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Samtgemeinde als Schulträger prognostiziert Rückgang von 14 Prozent bis zum Jahr 2019/2020

Zu wenig Schüler wachsen nach

Bodenwerder. Der demografische Wandel macht bekanntlich auch vor der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle nicht halt. Das zeigt sich auch bei den Schülerzahlen. So wird es im alten Samtgemeindebereich Bodenwerder bis zum Jahr 2019/2020 um 6 Prozent sinkende Schülerzahlen geben. Noch stärker werden die Einschulungen in der Grundschule Polle zurückgehen: Hier werden von den 90 Schülern im Jahr 2013/2014 bis zum Jahr 2019/2020 nur noch 61 Schüler übrig bleiben. Und so schlägt der demografische Wandel in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle bis zu diesem Schuljahr insgesamt mit 14 Prozent zu Buche.

veröffentlicht am 19.11.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 09:41 Uhr

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Grund genug, dass die Samtgemeinde als Schulträger die Situation der sechs Grundschulen Bodenwerder, Halle, Hehlen, Kirchbrak, Ottenstein und Polle derzeit genau betrachtet. Denn dazu sind die Schulträger nach dem niedersächsischen Schulgesetz auch angehalten. Das schließt natürlich auch die Frage mit ein, ob Schulen letztlich geschlossen werden müssen, wenn nicht mehr genügend Schüler kommen.

Bei der 6. öffentlichen Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle stand daher neben dem Haushaltsplanentwurf für das nächste Jahr auch die Bekanntgabe der Entwicklung der Schülerzahlen der Schuljahre 2013/2014 bis 2019/2020 auf der Tagesordnung.

Doch zunächst zum Haushaltsansatz: Von den sechs Grundschulen in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle haben fünf Haushaltsmittel für das Jahr 2014 in Gesamthöhe von 20 900 Euro beantragt. So schlagen Computer für Sekretariat sowie Software und Handscanner für die Schulbücherei der Grundschule Bodenwerder mit 1500 Euro zu Buche. Regale, Office-Lizenzen sowie Materialbox und Arbeitskasten für den Sachunterricht in Höhe von 3600 Euro hat die Grundschule Halle beantragt. Die Grundschule Hehlen benötigt einen Besprechungstisch mit vier Stühlen (1000 Euro). 4500 Euro sollen in neues Mobiliar für eine Klasse investiert werden. In Ottenstein wird die Anschaffung von sechs Computern inklusive Software etwa 6000 Euro kosten. Die Poller Grundschule kalkuliert für einen Server 700 Euro ein. Schränke für Musikinstrumente werden hier mit 3600 Euro eingeplant. Allein für die Kirchbraker Grundschule braucht für 2014 kein zusätzliches Geld bereitgestellt zu werden.

Unter der Position der zusätzlichen Unterhaltungsmaßnahmen wird die Dämmung von Anbau und Hausmeisterwohnung für die Grundschule Bodenwerder mit 35 000 Euro in den Haushalt einzuplanen sein. In Hehlen sind Sanierungsarbeiten des Schulhofes, Malerarbeiten am Dachfirst, neue Heizkörperventile und andere kleinere Einzelposten geplant, die zusammen mit 5000 Euro veranschlagt sind. Die Toilettensanierung im Altbau der Grundschule Polle mit Behinderten-WC wird die Samtgemeindekasse mit weiteren 20 000 Euro belasten. Die Tagesordnung war um einen Tagesordnungspunkt erweitert worden, damit der Vorsitzende des Samtgemeindeelternrates, Frank Litterscheid, sein Modell der „Zukunftsschule Bodenwerder-Polle“ auch „Modellschule 1-13“ genannt, vorstellen konnte. Frank Litterscheid hatte sich umfangreiche Gedanken zu der Thematik der Zusammenführung von Grund- und weiterführenden Schulen – eben von Klasse 1 bis Klasse 13 – gemacht. In einem Schreiben hatte er auch Kultusministerin Heiligenstadt gebeten, das „Modell 1-13“, dass für die Samtgemeinde durchaus eine Leuchtturmfunktion haben würde, ernsthaft unter die Lupe zu nehmen. Die Antwort aus dem niedersächsischen Kultusministerium ließ nur 14 Tage auf sich warten. Die Schülerzahlen – insbesondere im Primarbereich – werden niedersachsenweit in den nächsten 10 Jahren um rund 50 000 Schülerinnen und Schüler zurückgehen, schreibt Referatsleiter Gerald Nolte. Die Idee einer „Modellschule 1-13“ könnte ein geeignetes Instrument sein, den Abwanderungstendenzen im ländlichen Raum entgegenwirken. Deshalb würde er die Überlegungen aus Bodenwerder zum Material für eine zukünftige Schulgesetznovelle nehmen, so Nolte weiter.

Die Einführung einer vom Gesetzgeber gewollten inklusiven Schule und die daraus resultierende Verpflichtung der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle als Schulträger, allen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung bis Mitte 2018 eine Unterrichtung an öffentlichen Schulen zu ermöglichen, hatte der Samtgemeindeausschuss zum Anlass genommen, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen. Diese soll unter frühzeitiger Beteiligung der zuständigen Entscheidungsträger, dem Schulausschuss, den Schulleitern, Elternvertretern und den Sprechern der Fraktionsvorsitzenden Vorschläge für die grundsätzliche Fortentwicklung der Grundschulen erarbeiten. Nun sollen auch die Überlegungen von Frank Litterscheid für eine Modellschule 1-13 mit einbezogen werden.

Nähere Infos zur Modellschule 1-13 unter http://zsbodenwerder.wordpress.com bor

Zu wenig Geburten in der Samtgemeinde werden dafür sorgen, dass es auch immer weniger Kinder für die sechs Grundschulen geben wird. dpa



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