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Nach Renovierung öffnet das Museum am Donnerstag wieder

Alte Burg wird aufpoliert

Coppenbrügge. Wenn das Museum am Donnerstag, 11. Februar, nach einer verlängerten Winterpause seine Türen wieder für Besucher öffnet, soll alles schön sein. Ein bisschen schöner noch als zuvor – denn der Museumsverein hat renoviert.

veröffentlicht am 10.02.2016 um 12:11 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

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Autor:

Maike Lina Schaper
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Gemeinsam mit Flüchtlingen aus der Gemeinde haben die Vereinsmitglieder die Pause genutzt, um sowohl dem Erdgeschoss als auch dem Treppenhaus einen frischen weißen Anstrich zu verpassen. „Und das war auch dringend nötig“, sagt Jutta Kleindiek. Mit Glasreiniger und Tuch putzt die stellvertretende Leiterin des Museumsvereins die Ausstellungsvitrinen, während ihre Vereinskollegen die Exponate zurechtrücken und die Überbleibsel von den Malerarbeiten aus den Ritzen des Dielenbodens saugen.

Wegen der Sparmaßnahmen des Fleckens Coppenbrügge, der für die Betriebskosten des Museums aufkommt, sind seit diesem Jahr die Öffnungszeiten reduziert. Waren es zuvor sechs Tage in der Woche, sind es jetzt noch vier. Statt von dienstags an öffnet das Museum nun donnerstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Das soll 1000 Euro jährlich an Strom und Heizkosten einsparen. Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich noch zeigen, denn die Heizungen im Museum sind elektrisch und teilweise bestrahlen verbrauchsintensive Halogenstrahler die Ausstellungsstücke. „Wir haben kaputte Lichtleisten auch schon durch Strom sparende LED-Technik ersetzt, aber alle Lampen auf einmal erneuern zu lassen, würde zu viel kosten.“

Erneuerungen in kleinen Schritten

Die letzte große Renovierung des Museums war in den 1980er Jahren, als der Verein das Gebäude übernommen hat. „Vorher sah es hier wild aus“, sagt Stettner. Seither ist in vielen Schritten etwas an den Gebäuden sowie der Außenanlage getan worden. Bis in die 1960er Jahre wurde das heutige Museumsgebäude noch als Amtsgericht genutzt. Eine ehemalige Angestelltenwohnung in der Burg wurde in den neunziger Jahren dem Museum angegliedert. Vor drei Jahren konnte die frühere Zelle im Erdgeschoss durch Fördergelder des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zum Museumsshop umfunktioniert werden. Mit dem restlichen Geld musste das wertvollste Stück im Coppenbrügger Museum – die Spiegelberger Madonna – mit einer Alarmanlage gesichert werden. Erst im letzten Jahr bekam die Burgmauer neue Sandsteine.

Für den Eintritt in das Museum wird übrigens kein Geld verlangt. Im Museumsshop steht ein Spendenfass, in das Besucher einen Betrag nach ihren Vorstellungen geben können. „Und dabei kommt mehr zusammen, als wenn wir einen pauschalen Eintritt verlangen würden“, sagt Kleindiek. „Historisch interessierte Besucher geben gern etwas mehr, weil sie unsere Arbeit unterstützen wollen.“

Was für den Verein besonders negativ zu Buche schlägt, ist der Versicherungsbeitrag für Kunst und Kulturgut, den dieser im Zuge der kommunalen Sparmaßnahmen künftig selbst finanzieren muss. Dabei würde es ohne Sponsoren schon an der Finanzierung manch einer Veranstaltung hapern.

Davon lassen sich die Mitglieder des Museumsvereins aber nicht unterkriegen. „Auch in diesem Jahr wird es viele Veranstaltungen geben“, freut sich der Vereinsvorsitzende und fängt an aufzuzählen: „Wir planen eine Ausstellung zur Färberei mit dem Titel ‚Grün und Blau geschlagen‘ – dieser Ausdruck stammt noch aus der Zeit, als die Leute ihr Leinen selbst einfärbten. Außerdem beteiligen wir uns unter anderem am Kinderferienpass und an der landkreisweiten Museumsnacht im Juni mit einem ‚Spuk in der Burg‘.“ An der genauen Ausgestaltung der Veranstaltung arbeiten die Mitglieder des Museumsvereins noch.

Wichtig ist zunächst – zwei Wochen später als ursprünglich geplant – das Museum am Donnerstag wieder öffnen zu können. Auch, wenn noch nicht alles fertig geworden ist: „Mit der kleinen Küche und der Toilette sind wir bei der Renovierung noch nicht fertig geworden“, sagt Gerald Mehrtens von der Gemeindeverwaltung. „In so einem alten Gemäuer musste auch viel gespachtelt werden. Die Flüchtlinge haben ihre Arbeit aber ordentlich gemacht.“ 500 Euro gibt die Gemeinde für die Renovierung des Untergeschosses aus. Darin enthalten sind die Kosten für die Materialien und ein kleiner Obolus für die helfenden Flüchtlinge.

Auch in den Vitrinen wird der Dreck von Mitgliedern des Museumsvereins weggeputzt. Herbert Kleindiek und Klaus Stettner (re.) saugen vorsichtig zwischen den Exponaten. Die Waben sind in einem Raum des Museums zu bestaunen, der der heimischen Natur gewidmet ist.



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