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Freude im Rathaus: Sanierung maroder Dächer auf dem ehemaligen Gutshof kann beginnen

Zuschuss bewilligt

Bodenwerder. Knapp 90 Jahre haben die Platten aus rotem Solling-Sandstein die alte Brennerei und das Münchhausen-Geburtshaus auf dem ehemaligen Gutshof des legendären Barons vor Regen und Schnee geschützt. Doch hat der Zahn der Zeit inzwischen so sehr an den alten Schindeln genagt, dass immer wieder Teile abplatzen. Und da die Verkehrssicherheit rund um die denkmalgeschützten Gebäude derzeit nicht mehr gewährleistet ist, musste die Stadt bereits Fangbretter anbringen, um Passanten vor herabfallenden Steinteilen zu schützen.

veröffentlicht am 08.02.2016 um 16:47 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:37 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Das soll aber noch in diesem Jahr besser werden: Ein Schreiben des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser aus Hildesheim hat im Rathaus Bodenwerder für besondere Freude bei Bürgermeisterin Elke Perdacher und Stadtdirektor Joachim Lienig gesorgt. Mit dem Bescheid wurde die Sanierung der Sandsteineindeckungen des Münchhausen-Geburtshauses und der „Alten Brennerei“ bewilligt. Für die Baumaßnahme in Höhe von kalkulierten 300 000 Euro ist eine Förderung in Höhe von rund 119 000 Euro zugesagt worden. Das Geld kommt aus dem Programm zur Förderung von Maßnahmen zum Erhalt von Kulturerbe. Gewährt wird der stolze Betrag nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung (ZILE).

Bereits zuvor lagen Zusagen der niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Stiftung Sparkasse Bodenwerder und der Sparkasse Hameln-Weserbergland über eine Beteiligung von 30 000 Euro vor. Auch diese Förderzusagen wurden durch den Rat der Münchhausenstadt bereits besonders gewürdigt.

Das Münchhausenhaus wurde im Jahre 1603 erbaut und ist das Geburtshaus des weltberühmten Sohnes der Münchhausenstadt Bodenwerder Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen. Das Nebengebäude wurde im Jahr 1720 errichtet. Beide Gebäude sind denkmalgeschützt. Der Baukomplex auf dem Gelände des ehemaligen Münchhausengutshofs hat nach der Aufgabe durch die Adelsfamilie derer von Münchhausen bis zur anstehenden Sanierung bereits eine bewegte Geschichte mit schon schlechteren Zeiten hinter sich: Nachdem der „Lügenbaron“ verarmt und kinderlosgestorben war, fiel der Gutshof an einen Neffen. Die Familie verkaufte das Areal mit seinen Gebäuden schließlich an einen Gerbereibesitzer. Nach dessen Pleite wurde der ehemalige Adelshof von einen bodenwerderschen Kaufmann erworben und weitervermietet. So hatte die VEV-Eisenbahngesellschaft hier zeitweise ihren Verwaltungssitz. In den 30ger-Jahren erwarb die Stadt Bodenwerder die historischen Gebäude und bewahrte sie vor dem Verfall. Damals wurde auch das Dach in seiner heutigen Form neu eingedeckt.

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  • Thomas Steffe nimmt das marode Dach in Augenschein. wfx

Nachdem sich nun die Denkmalschutzbehörde in Holzminden mit Nachdruck für die neuerliche Dachsanierung eingesetzt hat und nun eine Förderungsbewilligung vorliegt, wird die Bauverwaltung der Stadt erst einmal ermitteln, welche Handwerkerarbeiten anfallen werden. Danach sollen die Gewerke ausgeschrieben werden. Auftragsvergabe nach einem entsprechenden Ratsbeschluss und Beginn der Dächersanierung könnte so bestenfalls noch Mitte des Jahres sein. Im Rahmen der Vorbereitung der weitergehenden Entscheidung der Ratsgremien zu einer Auftragsvergabe weist der Stadtdirektor darauf hin, dass nun keine schon ins Auge gefassten Absicherungen der maroden Dachflächen mehr notwendig werden. Hierfür waren schon Mittel im Haushalt 2015 etatisiert worden. Wie Thomas Steffe von der Bauverwaltung der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle erklärt, müssen vor einer Dach-Neueindeckung auch noch die Jahrhunderte alten Dachstühle der beiden historischen Bauwerke auf Erhaltungszustand und Tragfähigkeit überprüft werden. Für die Neueindeckung selbst hofft man, die alten Sollingsteinplatten „zu 70 bis 75 Prozent wiederverwenden zu können“, so Steffe. Der Rest müsse unter Aufsicht der Denkmalschützer dazugekauft werden. Mit der im Jahr 2003 durchsanierten Schulenburg als Münchhausenmuseum – übrigens das älteste Bauwerk im heutigen Münchhausenpark – wird das Ensemble des historischen Münchhausen-Gutshofes dann wieder zum schmucken Aushängeschild des Grundzentrums Bodenwerder.



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