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Niedersächsischer Landesbetrieb für Naturschutz nimmt „Rote Liste“-Arten auf Hochebene unter die Lupe

Wo Ackerunkraut gehegt wird

Ottenstein. Für die einen ist es Unkraut und wird totgespritzt; für den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) indes handelt es sich um Ackerwildkräuter. Und die gilt es zur Erhaltung der Artenvielfalt auf den Äckern vor dem Aussterben zu retten; damit sie nicht auf der „Roten Liste“ landen. Gestern hatten die Landes-Naturschützer Vertreter des örtlichen Naturschutzes sowie der Landwirtschaftskammer auf die Ottensteiner Hochebene zu einer Exkursion eingeladen. Ziel der Aktion war die Erkundung der regional typischen Ackervegetation des Weserberglandes. Und hierbei galt ein besonderes Augenmerk eben jenen Wildkräutern, die von Aussterben bedroht und so bereits auf besagter „Roten Liste“ gelandet sind. So beispielsweise früher hier häufig vorkommende Wildrapunzel-Arten, die Kornblume oder die Stinkende Hundskamille, wie Dr. Astrid Thorwest von der NLWKN erklärt.

veröffentlicht am 01.07.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:15 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Niedersachsen fördert seit 1987 den Erhalt seltener und gefährdeter Ackerwildkrautarten und -gesellschaften auf extensiv bewirtschafteten Äckern beziehungsweise Ackerrändern. Beginnend mit dem Pilotprojekt Ackerwildkrautprogramm (1987 bis 1992) wurde die Förderung mit dem Ackerrandstreifenprogramm (1992 bis 1997), den Artenschutzmaßnahmen für Ackerwildkräuter (1997 bis 2000) sowie über das PROLAND Kooperationsprogramm „Erhaltung der biologischen Vielfalt, Teilbereich Ackerwildkrautschutz“ (2000 bis 2006) fortgesetzt. Von 2007 bis 2013 werden die Ackerwildkrautarten über das PROFIL Kooperationsprogramm Naturschutz gefördert.

Der Ackerwildkrautschutz mit der Bewirtschaftung von Flächen ohne Einsatz von Pflanzenschutz und Dünger wird in Niedersachsen von der Fachbehörde für Naturschutz fachlich begleitet. Im Landkreis Holzminden nehmen derzeit zwei Landwirte mit insgesamt 16 Hektar Vertragsflächen an diesem von Land und EU geförderten Naturschutzprogramm teil. Einer davon ist der Bio-Hof Kiel in Ottenstein. Niedersachsenweit werden momentan rund 250 Hektar an ausgewählten Vertragsäckern extensiv zum Ackerwildkräuterschutz bewirtschaftet.

Wie Dr. Astrid Thorwest erklärt, „ist es mit dem Ackerwildkäuter-Programm des Landes in den letzten Jahren aber bergab gegangen.“ Der Grund: Als die Prämien sanken, sei auch die Resonanz unter den Landwirten gesunken, die Vertragsabschlüsse mit den Landwirtschaftskammern seien rapide zurückgegangen. Derzeit gehen daher die Bemühungen dahin, die Prämien wieder anzuheben, so Dr. Thorwest.

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  • Stinkende Hundskamille


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