weather-image
29°
Karl-Heinz Klare berichtet aus erster Hand von Regierungsplänen

Ab Januar Anträge für Oberschule

Coppenbrügge / Hohnsen (wft). Der Saal im Gasthaus Kasten in Hohnsen war proppevoll – wie immer seit 30 Jahren, hatte der Gemeindeverband Coppenbrügge der CDU seine Mitglieder zum herbstlichen Grünkohl-Essen gebeten und dazu einen Überraschungsgast eingeladen. In diesem Jahr war es der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im niedersächsischen Landtag, der bildungspolitische Sprecher Karl-Heinz Klare aus Diepholz, der aus erster Hand über die schulpolitischen Pläne der niedersächsischen Landesregierung berichtete.

veröffentlicht am 25.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 22:21 Uhr

Karl-Heinz Klare, bildungspolitischer Sprecher der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion: „Entscheidend ist die Qualität
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Klare kündigte an, dass bereits im kommenden März das neue Schulgesetz verabschiedet werde, mit dem dann Haupt- und Realschulen als neue gemeinsame Oberschule ab dem Schuljahr 2011/12 eingeführt werden könnten. „Anträge dafür können die Schulträger bereits ab Mitte Januar stellen“, erklärte Klare. „Dann kann die neue Oberschule bereits im kommenden Schuljahr von der fünften Klasse aufwärts aufgebaut werden.“ Mindestvoraussetzung sei Dreizügigkeit, die Klassen sollten nicht stärker als 26 Schüler werden. Außerdem sei vorgesehen, dass die Schulen auch einen gymnasialen Zweig einrichten können. Für Ganztagsoberschulen werde es die doppelte Zahl zusätzlicher Lehrerstunden geben, kündigte Klare an. „Damit werden wir eine wesentlich bessere Qualität erreichen als derzeit möglich.“

„Bildung ist das zentrale Anliegen“ der niedersächsischen Landesregierung, betonte Klare. „Das ist ein Zukunftsprojekt ersten Ranges.“ Entscheidend sei dabei die „Qualität der Bildung und nicht die Schulform“. Schule müsse für die Kinder gelingen, denn wenn die Kinder die Schule verließen, müssten sie mit dem Erlernten eine Lebensperspektive haben. Gleichzeitig müsse sich die Schule aber auch an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientieren „und Kompetenzen vermitteln, die gebraucht werden“. Ein Bildungssystem sei nur dann von Wert, wenn möglichst viele junge Leute tatsächlich gut ausgebildet würden.

In einem Rückblick auf die Regierungszeit der jetzigen Koalition sprach Klare von einem „Paradigmenwechsel“ in der Bildungspolitik, der auch zu einer Erhöhung der Qualitätsstandards in den Kindergärten geführt habe. „Das dritte Kindergartenjahr wollen wir zum Pflichtjahr machen“, erklärte Klare und berichtete, dass allein für die Sprachförderung im letzten Jahr vor der Grundschule 52 Millionen Euro ausgegeben würden. Noch nie habe es in Niedersachsen so viele Förderstunden wie heute gegeben. Die Unterrichtsversorgung liege derzeit an den Grundschulen bei 104 bis 105 Prozent, an den anderen Schulen seien es rund 100 Prozent.

Integrierte Gesamtschulen können nach Darstellung von Klare auch künftig nur als fünfzügige Einrichtungen genehmigt werden. Das habe die FDP durchgesetzt. Die CDU wäre auch mit einer Vierzügigkeit einverstanden gewesen, sagte Klare. Wichtig sei dabei, dass endlich der Grabenkrieg um die richtige Schulform beendet werde.

Die Gäste des Grünkohl-Essens dankten Klare für seine Informationen über die Zukunft der niedersächsischen Schulpolitik mit viel Beifall.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare