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Luther hätte mitgesungen

380 Mitwirkende beim Reformationskonzert in Bisperode

BISPERODE. „Das war einzigartig“, freut sich Christoph Pannek. Klar: Die Texte und die Noten des Konzerts sind verfügbar. Die Lieder kann jeder singen. „Aber die Stimmung und das Gefühl von heute, die waren einmalig“, strahlt der Kirchenkreiskantor. 300 Menschen sind am Sonntagnachmittag in die St. Peter und Paul Kirche Bisperode gekommen.

veröffentlicht am 23.06.2017 um 16:44 Uhr
aktualisiert am 23.06.2017 um 19:20 Uhr

Die bunten Tücher gehören zum Bühnenoutfit des Chors Nesselberger Ton. Foto: Björn Stöckemann/pr

Autor:

BJÖRN STÖCKEMANN
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Grundschüler, Erwachsene, Senioren. Die Sonne scheint, die MusikerInnen sind bereit und die Verantwortlichen gespannt. Denn für das Konzert „Unser Luther“ haben sie zwei Jahre geplant. Ob aber alle mitspielen, das war bis zuletzt unklar.

Die Idee kam beim Jubiläum des Kirchenchors. Musikgruppen aus den Gemeinden am Ith, Coppenbrügge und Ith-Nesselberg sangen ein Ständchen. „Das führte uns vor Augen, wie viele Menschen hier eigentlich Musik machen“, erinnert sich Pannek. Das wollte er zeigen. Er hatte ein Ziel: Ein gemeinschaftliches Konzert. Alle sollten singen. Miteinander und füreinander. In Pastorin Martina Frost und Christiane Rau aus dem Kirchenvorstand fand er musikbegeisterte Mitstreiterinnen. Zusammen trugen sie die Idee in die Gemeinden.

Bald wuchs die Liste der Unterstützer. Der Kinderchor der Grundschule Bisperode. Die Rhythmus-Kids aus der St. Peter und Paul Gemeinde. Die Posaunenchöre Harderode, Hohnsen und Coppenbrügge. Der Gitarrenkreis aus der Gemeinde am Ith. Der Kirchenchor Coppenbrügge. Der Chor Nesselberger Ton aus Brünichhausen. Der Singkreis am Ith. Organist Hendrik Rau.

Ralf Meister Foto: Dpa
  • Ralf Meister Foto: Dpa

80 Musiker machen mit beim Konzert, das zu den Sonderveranstaltungen des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld zum 500-jährigen Reformationsjubiläum gehört. Musikalisch erzählen sie die Lebensgeschichte Luthers.

Pannek will, dass alle Menschen singen. „Die singende Gemeinde war ein Ideal von Luther“, erzählt er. Deswegen ermutigt Pannek stets zum Mitsingen, Mitklatschen. Ob die Menschen sich darauf einlassen, weiß er vorher nie. In Bisperode springt seine Begeisterung aber schnell auf die Besucher über. „Es geht dabei nicht darum, perfekt zu sein“, winkt Pannek ab. „Wir können keine Anna Netrebko nach Bisperode holen – brauchen wir auch gar nicht.“

Die Menschen merken selbst unmittelbar, was sie zusammen schaffen und wozu sie gemeinschaftlich fähig sind. „Mit diesem Gefühl sollen sie nach Hause gehen. Das kann ähnlich erfüllend sein wie nach dem Genuss einer Wagner-Oper“, freut sich Pannek. Er ist sich sicher: Wäre Luther bei „seinem“ Konzert dabei gewesen, es hätte ihm gefallen.

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