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Ausverkauf bis Ende September / Auffanggesellschaft gegründet / Insolvenzverwalter sucht Investoren

Woolworth-Filiale Bodenwerder ist am Ende

Bodenwerder (ul). Am Mittwoch, dem Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG am Amtsgericht Frankfurt/Main wussten die Mitarbeiter noch nicht, wie lange der Mini-Woolworth in Bodenwerder noch geöffnet sein wird. Jetzt steht fest, dass bundesweit alle Mini-Woolworth-Läden geschlossen werden.

veröffentlicht am 03.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:41 Uhr

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Transfergesellschaft soll Jobs vermitteln

Wie die übergangsweise eingesetzte Shopleiterin Ilona Scharf für die Filiale in Bodenwerder sagt, „beginnt jetzt der Ausverkauf in der Großen Straße, der bis zum 30. September dauern kann“. Der Gläubigerausschuss entscheidet derzeit noch, ob eine Transfergesellschaft zustande kommt. Laut Pressemitteilung des Insolvenzverwalters befindet sich die Transfergesellschaft in der Gründung.

Sechs Monate lang, bis zum Jahresende, soll nach Wunsch von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann die Transfergesellschaft bestehen. Vier Monate sind bei Zustandekommen dieses Angebots zwischen Arbeitgeber und Agentur für Arbeit als Mindestdauer festgelegt. Allerdings gilt das Angebot nicht für geringfügig Beschäftigte. Davon gab es immerhin sieben in der Filiale in Bodenwerder. Sie haben keinen Anspruch auf Übernahme in die Transfergesellschaft.

Die drei Festangestellten aus der Woolworth-Mini-Filiale in Bodenwerder erhalten mit ihrer Zustimmung zum Beitritt in die Transfergesellschaft 60 bis 67 Prozent ihres bisherigen Gehalts von der Agentur für Arbeit, 20 Prozent muss der Arbeitgeber zusteuern. „Die Festangestellten machen den Ausverkauf mit und wechseln erst dann in die Transfergesellschaft“, berichtet die Shopleiterin Ilona Scharf. Sie hat nach Auflösung der Verträge mit den bisherigen Mini-Jobbern jetzt sogar neue Mini-Jobber für den Abverkauf eingestellt.

Wehmütig schauen alle Woolworth-Mitarbeiter in die Vergangenheit: „Wir waren eine große Familie, das Klima der Mitarbeiter untereinander und die Beziehung zu den Kunden in Bodenwerder war sehr familiär und herzlich.“ Hoffnungen setzen sie auf das Verhandlungsgeschick von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann und dessen Team.

In den vergangenen Tagen klopften an das Büro des Insolvenzverwalters, das auch mit der Karmann-Insolvenz in Osnabrück befasst ist, einige Bewerber an, die sich für eine Übernahme von Mini-Woolworth-Läden an günstigen Standorten interessierten. „Für Filialen, die nicht länger unter dem Namen Woolworth geführt werden können, gibt es zahlreiche Interessenten, die an diesen Standorten eigene Läden betreiben wollen“, heißt es in der Pressemitteilung des Insolvenzverwalters. Sein Ziel sei es, diesen Interessenten neben den Standorten auch das bisherige Personal von Woolworth zu vermitteln.

Den Mitarbeitern wünscht Ilona Scharf sehr, dass sich ein Investor findet, der die Filiale in Bodenwerder als zukunftsfähigen Standort gezielt fern der grünen Wiese mitten in der Fußgängerzone bevorzugt und ihnen damit eine Chance gewährt, den vertrauten Kundenstamm und Neukunden bedienen zu dürfen.

Der Gläubigerausschuss stimmte am Donnerstagabend dem Fortführungskonzept von Insolvenzverwalter Hermann zu. 150 große Filialen, die Hälfte der bundesweit 310 Filialen, sollen erhalten und modernisiert werden.

Mindestens 800 Quadratmeter Verkaufsfläche müssen die in der Auffanggesellschaft „Deutsche Woolworth GmbH“ untergebrachten Filialen aufweisen. Insolvenzverwalter Hermann ist so lange einziger Gesellschafter, bis ein Investor gefunden wird. Die britische Investment- und Beratungsgesellschaft Argyll Partners, bisher alleiniger Gesellschafter der deutsch-österreichischen Filialen, hat sich mit der Insolvenz von seinem Deutschlandgeschäft verabschiedet. Dieter Düwel, Besitzer der Immobilie in der Großen Straße ist erstaunt: „Vor einigen Monaten hatte mir das Unternehmen eine Miet-Vertragsverlängerung zukommen lassen“, so der Bodenwerderaner. Darüber habe er sich gefreut, die Verlängerung unterzeichnet und zurückgeschickt – allerdings bis heute keinen unterschriebenen Vertrag zurückbekommen.

Jetzt beginnt der Ausverkauf in der Woolworth-Filiale in Bodenwerder. Alle Mini-Filialen bundesweit werden im Rahmen der Insolvenz geschlossen.

Foto: ul

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