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Niemand muss, aber jeder kann kommen – das Erfolgsrezept im neuen Familienzentrum

Anlaufstelle wird überrannt

Coppenbrügge. Klönen, Kochen, Kino, Konzert, Kartenkloppen, Spiele spielen, Kaffee trinken, Diskutieren, Schmökern, Internetsurfen, Musikunterricht, Musicalprojekt, Zumba-Fitness, umfängliche Lebenshilfe – das evangelische Familienzentrum „evfa“ in Coppenbrügge ist in nur einem guten halben Jahr zur beliebten Anlaufstation für alle Generationen geworden. Bedient wird eine Vielfalt von Freizeitvorlieben, geboten werden Hilfestellungen für verschiedenste Lebenssituationen. Während Erfolgsgeschichte heutzutage gern an Zahlen festgemacht wird – mit Vorliebe an Toren, Verkaufs- oder Besucherzahlen – hat das evfa dergleichen (noch) nicht vorzuweisen. Braucht es auch nicht, denn Tore und Verkauf liegen ein gutes Stück jenseits der Konzeption Beratung, Bildung, Begleitung und Begegnung. „Und für eine Bilanz unserer bisherigen Besucherzahlen fehlte aufgrund von Organisation und Vielzahl der Anmeldungen bislang schlichtweg die Zeit“, stellt Leiterin Sabine Freitag gänzlich ohne Bedauern, aber üppiger Arbeitsbelastung fest: Das evfa ist wie erhofft zum lebhaft frequentierten Treffpunkt geworden und in Coppenbrügge angekommen. „Zusätzlich zu unseren Angeboten von Kirche und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern kommen zunehmend Anfragen von Initiativen, die Veranstaltungsräume nutzen möchten – die Initiativgruppe der Freien Schule, war da, die Dorfbewegung ,WIR‘ bereits wiederholt, die Bürgerinitiative zur Bahntrasse zeigt Interesse und natürlich strecken auch wir selbst weiterhin die Fühler nach neuen Angeboten aus, die in unser Konzept passen würden.“ An diesem Donnerstagmittag ist es ausnahmsweise ruhig in den Räumlichkeiten. „Ganz ungewöhnlich“, sagt Pastor Thomas Koch bei einer Kaffeepause. Denn meist pulsiere das Leben hier durchaus lebhaft, familienmäßig eben. „Gut, dass wir im letzten Jahr diese Chance der Förderung für unser evfa genutzt haben.“ Das regelmäßige Programmangebot deckt bereits viele Nachmittage und Abende ab, eine Erweiterung auf Mittagessenangebot ist geplant. Das begeisterte ehrenamtliche Engagement auch von Konfirmanden führe nicht nur speziell am Computer Jung und Alt mit besonderem beidseitigem Vergnügen zusammen, sondern auch bei der Begegnung im Haus: bei und am Rande von Seniorennachmittagen oder musikalischen Angeboten. Neu ist die monatliche Fotogruppe mit Teilnehmern über den Fleckenbereich hinaus, die die richtige Linseneinstellung suchen, der monatliche Männerkreis mit dem Pastor zugunsten der Männerquote und „damit nicht nur die Frauen zu ihrem Samstagsfrühstück oder zum Frauentreff hierherfinden“, so Freitag. Neu ist auch das Kinoangebot, das schon nach zwei Vorführungen ein Renner geworden war und fortgesetzt wird – obwohl oder gerade weil der Zuschauerraum bei Nachmittags- und Abendvorstellungen für Kinder und Größere bereits knapp wird. Beim wöchentlichen Näh- oder Kreativcafé werden etliche Fäden gezogen, genäht, gestrickt, gehäkelt, geklönt – niemand muss, jeder kann kommen, wann und wenn er Lust hat, ohne jegliche Verpflichtung, „niemand ist gebunden, wenn er nicht will und gerade das führt die Menschen zu uns“, sagt Freitag. Kartenspielen ziehe mittlerweile (Männer-)Kreise, hat mit Skat angefangen, soll mit Doppelkopf gern in bunter Reihe um den Tisch zukünftig weitere Runden ziehen. Kurz: Viele Freizeitwünsche, Interessen und Geschmäcker werden bereits jetzt abgedeckt; das Internetcafé gehört dazu, Bücherei, „Schummerstunde“ in der guten Stube, Zumba für die Fitness, WOK-Familien-Kochen für Genießer mit Spaß am Schnitzeln, die Aufnahme der Johannes-Passion von Bach mit der Hochschultanzgruppe Heidelberg-Mannheim und dem Münchner Bachchor und Bachorchester als Fünf-Sterne-Genuss für Augen und Ohren. Es gibt Sprechzeiten der Akademie Überlingen, des Jugendpflegers, Familien- und Kinderservicebüros sowie des Jugendamtes des Landkreises, Sozial-, Schwangeren-, Mutter-Vater-Kind-Kur-Beratung des Diakonischen Werkes. Zwischenbilanz des Pastors: „Es ist einfach schön, dass hier durch das evfa soviel Leben ist. Dass Menschen kommen und aktiv werden, die der Kirche rein räumlich bislang nicht so nah waren. Wir haben so etwas wie ein Dorfgemeinschaftshaus mit besonderem geistlichen Flair geschaffen.“

veröffentlicht am 10.04.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 15:41 Uhr



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