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Zum ersten Mal Berufsorientierungstag in der Münchhausen-Förderschule mit breitem Firmen-Spektrum

Zettel mit Interessenten mitgenommen

Bodenwerder. 56 Schüler werden an der Münchhausen-Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen in Bodenwerder unterrichtet. Für einige von ihnen wird im nächsten Jahr der Ernst des Lebens mit einer Ausbildung beginnen. Grund genug für Schulleiter Holger Kruppa, einen Berufsorientierungstag in der Förderschule anzubieten. Mit dabei auch der private Bildungsträger, die Inform GmbH, ein Zweig der Akademie Überlingen. Die Inform GmbH ist spezialisiert auf Berufe und Bereiche mit Lernbeschränkungen und war mit den drei Berufszweigen Farbe und Raum, Hotel und Gaststätten sowie Hauswirtschaft vertreten.

veröffentlicht am 06.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 12:21 Uhr

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„Bei der Auswahl der vertretenen Firmen haben wir natürlich vorrangig darauf geachtet, dass die angebotenen Berufe für Förderschüler auch erreichbar sind“, erklären Holger Kruppka und Berufseinstiegsbegleiterin, Heidi Wockersin. So sind immerhin zehn Stationen durch unterschiedliche Firmen besetzt worden.

Laut Schulleiter konnten über 90 Prozent der Schulabgänger der Förderschule bisher bereits ins Berufsleben vermittelt werden. Dieses hohe Niveau gelte es zu erhalten oder noch besser zu toppen. Deshalb der Tag zur Berufsorientierung, der in dieser Schule zum ersten Mal durchgeführt wurde.

Vom Wittekindshof (Bereich Zierpflanzen) waren die Auszubildenden Christian Bock, Carolin Ahlert und Janina Volkhausen aus Bad Oeynhausen angereist. Sie hatten Tomaten und Gurken zu probieren mitgebracht und ließen die Schülerinnen und Schüler Setzlinge in kleine Blumentöpfe mit Kräutern pflanzen. „Natürlich zum Mitnehmen – für die Mutter zu Hause“, lächelt Ausbilderin Daniela Bachmann. Neben vielen anderen werden immerhin 50 000 Stiefmütterchen, hauptsächlich für Friedhofsgärtner, und 100 000 Eisbegonien jedes Jahr in diesem Ausbildungsbetrieb produziert.

Von Hansmann Autotreff aus Bodenwerder ließen sich die Auszubildenden Domenik Busse (3. Ausbildungsjahr) und die sich im 2. Ausbildungsjahr befindende Romina Stübig in einer kleinen Werkstattecke von den Schülerinnen und Schülern zeigen, ob sie einen Reifenwechsel nach Anweisung vornehmen können. Währenddessen macht Steffen Greth aus Holzminden mit Absicht ein Loch in einen Fahrradreifen, um ihn dann von dem an seinem Stand stehenden Schülerteam wieder flicken zu lassen.

An einer Station wird einer kleinen Gruppe aus vier Schülerinnen und Schülern gezeigt, welche besonderen Zangen, Geräten und Messer in der Gastronomie Verwendung finden. Wen wundert es, wenn dabei die Schneckenzange von allen relativ schnell erkannt wird, liegen doch einige Schnecken auf einem der Teller. Allerdings gestaltet sich der Umgang mit der speziellen Zange dann doch etwas schwieriger. Gleiches gilt an der Station Hauswirtschaft, wo eine Melone gestückelt und mit Limonenabrieb und einigen anderen geheimen Zutaten zu einem leckeren Melonen-Smoothie gemixt und natürlich auch probiert werden muss.

Ungewöhnlich war sicherlich der Stand des Schädlingsbekämpfers. Für die Jugendlichen eher bekannt war schon das Produktergebnis von der Firma Heller Leder, wo rasch aus einem kleinen Lederstück, einigen kleinen Löchern und etwas Lederschnur eine Kuh entstehen sollte. Und wer eine leckere Waffel essen wollte, wurde erst einmal von den Damen des DRK-Seniorenhauses zum Benutzen der fünf Sinne (tasten, schmecken, riechen, sehen und hören) animiert. Natürlich mit dem Handicap, dabei dicke Handschuhe anziehen zu müssen.

Dass die Geschäftsführerin der Spedition Schäfer aus Holzminden mit ihrem Auszubildenden im 1. Lehrjahr, Fabian Göke-Dammeier, auch den Weg nach Bodenwerder gefunden hatte, machte klar, dass in dieser Berufsebene noch Ausbildungspotenzial vorhanden ist. „Wir bilden Kraftfahrer, Kaufleute für Speditionsleistungen und Fachkräfte für Lagerlogistik aus“, sagt Nicole Semmelroth und hat auch bereits einige Interessenten der Münchhausen-Förderschule auf ihrem Zettel stehen. bor



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