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Als Laienprediger in Haus Harderode

96-Präsident Kind optimistisch trotz der Finanzkrise

Haus Harderode (wft). Der Krise mit Optimismus trotzen – das war der Kern der Laienpredigt, die der Unternehmer und Präsident des Bundesligaclubs Hannover 96, Martin Kind, gestern beim Himmelfahrtsgottesdienst im Schlosspark von Haus Harderode hielt. Begleitet von Vogelgezwitscher, der Musik der Gitarrengruppe und des Posaunenchors von Harderode behandelte Kind in seiner Rede vor mehr als 300 Zuhörern aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und deren Zukunft.

veröffentlicht am 21.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

Bei wunderschönem Wetter wurde im Park des Schlosses von Haus Ha
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„Demokratie und Freiheit bilden eine Einheit“, betonte der Unternehmer und lobte das Konsensmodell Demokratie. Der von vielen als Schwäche kritisierte Kompromiss zeugt nach Ansicht Kinds dagegen von Stärke, „weil er die vielfältigen und unterschiedlichen Interessen der Menschen zusammenführt“. Die Demokratie sei „ein unglaubliches Gut“, das schon wieder unterschätzt werde, „weil es für uns normal ist“.

„Diese Luftblase musste platzen“

Zur gegenwärtigen Finanzkrise merkte Kind an, dass sie inzwischen auch die Realwirtschaft erreicht habe. Die Ursachen der Krise sieht der 96-Präsident, der vor und nach dem Gottesdienst fleißig Autogramme gab, vor allem in den „hohen Gewinnerwartungen der Unternehmen, insbesondere der Banken“, aber auch im Spekulationsverhalten der Anleger. Es seien teilweise „große Luftblasen“ produziert worden, gefüllt mit „Illusionen und Lügen über Finanzprodukte ohne Inhalt, mit Versprechen von Zinsen und Erträgen“. Diese „Luftblase musste platzen – sie ist geplatzt“. Aber die Finanzkrise biete auch die Chance zu lernen. Märkte und Produkte, speziell der Finanzwelt, müssten in Zukunft weltweit angemessen reguliert werden. Weil die Demokratie und der Kapitalismus lernfähig seien, „können wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“.

Kritisch setzte sich Kind auch mit der Vorbildfunktion der Eliten in der Gesellschaft auseinander. In der Politik, der Wirtschaft, in der Kultur, im Sport, aber auch in den Medien hätten die Führungseliten diese Vorbildfunktion nicht immer erfüllt. Vor allem den Leistungssportlern wies der Laienprediger eine äußerst hoch zu bewertende Vorbildfunktion zu. Gleichzeitig biete der Sport in den Vereinen die Chance der Integration und des gesellschaftlichen Aufstiegs.

Martin Kind: „Fußballer und Trainer verdienen zu viel Geld
  • Martin Kind: „Fußballer und Trainer verdienen zu viel Geld.“

Für die Zukunft der Gesellschaft verlangte Kind „Chancengleichheit“, die schon im Kindergarten beginnen müsse, damit alle Kinder ihre Talente später in Schule und Studium entfalten könnten. Deutschland müsse sich zu einer Wissensgesellschaft entwickeln, in der die Eliten gefördert würden. „Denn wir brauchen Eliten, wenn wir unseren Wohlstand sichern wollen.“

Natürlich sprach Martin Kind auch das Thema „Hannover 96“ an und bekannte, dass der Verein eine „schwierige Saison“ hinter sich habe, in der noch vor vier Wochen der Abstieg gedroht habe. Das sei nun vorbei und Hannover 96 werde zum achten Mal hintereinander in der höchsten deutschen Liga spielen. Aber Kind meinte auch: „Fußball wird überschätzt; Fußballer und Trainer verdienen zu viel Geld.“ Gleichwohl gingen die Menschen in die Stadien. „Gehen Sie doch auch mal in die AWD-Arena in Hannover“, warb Kind und versprach: „Ab und zu sehen Sie dort auch mal guten Fußball.“ Die Fehler, die gemacht worden seien, würden nicht wiederholt. „Aber vielleicht machen wir dann andere Fehler“, zeigte sich der 96-Präsident durchaus selbstkritisch und hatte den Beifall der Zuhörer auf seiner Seite.



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