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Beim Seifenkistenrennen zählen Meter, nicht Sekunden / Popcorn aus privatem Schuhkarton

Auch lahme Enten fahren hier zum Sieg

Dörpe (ist). Soweit runterkommen wie möglich ist gemeinhin eher nicht wirklich erstrebenswert – in Dörpe bisweilen schon und noch dazu mit von Jahr zu Jahr wachsender, be- und umjubelter Begeisterung. Zum vierten Mal in Folge ging es am Tag der Deutschen Einheit auf der Kirschalleepiste in Seifenkisten der Kreativitäts- und Tüftlersonderklasse vor annähernd 300 Kistenfans mit Leidenschaft für Dörper Grand-Prix-Atmosphäre um Meter, nicht Sekunden.

veröffentlicht am 05.10.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:41 Uhr

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Das heißt: Siegchancen in Form von Urkunde und Topfkuchenrenner mit Schokoguss hat nicht a priori der Überschallflitzer mit Kurzzeitvergnügen für die Zuschauer, sondern gleichermaßen der Schleicher mit Langzeitspaß fürs Publikum. Ausdauerrollfähigkeit ist gefragt; und die wurde beim vierten Rennen im Vergleich zu den Vorjahren mit 960 Siegermetern in zwei Durchgängen aufgrund innovativer Konstrukteursleistungen wiederum getoppt. Unschlagbar bei 13 teilnehmenden „Rennställen“ war erneut Dreifachchampion „Schwarze Witwe“ (Pilotenteam Efen/Dreyer), verschlankt und modifiziert als „Grüne Mamba“ auf bewährtem Fahrgestell. Grün wurde auch zur Erfolgsfarbe der Sieger in der Jugend- und Kinderwertung (Julika, 10, Hannah, 13, Farina, 12, Lara, 12), die ihr blaues Vorjahrssiegermodell „Formel II“ zum „Rasenden Frosch“ umgestylt hatten. „Cruella de Ville“ war getunt worden, „ohne Botox – versprochen!“, versichert das Team der Jugendfeuerwehr Diedersen. Die Merlsche Atomentenriege habe nichts an Aktualität verloren, so der Pilot und Konstrukteur, der lächelnd in gemäßigtem Entenmarschtempo zuckelt; Julians Drachentöter fährt ab sofort mit Signalleuchte, was ihn einen halben Meter weiter bringt; Roger donnert talwärts in der Badewanne (Ersatz für die in diesem Jahr unpässliche „Tigerente“) – „wegen der Sicherheit auf trockener Piste“ ohne Stöpsel und Schaumbad. Und das ist gut so, wenn man sieht, wie sich Robin und Paul auf dem Zweirad mit Ausnahmegenehmigung in die Kurven legen… Und dann der Newcomer aus Osterwald: die „Rennziege“ aus dem Ziegenbockclub in Osterwald mit Rudi Hüskes und Alexander Heuer, die weiß, dass nicht rumgezickt wird und gleich auf den dritten Platz rollt. „Jedes Teil für sich ist einfach toll“, sagen Elke und Lothar Trajlovic aus Bad Münder, die von Beginn an kein Rennen versäumt haben. „Ein Riesenspaß für die Kinder, vielleicht noch mehr Gaudi für die alten Herren ihr Kind im Manne, wo alle miteinander lachen, ob man sich kennt oder nicht!“ Das private Dörper Rennen – nicht zu klein, nicht zu groß – ist für viele zum festen Termin mit geselliger Spaßgarantie auf und neben der Piste geworden – auch weil es mit Thorbens Popcornangebot (Portion 10 Cent) aus dem Schuhkarton auskommt und auf kommerzielles Bier- und Bratwurstangebot verzichten kann.

Cruella de Ville (li.) ging zum zweiten Mal für die Jugendfeuerwehr Diedersen an den Start. Rechts: Das Zweirad von Robin und Paul in extremer Seitenlage und mit Sondergenehmigung – unter anderem weil als einziges Gefährt mit original Seifenvorder- und Rückscheinwerfern.

Fastprofikistenrenner Dirk Lennart aus Eime ist Dauergast beim Dörper Rennen.

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Fotos: ist

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