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Ehepaar Breves schließt Gaststätte

Ära geht zu Ende: Deutsches Haus ohne Nachfolger

Osterwald (sto). Nur noch wenige Wochen, dann wird das 164 Jahren umfassende Kapitel „Deutsches Haus“ geschlossen. Das Traditionsgasthaus schließt zum 1. Oktober. Bemerkenswert: Von Anfang bis Ende war es im Eigentum der Familie Breves, denn stets gab es männliche Nachkommen, die bereit waren, in die Fußstapfen ihrer Väter zu treten. Eröffnet worden war das Deutsche Haus 1848 vom Bergmann und Gastwirt Johann Friedrich August Breves. Mit Friedrich August Breves und seiner Frau Rosemarie geht die „Breves-Ära“ nun dem Ende zu.

veröffentlicht am 30.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:21 Uhr

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„Wir geben auf aus Alters- und gesundheitlichen Gründen“, betont der Wirt. Beide Gastleute werden in diesem Jahr 66 Jahre alt. Der Abschied falle ihnen zwar nicht leicht, aber der Zeitpunkt sei nun mal gekommen. Beide bedauern, dass bislang noch kein Käufer gefunden werden konnte. Den Interessenten, die bislang da gewesen waren, seien die Räumlichkeiten zu groß. Das Anwesen, zu dem auch ein geräumiger Saal in der oberen Etage und ein terrassenartiger Biergarten gehören, umfasst 3000 Quadratmeter. „Es wird immer schwerer, heutzutage ein Gasthaus dieser Größenordnung zu bewirtschaften“, weiß Friedrich August Breves. Ein Käufer, der das Haus umbaue zu einem modernen Gastronomiebetrieb, wäre zwar wünschenswert, aber auch eine andere Nutzung können sich die Wirtsleute vorstellen. Beispielsweise betreutes Wohnen für junge Menschen oder ein Seniorenpflegeheim.

Das „Deutsche Haus“, Dreh- und Angelpunkt des Dorflebens und beliebter Ort für Familienfeiern, war für viele Osterwalder auch die „Kneipe um die Ecke“ und für viele Vereine sowie den Ortsrat das Stammlokal. Bei einem von „Freech Gust“ (Friedrich August Breves) frisch gezapftem Pils wurde auf Du und Du nach Lösungen für alle Probleme der Welt gesucht, vermischt mit Fußballergebnissen oder Dorfklatsch.

Wo wird all das künftig möglich sein? Ein weiteres Gasthaus gibt es im Ort nämlich nicht. Schon lange nicht mehr. Es bleibt also abzuwarten, wohin sich die „Feierabendrunde“ in Zukunft orientieren wird. Die Vereine und der Ortsrat haben das Problem bereits gelöst und ihre Veranstaltungen in das Dorfgemeinschaftshaus verlegt. Ausnahme ist der Schützenverein, der vorerst das Haus weiter nutzen kann, da dort seine Schießanlage installiert ist. An einer dauerhaften Lösung wird aber bereits gearbeitet. „Die anderen Vereine sind jedoch fest eingetragen in unserem Terminkalender“, so Hans-Joachim Höflich. Die fünf Musik treibenden Vereine treffen sich an mehreren Tagen der Woche zur Chorprobe. Bis auf den Mittwoch sei jeder Wochentag vereinsmäßig belegt. „Termine für private Feiern hingegen stehen noch reichlich zur Verfügung“, sagt der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft.



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