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„Ladies of the Lake“ im Weserhaus

Zwei Zauberinnen mit Flöte und Harfe

BODENWERDER. Auf eine musikalische Reise nach Irland und Schottland nehmen „The Ladies Of The Lake“ ihr Publikum im ausverkauften Weserhaus mit – mitten hinein in die mystische Atmosphäre von Seen, Nebel und Tau!

veröffentlicht am 12.11.2017 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 12.11.2017 um 19:40 Uhr

Christiane Frickenstein (links) und Eva Bäuerle-Gölz spannen im ausverkauften Weserhaus den musikalischen Bogen zwischen Barock- und Folkmusik. Foto: kkü
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Autor

Karin Küster Reporterin
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Mühelos spannen die beiden Instrumentalistinnen mit ihrem meisterlichen Spiel auf Flöte und Harfe und spürbarer Spielfreude den Bogen zwischen Folk und Barockmusik.

Christiane Frickenstein wechselt souverän zwischen ihren Blockflöten, Ganassi-Flöten und irischen Metallflöten. Jubilierende, hohe Töne zaubert sie rasend schnell aus der kleinen Tin Whistle, die seit Jahrhunderten zur irischen Volksmusik gehört. Geheimnisvolle, sonore Tonfolgen entlockt sie der großen Low Whistle, die – wie sie erläutert – in dieser Form erst seit dem 20. Jahrhundert angefertigt wird.

Eva Bäuerle-Gölz spielt neben der keltischen Harfe die kleine „Brian Boru’s Harp“, die sie scherzhaft ihre „Reiseharfe“ nennt. Wunderschöner, fast überirdischer Harfenklang verzaubert die Gäste. Wenn wundert’s da noch, dass die Harfe, wie die Musikerin erläutert, in Irland als Symbol zwischen dem Diesseits und der Anderswelt (aus der keltischen Mythologie) steht?! Ein bekanntes walisisches Weihnachtslied „Variations on a welsh carol“ interpretiert die Harfenspielerin faszinierend in mehreren Variationen.

Kurzgefasste Lebensläufe des blinden Harfenspielers und Komponisten Turlough O‘ Carolan (1670 – 1738), des aus Böhmen stammenden Komponisten Gottfried Finger (1660-1730) sowie des Jakob von Eyck (1590-1657) aus Utrecht vermitteln dem Publikum einen kleinen Einblick in die Zeit vor 300 Jahren, als die keltische Musik Einflüsse aus der barocken Musik Italiens in sich aufsog, während auf dem Festland noch ausschließlich Kirche und Adel die Musik diktierten.

Ebenso trugen die von Christiane Frickenstein vorgetragenen irischen Segenssprüche zur Abrundung des gelungenen Musikerlebnisses bei.

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