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Kurtaxe und Fremdenverkehrsbeiträge sollen in Verwaltung und Veranstaltungen fließen

Zahlen Touristen bald für Straßensanierung?

Bodenwerder-Polle (saw). Die Finanzierung touristischer Aktivitäten im Bereich der Samtgemeinde soll auf ein breiteres, aus zwei Säulen bestehendes Fundament gestellt werden. Säule eins ist der von jedem Gast zu entrichtende Kurbeitrag. Säule zwei bilden die Fremdenverkehrsbeiträge, zu zahlen von allen Unternehmen, die vom Tourismus profitieren. So hat es die Verwaltung auf der jüngsten Sitzung des Fachausschusses vorgestellt und ist jetzt damit beschäftigt, die entsprechenden Beschlüsse der politischen Gremien vorzubereiten.

veröffentlicht am 30.01.2011 um 18:39 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 08:41 Uhr

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„Wir werden alles daran setzen, dass zumindest die Einführung der Kurbeiträge bis zum Saisonstart vom Rat abgesegnet ist“, gibt Erich Müller, Fachbereichsleiter Tourismus bei der Samtgemeinde, die Marschroute vor. Im Etat 2011 hat Kämmerer Michael Helmig bereits 40 000 Euro als Einnahme eingesetzt. Wichtigste Voraussetzung für die Erhebung von Kur- und Fremdenverkehrsbeiträgen ist das erfolgreich verlaufene Prädikatisierungsverfahren der Stadt Bodenwerder, die seit Jahresbeginn den Status „Erholungsort“ trägt (wir berichteten).

„Eine Änderung im kommunalen Abgabengesetz macht es zudem möglich, sämtliche Orte im Bereich der Samtgemeinde einzubeziehen, sofern das politisch gewünscht ist“, führt Müller aus. Den Kurbeitrag – andernorts auch Kurtaxe genannt – zahlt jeder Urlaubsgast mit seiner Übernachtungsanmeldung. Das Geld fließt in die Unterhaltung, die Verwaltung und die Personalkosten von Einrichtungen, die dem Fremdenverkehr dienen. Mitfinanziert werden Veranstaltungen, deren Zielgruppe primär Touristen sind. Erstmals lassen sich dann auch verlässliche Übernachtungszahlen ermitteln.

Bislang war das kaum möglich, weil ausschließlich Unternehmen mit mehr als neun Betten ihre Übernachtungszahlen melden mussten.

Bei der Gestaltung des Kurbeitragssatzes hat die Politik große Spielräume: „So ist etwa denkbar, die Beiträge nur von Mai bis September zu erheben. Oder in Lichtenhagen in anderer Höhe als in Bodenwerder“, nennt Erich Müller zwei Beispiele.

Schmaler fällt das Budget in anderen Bereichen aus. Für das Jahr 2011 steht hinter der Kostenstelle „Fremdenverkehrsbeiträge“ eine Null. Angesichts komplizierter Berechnungsmodalitäten und der fusionierten Samtgemeinde, empfiehlt die Verwaltung ein Fachunternehmen mit der textlichen Ausgestaltung und der Kalkulation zu beauftragen. Im Etat sind hierfür 5000 Euro eingestellt. Auch hier gilt: Erhoben werden kann der Beitrag künftig in sämtlichen Mitgliedsgemeinden, und zwar voraussichtlich ab 2012. Diese Einnahmen sollen zur Kostendeckung von Personal-, Bewirtschaftungs-, und Werbungskosten der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle dienen.

Einnahmen von rund 80 000 Euro stehen im Abschnitt „Kurverwaltung und Fremdenverkehr“ laufende Kosten von rund 280 000 Euro gegenüber. Hier fallen insbesondere die Personalkosten (rund 15 000 Euro) ins Gewicht, aber auch Werbungskosten (18 000 Euro), Kosten für Messepräsentationen (5 500 Euro), Veranstaltungen wie Pflastermalerwettbewerb und Münchhausen-Musical, für das Vermarktungskonzept des Landkreises Holzminden (16 500 Euro) sowie Ausgaben für den Mitgliedsbeitrag für den Verein Weserbergland Tourismus. Auch die Zuweisungen an die Stadt und die Verkehrsvereine Bodenwerder/Kemnade, Rühle und Polle schlagen noch einmal zu Buche.

Für die nahe Zukunft plant der Ausschuss drei herausragende Projekte: die Erstellung einer neuen Wanderkarte inklusive Ausschilderung. Das 25 000 Euro teure Projekt wird mit 10 600 Euro aus Leader-Mitteln gefördert. Zudem soll das Leader-Projekt „Lenne-Freizeitweg“ mit einem Investitionsvolumen von 20 000 Euro (davon 8 500 Euro

aus Fördermitteln) angestoßen werden.

Auch der seit Jahren immer wieder aufgeschobene Ausbau des sanierungsbedürftigen Richard-Schirrmann-Weges zur Jugendherberge soll endlich umgesetzt werden. 65 000 Euro wird das Leader-Projekt kosten, an Zuschüssen sind 27 300 Euro eingeplant. Hier sehen mehrere Ausschussmitglieder noch Diskussionsbedarf. Manfred Weiner (CDU) protestiert: „Mit null Euro kommt die Stadt Bodenwerder aber nicht davon.“ Dem Vernehmen nach ist im Verlaufe der Haushaltsplanberatungen ein Kompromiss auf den Weg gebracht worden.

Seit Jahren hat die Stadt Bodenwerder die Sanierung des Richard-Schirrmann-Weges auf ihrer Prioritätenliste. Mit der Anerkennung als Leader-Projekt und durch die der Unterstützung der Samtgemeinde will die Kommune die Zufahrt zur Jugendherberge nun ausbauen.Foto: saw



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