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Nach der Neueröffnung: Osterwalder präsentieren Geschichte der Bergleute lebendig und ansprechend

„Arschleder“ peppt den Museumsrundgang auf

Osterwald (sto). „Und das ist die älteste Lampe der Bergleute. Wegen ihrer Form wird sie Frosch genannt“, erklärt Helmut Hofmann. Weiter geht es zur nächsten Vitrine. Dort können die Besucher das wertvolle „Lauensteiner Glas“ aus der ehemaligen Glashütte Osterwalds bewundern. Bei dem Rundgang durch das Museum des Besucherbergwerks vermittelt ihnen der Museumsführer nicht nur Einblicke in die einstige Kohle-, Glas-, Stein- und Tonindustrie des Bergorts, sondern auch die Umgangssprache der Bergleute. Ein rustikaler Klang für ungeübte Ohren. Denn wer weiß schon, was beispielsweise mit einem „Arschleder“ gemeint ist? Es diente den Bergleuten als Schutz vor Kälte, Nässe und vor dem Durchwetzen des Hosenbodens, erfährt die Gruppe und lacht. Womit bewiesen ist, dass ein Museumsbesuch nicht nur trockene Materie ist.

veröffentlicht am 04.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 10:41 Uhr

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Das Museum am Hüttenstollen hat nach seinem Umbau ein völlig anderes „Gesicht“ erhalten. Wer es in seinem alten Zustand kannte, wird es kaum wiedererkennen. So wurden beispielsweise die Exponate reduziert, was der gesamten, unter dem Leitthema „Energie“ stehenden Dauerausstellung einen übersichtlichen Charakter gibt. Das Museum war zum Ende der vergangenen Saison eröffnet worden, damals jedoch noch nicht vollständig eingerichtet. In der Saison 2011 präsentiert der Verein zur Förderung des Bergmannswesens das Museum nun komplett. Genau gesagt, fast komplett, denn es fehlen noch einige Bildtafeln, und außerdem sollen die Exponate in einigen Vitrinen noch ein wenig umgestellt werden. „Ein Museum ist ein Prozess, der sich ständig weiterentwickelt“, betont Dr. Olaf Grohmann, wissenschaftlicher Beirat im Vereinsvorstand. Mit der Resonanz seit der Neueröffnung ist der Vorstand bisher zufrieden. „Die Führungen durch das Museum und durch den Hüttenstollen sind leicht angestiegen“, bilanziert Hans-Dieter Kreft. Die Auswahl der Exponate werde von den meisten Besuchern als gelungen bewertet. Bis auf einige Ausnahmen, denen es etwas zu karg ist im Museum. „Bewusst haben wir aber auf das vorherige Sammelsurium verzichtet, denn weniger ist in dem Fall einfach mehr“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Die überschaubare Anordnung präge sich wesentlich besser ein, zumal die Exponate darüber hinaus aufgeteilt seien in die Themen „Kohle, Glas, Stein und Ton“.

Alt und Jung in lebhafter und ansprechender Art und Weise auf die Industriegeschichte Osterwalds aufmerksam machen – das ist das Ziel des Bergmannsvereins. Es soll in erster Linie natürlich erreicht werden mit Führungen durch das Museum und durch das Besucherbergwerk. Darüber hinaus aber auch mit Sonderausstellungen, populär-wissenschaftlichen Vorträgen, einem immer wechselnden Exponat des Monats sowie diversen Veranstaltungen. „Und mit dem „Museum zum Mitnehmen“, appelliert Dr. Grohmann. Gemeint sind Faltblätter und umfangreiche Broschüren rund um „Bergbau und Gewerbe“, die mit nach Hause genommen werden können. Für die jüngsten Besucher liegt eine spezielle Broschüre bereit, die einlädt zu einer Entdeckungsreise mit „Konni Kohle“ durch den Hüttenstollen. „Auch planen wir, Unterrichtsmaterial für Schulen zu entwickeln und das Besucherbergwerk zu einem außerschulischen Lernort werden zu lassen.“

Eine Sonderveranstaltung hat der Verein am bundesweiten Tag der erneuerbaren Energien mit dem „1. Energietag am Hüttenstollen“ ausgerichtet. Verschiedene Unternehmen der Region waren vertreten. Die nächste Sonderveranstaltung ist der „Internationale Museumstag“ am Sonntag, 15. Mai. Unter anderem wird es eine Ausstellung zum Thema „200 Jahre Knappschaft am Osterwald“ geben.

Die Bodenvitrine im Museum übt auf Collin (2) eine besondere Faszination aus.

Foto: sto



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