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Dirk Altschwager fertigt ungewöhnliches Kunstobjekt: Ein Hochlandrind für Schottlandliebhaber

Auch das Zottelfell ist ganz aus Eisen

Dörpe (ist). Es war weder verspäteter und verirrter Almauftrieb noch eiserne Baumaterialanlieferung im Sondergebinde, was in Dörpes Straßen zu beobachten war. Geburtstagsgeschenke der besonders kreativen Art sind im Künstlerdorf am Nesselberg nichts eben selten; dieses tierische Präsent aus der Abteilung Eisenarbeiten der vielseitigen Künstlerwerkstatt von Dirk Altschwager jedoch war aufgrund von Umfang und einer runden Tonne Gewicht einerseits besonders augenfällig, andererseits wenig geeignet, in Geschenkpapier mit Schleife und Gratulation von Hand zu Hand überreicht zu werden. Die Eisenkuh in Echtgröße ist Auftragsarbeit für einen Freund, Geburtstagsüberraschung für dessen Frau, beide begeisterte Schottlandliebhaber.

veröffentlicht am 10.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 05:41 Uhr

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„In der Anschaffung wird mein Rind aufgrund der Arbeitsstunden eher nicht das kostengünstigste sein“, hatte der Künstler und Kunsthandwerker vier Tage zuvor geschmunzelt und zum Schweißbrenner gegriffen. Was allerdings die langfristigen Unterhaltungs- und Futterkosten anbelange, so werde der bullig zottelige Dörper Zugang auf vier Hufen aufgrund von Nullbedarf fraglos sämtliche Minimalkostenrekorde brechen. Schottische Hochlandrinder sind nicht nur in der Landwirtschaft und an der Fleischtheke aufgrund ihrer Härte und Anspruchslosigkeit in der Haltung sowie der cholesterinarmen, marmorierten Fleischqualität geschätzt. Das zottelige Urtier hat längst eine auserlesene touristische Fangemeinde nicht nur unter den Urlaubern im Dudelsackpfeiferland. Altschwagers Freunde aus Dörpe gehören dazu und werden den gehörnten Hochlandbesatz ab sofort ganzjährig in ihrem Garten im Weserbergland vor dem Fenster bewundern können. Das Dörper Hochlandrind ist, selbst bei nur wenig zusammengekniffenem Auge und aus der Nähe dem Original verblüffend ähnlich, nur materialbedingt im Griff nicht ganz so weich wuschelig wie seine lebendigen Artgenossen. An rund vier Kilometern Baueisenbändern, -draht, -stäben und -nägeln sind über Wochen bei einer Durchschnittshaarlänge von 20 Zentimetern mindestens 20 000-mal die Schlagschere und ebenso oft der Schweißbrenner angesetzt worden – in ehepartnerschaftlicher Arbeit von Katja und Dirk Altschwager. Da rechne man die „Schnittmenge“ pro Rind schon bald nur noch in Muskelkater und Nackenschmerzen, sagt Katja, die beruflich Schreibtischtäterschaft gewohnt ist. Für Dirk Altschwager ist der Auftrag ein „Supervertrauensbeweis“ des Freundes und Auftraggebers in seine künstlerischen Fähigkeiten und die Leidenschaft, Technik und Kunst kreativ und bei immer neuen Herausforderungen zu verbinden: „Mit Stein, Eisen, Holz und Schrott zu frickeln“, sagt der gelernte Lkw-Techniker, der nie in seinem gelernten Beruf gearbeitet hat und heute – „ohne zweites finanzielles Standbein geht es nicht“ – neben seiner freien künstlerischen Tätigkeit Prototypen von Hightech-Hochleistungsbikes für einen führenden regionalen Hersteller baut.

Vom Gerüst über den Transport bis zum neuen Standplatz im Garten: ein Rind entsteht.Fotos: pr

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