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Falsch verbunden: Siegfried Friedrich aus Diedersen wird durch Broschüren-Info in die Irre geleitet

Alte GEZ-Rufnummer ist jetzt Sex-Hotline

Diedersen. Eine unliebsame Überraschung erlebte Siegfried Friedrich aus Diedersen: Statt bei der GEZ landete er bei einer Sex-Hotline. Korrekt, wie der Rentner ist, holte er sich von der Bank das Informationsheft der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, um seine Mutter abzumelden und seinen Bruder, der in die Wohnung eingezogen war, anzumelden. Da ihn ein Brief mit dem Versand der Formulare 55 Cent koste, habe er den günstigeren und schnelleren Weg (14 Cent) per Fax an die in der Broschüre angegebene Nummer gewählt, so Friedrich. Er legte also das Formular in das Faxgerät, startete das Gerät und ging aus dem Raum. Nach gut zehn Minuten habe er dann festgestellt, dass der Versand nicht erfolgt war, trotz zahlreicher Wiederholungsversuche des Gerätes. Da habe er sich gesagt: Ruf doch mal die Faxnummer an, ob da dann auch das Piepen der Gegenstelle zu hören ist. Friedrich hörte etwas, kein Piepen, aber dafür: „Herzlich willkommen im Megaflirtcafé. Hast du Lust auf interessante Kontakte oder möchtest du dich erotisch verführen lassen?“ Friedrich glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Er überprüfte die angegebene Faxnummer aus der Broschüre der GEZ. Es gab keinen Zweifel, denn die von ihm gewählte Nummer war richtig. Nun probierte er die zweite angegebene Faxnummer und siehe da, auch hier sollte er verführt werden. Es gab aber ja noch zwei Telefonnummern, die der Gebühreneinzugszentrale in Köln und die des Faxes in der Zentrale, die er dann beide versuchte. Resultat: „Keine Verbindung unter dieser Telefonnummer.“ Im Internet suchte der Rentner dann nach der GEZ und schickte sein Formular an die dort angegebene Faxnummer – und zwar eine ganz andere als die in der Broschüre.

veröffentlicht am 24.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:41 Uhr

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Autor:

Heiko Gropp
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Das Ganze ist nun mittlerweile zwei Wochen her. Ob sein Fax angekommen ist, weiß er bis heute nicht, denn die GEZ hat sich bis heute nicht gemeldet. „Das ist ein oberflächliches Verhalten, nicht durchorganisiert. Die GEZ scheint nur auf das Geldverdienen ausgerichtet zu sein, um abzukassieren. Das ganze Drum und Dran ist schon komisch, fast so wie bei einer schlechten Kaffeefahrt, wo man bewusst abgezockt wird“, sagt Siegfried Friedrich. Da sei doch wohl nichts auf seine Richtigkeit geprüft worden, sonst könne so etwas doch nicht passieren. Der Bank zumindest habe er seine Erfahrungen mitgeteilt und die habe sofort die Broschüren der GEZ aus den Auslagen entfernt. Eine Reaktion der GEZ erfolgte zwischenzeitlich auf deren Homepage doch, denn im Internet veröffentlichte der Sohn von Friedrich die Erfahrungen seines Vaters. Die GEZ erklärt: „Vor mehr als zwei Jahren (1. März 2009) wurden die Rufnummern der GEZ von uns gekündigt, da wir alle Telefon- und Faxnummern auf die kostengünstigeren 0185er Nummern umgestellt haben. Nach rund sechs Monaten werden die Rufnummern von der Bundesnetzagentur neu vergeben. In diesem Fall offensichtlich an das ,Megaflirtcafé’. Wir – die GEZ – haben keinen Einfluss auf die Weitergabe der Rufnummern durch die Bundesnetzagentur.“ Die Kredit- und Geldinstitute seien aufgefordert und gebeten worden, die alten Info-Broschüren zu vernichten und durch neue zu ersetzen. „Dies scheint offensichtlich in dem vorliegenden Fall entweder auch nicht funktioniert zu haben oder man hat dort bewusst noch vorhandene veraltete Vordrucke/Broschüren weiterhin verteilt“, heißt es weiter in der Erklärung der GEZ.

Tatsächlich scheint es sich um einen Einzelfall zu handeln, denn ein Besuch mehrerer Kredit- und Geldinstitute in der Kreisstadt Hameln ergibt: Die Volksbank hat keine GEZ-Info-Broschüre in der Hauptstelle. Die Deutsche Bank, Stadtsparkasse Hameln und Sparkasse Weserbergland halten die neuesten und aktuellsten Broschüren mit den jetzt gültigen Telefon- und Faxnummern bereit.

Siegfried Friedrich nimmt es heute mit Humor, als er vorführt, wie die Dame vom Megaflirtcafé einlädt. Und trotzdem: „Das ganze Drum und Dran ist schon komisch.“

Foto: gro



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