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NDR 1-Musikchef Henry Gross erklärt die Songauswahl im Radio

Zwischen Party und Kult: NDR-1-Disco beim Lichterfest

BODENWERDER. Nur noch etwas über eine Woche, dann ist es wieder soweit – Tausende Besucher strömen in die Münchhausenstadt, um das Lichterfest zu feiern. Und damit auch die 66. Auflage eine gelungene Feier wird, holt der Verkehrsverein Bodenwerder-Kemnade in diesem Jahr die NDR-1-Disco an die Weser: NDR 1-Musikchef Henry Gross und DJ Sönke Koch werden die Besucher am 11. August unterhalten.

veröffentlicht am 02.08.2018 um 17:48 Uhr
aktualisiert am 02.08.2018 um 19:15 Uhr

NDR 1-Musikchef Henry Gross in seinem Studio – am 11. August macht er in Bodenwerder Musik. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite

„Ich freue mich da schon richtig drauf“, sagt Gross im Gespräch mit der Dewezet. Er war noch nie in Bodenwerder – und ist deshalb schon jetzt richtig neugierig auf die Stadt des Lügenbarons und des Lichterfestes.

Auf der Bühne werden Gross und Koch nicht nur für Musik sorgen, sie haben auch ein Rahmenprogramm mit vielen Punkten im Gepäck, die der eine oder andere vermutlich schon aus dem Radio kennt: beispielsweise die NDR 1-Entenjagd oder das Niedersachsen-Rätsel.

Wenn sich der Tag gen Abend neigt, wird das Lichterfest zur Party. Die Musik wird passend gewählt – also die größten Hits aus 50 Jahren. Was genau gespielt wird, kann Gross noch nicht sagen, das hänge immer „extrem vom Publikum ab“. Es könne mit „YMCA“ anfangen und mit „Despacito“ aufhören – oder auch ganz anders sein, meint Gross. „Wir suchen eine gute Mischung aus.“ Schließlich sollen die Besucher beim Lichterfest über Generationsgrenzen hinweg Spaß haben.

Helene Fischer Foto: dpa
  • Helene Fischer Foto: dpa
Ben Zucker Foto: dpa
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Andreas Gabalier Foto: dpa
  • Andreas Gabalier Foto: dpa

Eine gute Musikauswahl zu treffen, das ist dem NDR 1-Musikchef Gross auch im täglichen Radioprogramm wichtig. Dafür suchen fünf Musikredakteure, inklusive ihm selbst, die Titel aus. Manche Hörer würden denken, dass die Moderatoren die Musikstücke auswählen, aber das stimme nicht, klärt Gross auf.

Wichtig bei der Musikauswahl sei, dass die Titel nicht zu oft gespielt werden. „Es müssen in der Regel mindestens 48 bis 60 Stunden dazwischenliegen, bis ich einen Titel wieder spielen kann“, sagt Gross. Doch nicht nur die Häufigkeit sei wichtig, sondern auch, wann ein Titel gespielt wird. Beispielsweise werde darauf geachtet, das gleiche Lied nicht immer um sieben Uhr morgens oder acht Uhr abends zu spielen. Selbst die Jahreszeit ist ein Kriterium für die Songauswahl – im Sommer würden die Hörer andere Lieder im Programm erwarten als im Winter.

Ob ein Lied generell im Programm von NDR 1 Niedersachsen gespielt wird, das sei nicht vom Interpreten abhängig, betont Gross. Viel wichtiger sei, ob der Titel melodisch in das Programm passe. Musikalisch hat sich der norddeutsche Rundfunksender in den vergangenen Jahren verjüngt. „Viele denken immer noch, wir spielen hauptsächlich volkstümlichen Schlager und Volksmusik“, sagt Gross, ohne diese Begriffe abwertend meinen zu wollen, wie er betont. Doch bis auf Kultschlager, die jeder kenne, habe sich das Programm in weiten Teilen von der Schlagerbranche entfernt. Kategorisch ausgeschlossen seien Schlager aber auch nicht. Der Musikchef denkt dabei beispielsweise an Lieder von Helene Fischer, Ben Zucker oder Andreas Gabalier.

Im regulären Programm von NDR 1 werden laut Gross aktuell etwa zu einem Drittel Titel aus den 50er und 60er Jahren gespielt, zu einem Drittel Musikstücke aus den 70er Jahren und zu einem Drittel Hits aus den 80ern und 90ern. Dazu kommen eben die Kultschlager oder auch Deutschpop-Lieder.

Dass die Veränderung nicht allen gefallen habe, sei auch klar, meint Gross. Aber es habe letzten Endes funktioniert – NDR 1 Niedersachsen ist seit 25 Jahren Marktführer im Bundesland und das meistgehörte Radio-Programm. Das geht aus einer jüngst veröffentlichten Media-Analyse hervor. Nach der repräsentativen Studie kommt das Programm auf einen Marktanteil von 22,1 Prozent. Für die Studie wurden 70 000 Hörer befragt. Die Umfrage erfasst neben klassischen Radiosendern inzwischen auch Audio-Angebote im Internet.



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