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Untersuchungen ergeben: In Coppenbrügge gefundene Eichenstämme vor 500 Jahren gefällt

Alt wie ein Baum ...

Coppenbrügge. Ende der 1980er Jahre wurde in einer Baugrube in der Osterstraße, dem heutigen Standort der Volksbank, ein alter Eichenstamm freigelegt. Er wäre vermutlich mit anderem Bauschutt der Entsorgung zum Opfer gefallen, hätte Gernot Hüsam ihn nicht zufällig entdeckt. Der Coppenbrügger Heimatforscher und Mitglied im Museumsverein Coppenbrügge mutmaßte, der Stamm könnte ein hohes Alter haben und deshalb von historischer Bedeutung sein. Das Fundstück wurde in den Innenhof der Burg Coppenbrügge gebracht. Anhand der Jahresringe sollte zu gegebener Zeit eine Altersbestimmung erfolgen. „Aus Kostengründen wurde dieses Vorhaben aber immer wieder verschoben“, erinnert sich Hüsam. Der Stamm wurde also wieder seinem „Dornröschenschlaf“ überlassen – in der Hoffnung, irgendwann werde ein großzügiger „Prinz“ kommen und das Geheimnis um das Alter des Stammes mit einer Finanzspritze lüften.

veröffentlicht am 30.10.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 03:21 Uhr

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2005 stieß Hüsam auf einen weiteren Stamm, der bei Bauarbeiten an der B 1 in der Kurve Bahnhofstraße/Dammstraße zutage gefördert worden war. Auch dieses Holz vom „Knüppeldamm“, so die historische Bezeichnung der Fundstelle, wurde zum Museum gebracht, um es irgendwann einer Altersbestimmung zu unterziehen. Nach dem Fund vergingen die Jahre. Im Juli 2014 erschien dann endlich der ersehnte „Prinz“. Gerhard Schlichtmann, gebürtig aus Coppenbrügge und aufgewachsenen in dem Haus gegenüber der heutigen Volksbank, erklärte sich bereit, die Altersbestimmung der beiden gefundenen Stämme mit 1000 Euro zu unterstützen. Das Vorhaben wurde ermöglicht durch den Bürgerstiftungsfonds Coppenbrügge (Unterstiftung Schlichtmann-Stiftung) der Bürgerstiftung Weserbergland. „Ich habe mich an diesem Projekt aus Heimatverbundenheit beteiligt“, betont Schlichtmann, der mittlerweile in Wuppertal wohnt.

Holzproben von beiden Stämmen wurden von einem Institut im Emsland fachmännisch untersucht. Die archäologische Probe von dem ziemlich eingetrockneten Knüppeldamm-Holz wurde darüber hinaus zur besseren Bestimmung an eine Firma in Miami geschickt und der sogenannten Radiokarbonmethode (14C-Datierung) unterzogen – ein Verfahren zur Altersbestimmung ehemals organischer Stoffe. Dies geschieht mittels der Ermittlung ihres Gehalts an radioaktivem Kohlenstoff.

Die Untersuchungen beider Labore ergaben, dass der Stamm aus der Baugrube der Volksbank definitiv 1517 gefällt worden war. Das Fälldatum des Stamms vom „Knüppeldamm“ wurde mit zwei Zeitintervallen datiert – nämlich 1440 bis 1520 und 1595 bis 1620. „Wenn man bedenkt, dass die Bäume bei ihrer Fällung vielleicht so um die 80 Jahre alt oder sogar älter gewesen waren, freuen wir uns umso mehr, dass Reste ihres Stammes nun Exponate in unserem Museum sind“, betont Klaus Stettner, der Vorsitzende des Museumsvereins Coppenbrügge. Demnächst sollen die Stämme noch mit Erläuterungskärtchen versehen werden, auf denen ihr hohes Alter und ihre Herkunft beschrieben wird.sto

Der 2005 im „Knüppeldamm“ gefundene Stamm ist im Museum im Raum „Coppenbrügge historisch“ zu sehen


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