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Zirkusarbeit als Gemeinschaftsprojekt: Moderation, Akrobatik und Dressur – hier können sich Schulkinder einmal anders „beweisen“

Als Stars in der Manege haben alle reichlich Lampenfieber

Salzhemmendorf (sto). Celin rollt einen Zettel zusammen, rollt ihn wieder auf und wirft einen kurzen Blick auf etwas Geschriebenes. Dann rollt sie das Blatt Papier wieder ein und wiederholt den Vorgang. Einmal, zweimal. Die Zehnjährige hat Lampenfieber. „Mein Bauch grummelt vor Aufregung“, gibt sie zu und atmet tief durch. In nur wenigen Minuten muss sie in die Manege, um 400 kleine und große Zuschauer zu begrüßen. „Schlimmer“ noch – die Schülerin der Grundschule Salzhemmendorf hat die Aufgabe, die gesamte Vorstellung des „Circus Bellissimo“ zu moderieren. „Zum Glück kann ich mich dabei mit Luc abwechseln. Das hilft etwas gegen mein Lampenfieber, und zur Sicherheit habe ich ja noch meinen Zettel“, sagt sie.

veröffentlicht am 20.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:21 Uhr

…die Kinder staunen, was ihre Mitschüler so alles können.
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Auch Luc ist aufgeregt. Bei dem Gedanken, in seiner Ansprache steckenzubleiben, wird ihm mulmig. Aber nur ein wenig, denn: „Wenn es brenzlig wird, werde ich improvisieren“, hat sich der Zehnjährige vorgenommen. Das habe er gelernt bei der Osterwaldbühne, wo er als Darsteller mitwirke.

Dann gibt Zirkusdirektor Marcello Maatz die Manege frei für die 120 Erst- bis Viertklässler der Grundschule Salzhemmendorf. Die Galavorstellung auf dem Parkplatz oberhalb der Schule war der Abschluss eines mehrtägigen Zirkusprojektes mit dem in Bielefeld ansässigen „Circus Bellissimo“. Unter Anleitung des seit vielen Jahren eingespielten Duos Marcello Maatz und Sylvia Kaselowsky wurden die Mädchen und Jungen zu Clowns, Akrobaten, Jongleuren, Fakiren, Bauchtänzerinnen, Kunstreitern auf Pferd Norma oder zu Dresseuren dreier Ziegen. Unglaublich, was die Kinder in so kurzer Zeit gelernt haben. Sie genossen sichtlich, einmal im Leben Stars in der Manege zu sein.

„Ich habe mich für das Voltigieren gemeldet“, erzählte Celin, die sich für diesen Part in ein Indianermädchen verwandelt hatte. Lehrerinnen und Mütter halfen den Kindern beim Umkleiden und Schminken. Die Schüler unterstützten sich gegenseitig. So halfen die älteren Schüler den jüngeren und umgekehrt. „Dieses Miteinander der Kinder ist ein wichtiger Aspekt unseres Projekts“, betonte Sylvia Kaselowsky. Zirkusarbeit funktioniere nur in der Gemeinschaft.

Sophie zeigt Akrobatik mit Marcello Maatz und Sylvia Kaselowsky&
  • Sophie zeigt Akrobatik mit Marcello Maatz und Sylvia Kaselowsky…

In diesem gemeinschaftlichen Erleben sieht auch Udo Zelck den Schwerpunkt des Zirkusprojekts, das in der Grundschule alle vier Jahre stattfindet. „Nur, wenn einer dem anderen hilft, funktioniert die Gemeinschaft“, betonte der Schulleiter. Unabhängig ihrer schulischen Leistungen, können sich die Kinder auf andere Art beweisen. Das Projekt fördere die motorischen, psychischen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten. „Es tut den Schülern rundum gut“, sagt Zelck.



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