte noch eine Länge von 50 Metern. Der Vereinsvorsitzende Andreas Dörries stellte das Konzept den Ortsratsmitgliedern bei deren Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Ockensen ausführlich vor, wobei derzeit noch Gespräche mit der Verwaltung und dem Gesundheitsamt über eine mögliche Umsetzung laufen. Die Kosten belaufen sich im derzeitigen Gesamtkonzept für das neue Becken, die mittlerweile notwendige Renovierung des Hauptgebäudes und die bisher noch nicht erfolgte Reaktivierung der Solequelle auf insgesamt 153 300 Euro. Das Segmentbecken ist in dem vorliegenden Konzept komplett vorgefertigt und wird auf einer Rohbetonsohle aufgebaut. Vorgesehen sind zudem zwei Treppen für den Ein- und Ausstieg beim Becken. Die bisher vorhandene Technik kann dann weitergenutzt werden. Der Verein müsste sich in Eigenleistung um die Vorarbeiten, die Leitungen und den Schwallwasserbehälter beim Becken kümmern. Dazu kommen dann auch noch die Arbeiten am Hauptgebäude, wo derzeit ein Schimmelbefall und das undichte Dach die größten Sorgenkinder sind.

Um die Attraktivität zu steigern, hofft der stellvertretende Ortsbürgermeister Wulf Osterwald (Aktive Bürger), dass sich auch ein Betreiber für die Gastronomie und den Kiosk findet. Aus dem Zuschauerraum kam der Vorschlag, das neue, noch festzulegende Spielplatzgelände auf das Freibadgelände zu verlegen. Ortsbürgermeister Karl-Heinz Grießner hält das allerdings für problematisch. Zum einen müsste der Spielplatz von dem Bereich des Freibades getrennt werden, für den Eintritt gezahlt werden muss, zum anderen wäre der neue Spielplatz dann zu weit vom Ortszentrum entfernt. Im Haushalt sind für den Ankauf eines neuen Spielplatzgrundstückes schon 10 000 Euro und für neue Spielgeräte 15 000 Euro vorgesehen.

Bettina Wallbaum (Aktive Bürger) fand auch die Frage nach den Folgekosten wichtig. Bisher gewährt die Gemeinde den Bädern jedes Jahr einen Betriebskostenzuschuss, womit das Defizit ausgeglichen wird. Dörries schätzt im Einklang mit seinem Vorstand, dass sich durch die Reaktivierung der Solequelle und das kleinere Becken die Kosten künftig halbieren werden und im hohen vierstelligen Bereich liegen.

Genau ausgerechnet werden kann das bisher aber noch nicht. Wenn sich der Gemeinderat nun für die Kreditaufnahme in Höhe von 100 000 Euro für das Freibad entscheidet, kommen auf die etwa 180 Mitglieder viele Arbeitsstunden zu. Denn neben einem entsprechenden finanziellen Eigenanteil muss der Verein auch viel Arbeit auf sich nehmen. Wenn die positive Entscheidung für den Erhalt der Wasserfläche kommen sollte, könnte möglicherweise schon 2016 mit den Arbeiten begonnen und 2017 in Wallensen wieder geplanscht werden.



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