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Maroder Bahnübergang wir von Grund auf erneuert / Verständnis bei den Anwohnern

110 Zentimeter in die Tiefe für neues Gleisbett

Salzhemmendorf (ubo). Ganz vorsichtig und zentimetergenau zieht Hans Plaggenborg die Baggerschaufel über den Grund. Das schwarze Kiesgemisch, das er aus der alten Bahntrasse baggert, wird auf Lkw verladen und deponiert. Auf rund 110 Zentimetern wird die alte Trasse im Bereich des Bahnübergangs im Zuge der L 462 ausgekoffert. Besonders Wasser- und Gasleitungen sowie Signalleitungen erfordern die Konzentration der Arbeiter.

veröffentlicht am 08.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:21 Uhr

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„Wir müssen so tief gehen, um ein tragfähiges Gleisbett zu schaffen“ erklärt Diplom-ingenieur Joachim Lücke. Bereits Stunden zuvor wurden die beiden rund 90 Meter langen Schienen in jeweils sechs Stücke geschnitten und mitsamt den alten Holzschwellen entfernt und anschließend wieder zusammengeschweißt. Bis sie wieder eingebaut werden können, gibt es aber noch viel zu tun.

„Nachdem das alte Gleisbett ausgehoben wurde, wird ein Vlies eingebaut, das die Vermischung zwischen dem nicht sehr guten Boden und dem neuen Mineralgemisch verhindert“, führt der Diplomingenieur aus. Auf rund 85 Zentimetern wird anschließend ein Mineralgemisch aus dem Salzhemmendorfer Werk auf das Vlies aufgebracht und verdichtet. „Das ergibt rund 300 Tonnen“, rechnet Joachim Lücke vor. Dabei wird ständig die Höhe kontrolliert, um unnötige Arbeiten zu vermeiden. Zwischen dem Mineralgemisch und den bereits angelieferten Gleistragplatten wird eine Schicht Splitt aufgebracht. Zum Schluss werden die alten Gleise wieder eingebaut und die Anschlüsse an die Fahrbahn mit Bitumen geschlossen. Bis zum 10. November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

„Das war schon seit langem nötig“, so die einhellige Meinung von Walter Oppermann, Ernst Schulz, Maren (9) und Erik (12), die sich die Bauarbeiten ansehen. Besonders laut sei der marode Bahnübergang bei der Überfahrt von Lkw gewesen, berichten Anwohner. Dass die Arbeiten in zwei Nächten weitergehen, stört die Salzhemmendorfer nicht: „Dann sind sie schneller fertig“, sagt Walter Oppermann. Viele Radfahrer sind ebenfalls erleichtert, dass der Bahnübergang repariert wird. Obwohl der Bahnübergang für Radfahrer gesperrt war, setzten sich viele darüber hinweg und zogen sich beim Sturz Verletzungen zu.

Als besonders „schmerzfrei“ bezeichnete Diplomingenieur Joachim Lücke das Verhalten mancher Autofahrer. Trotz der abgesperrten Zufahrtswege, die für die an- und abfahrenden Lkw natürlich offen sind, fahren immer wieder Autofahrer in die Baustelle, einer versuchte nach Angaben Lückes sogar über den Gehweg durch die Baustelle zu fahren. „Manche machen sich ihre Umleitungen einfach selber“, beobachtete Marc Augustin. Dass der Schwerverkehr während der Bauzeit durch Salzhemmendorf muss, bedauert er: „Zwischen den Häusern ist es sehr laut, aber es geht nicht anders“, so der Kraftfahrer.

Zentimetergenau baggert Hans Plaggenborg das alte Gleisbett in Salzhemmendorf aus.

Foto: ubo

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