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Neue Leitung, neuer Name: Rosenaue heißt jetzt „Seniorenresidenz Maria-Helena“

Ärztin als Chefin im Altenheim

Coppenbrügge. Neue Leitung, neuer Name: Justine-Maria-Helena Seifried aus Salzgitter hat zum 15. November den Geschäftsbetrieb des Seniorenheims Rosenaue übernommen, das ab sofort „Seniorenresidenz Maria-Helena“ heißt. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin würdigt auf diese Weise ihre beiden bereits verstorbenen Großmütter, deren Vornamen sie selbst im Namen trägt. Die Insolvenz der Rosenaue GmbH, die seit April läuft, ist unterdessen noch nicht abgeschlossen. Die neue Eigentümerin hat die Gebäude vom Hauptgläubiger des vorherigen Betreibers gekauft.

veröffentlicht am 18.11.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

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Kerstin Hasewinkel

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Kerstin Hasewinkel Stv. Redaktionsleiterin zur Autorenseite
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Eine Ärztin als Heimleiterin, die übrigens von ihrem Mann Guido Skarabis im kaufmännischen Bereich unterstützt wird – das kommt nicht von ungefähr. Bis zum Jahr 2007 war sie in einer eigenen Praxis gemeinsam mit ihrer Mutter tätig, danach war sie als Betriebsärztin bei VW in Wolfsburg zuständig. Im Rahmen ihrer Praxistätigkeit hat Seifried bereits Alten- und Seniorenheime medizinisch betreut – und war über das, was sie dort sah, nicht immer glücklich.

So reifte schon seit längerer Zeit der Plan, „es besser zu machen“, zumindest den Bewohnern mit dem Heim „ein Zuhause zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen können, und keinen Hotelbetrieb“. Vor allem in sehr großen Häusern gehe es oft anonym zu, so ihre Erfahrung. In Coppenbrügge – durch die Insolvenz war sie auf das Haus aufmerksam geworden – fand die Ärztin nach eigenen Angaben bereits gute Bedingungen vor; so gibt es einen Garten, zwei Esel und andere Tiere.

Auch die Heimbewohner dürfen übrigens ihre eigenen Haustiere mitbringen, wenn sie an der Niederstraße einziehen. „Das kann man so regeln, dass andere sich dadurch nicht gestört fühlen“, so Seifried.

Aufgefallen sei ihr bei ihrem ersten Besuch auch die „enorm positive Einstellung der Mitarbeiter“, vor denen sie ohnehin Respekt habe, weil sie während der gesamten Zeit der Insolvenz nicht abgesprungen seien, vor allem die Pflegedienstleitung habe viel geleistet, denn die Bewohner haben von den Vorgängen hinter den Kulissen kaum etwas mitbekommen. Das Personal werde weiter aufgestockt; gesucht werden derzeit zwei examinierte Pflegekräfte und Mitarbeiter für die Küche. Insgesamt gibt es 45 Mitarbeiter.

Statt einer eigenen Praxis beziehungsweise der Tätigkeit als Betriebsärztin nun Chefin in der Seniorenresidenz – Seifried, Mutter von zwei Kindern, empfindet diesen Wechsel nicht so, „als ob ich meinen Beruf aufgebe“. Denn auch die neue Aufgabe in Coppenbrügge hätte ihre medizinischen Aspekte: Die Ärztin will gemeinsam mit ihrer Mutter Bewohnern und Mitarbeitern (als Betriebsärztin) die ärztliche Versorgung anbieten. Freilich bliebe die freie Arztwahl der Senioren bestehen, und nicht alle Bewohner müssten auch medizinisch versorgt werden.

Doch die Medizinerin hat bereits eine wichtige Neuerung eingeführt: Es wurde ein Isolationszimmer für Senioren eingerichtet, die ins Krankenhaus müssen oder aus dem Krankenhaus zurückkommen. So könne eine mögliche Keimbelastung, heute in vielen Kliniken problematisch, sofort erkannt und bekämpft werden. Häufig würden ältere Menschen aus dem Krankenhaus entsprechende Keime „mitbringen“, die bei jungen und gesunden Menschen mit intaktem Immunsystem mithilfe von Antibiotika schnell in den Griff zu bekommen seien. Bei alten und geschwächten Menschen könnten sie aber schlimme Folgen haben. Im Seniorenheim Rosenaue wurde zuletzt im Dezember des vergangenen Jahres das Influenza-A-Virus bei Erkrankten nachgewiesen (die sogenannte Hongkong-Grippe, die Dewezet berichtete).

Zum neuen Konzept der neuen Heimleitung gehören – neben Umgestaltungsmaßnahmen wie im Eingangsbereich, in dem ein Empfangstresen eingerichtet werden soll – auch inhaltliche Neuerungen: So soll es verstärkt Wohngruppen geben und auch der Bereich der Betreuung von Dementen soll ausgebaut werden. Zurzeit leben 44 Bewohner in der Seniorenresidenz; insgesamt stehen 60 Plätze zur Verfügung.



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