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Womit Jagdpächter zu kämpfen haben

Wildschweine, Hunde und zwei Probleme

Kemnade. Wildernde Hunde machen den Jagdpächtern das Leben schwer. Mehrere gerissene Stück Rehwild sind in den vergangenen Monaten von den Jagdpächtern bereits aufgefunden worden. Das berichtet Horst Bleibaum von der Kemnader Jagdgenossenschaft. Er gehört mit zu den drei Pächtern des Jagdreviers.

veröffentlicht am 10.04.2016 um 13:09 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

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Autor:

VON JULIA ALIN
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Kemnade. Wildernde Hunde machen den Jagdpächtern das Leben schwer. Mehrere gerissene Stück Rehwild sind in den vergangenen Monaten von den Jagdpächtern bereits aufgefunden worden. Das berichtet Horst Bleibaum von der Kemnader Jagdgenossenschaft. Der Fleischermeister hat zusammen mit Gerhard Roloff und Heinrich Schreiber das Kemnader Jagdrevier gepachtet.

Nach dem niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung beginnt am 1. April die Brut- und Setzzeit für den Waldbereich und in der freien Landschaft in Niederachsen. Sie endet am 15. Juli. In dieser Zeit brüten die Vögel und das Wild bringt seinen Nachwuchs zur Welt. Damit Vögel und Wildtiere in Ruhe ihren Nachwuchs aufziehen können, sollen Jungwild und sogenannte Bodenbrüter wie Wachtel, Nachtigall, Rotkelchen und Feldlerche durch die Anleinpflicht für Hunde dem Gesetz nach vor stöbernden Hunden geschützt werden. Besonders Bodenbrüter werden schnell durch freilaufende Hunde aufgescheucht. Fliegen sie weg, erkalten ihre Nester.

„Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn die Anleinpflicht von den Hundebesitzern auch in diesem Jahr wieder respektiert wird, damit der Wildnachwuchs ungestört aufwachsen kann“, erklärt der Vorstand der Kemnader Jagdgenossenschaft und bittet die Hundebesitzer um Verständnis. Wer den Wald betritt, sollte seine Bewohner auch respektieren.

Freilaufende Hunde sind während der Setz- und Brutzeit ein Problem. Es gilt die Anleinpflicht. Doch auch die Wildschwein-Population bereitet Sorgen. Durch den milden Winter hat sich das Schwarzwild stark vermehrt – und richtet zum Teil große Schäden an. Fotos: dpa /bor

„Der Wildbestand im Revier ist gut und gesund“, erklärt Horst Bleibaum. Mit 17 Stück Schwarzwild und 19 Stück Rehwild (sechs davon sind Fallwild, also bei Unfällen ums Leben gekommen) legen die Jäger annähernd gleiche Abschusszahlen wie im Vorjahr vor. Nicht verwertbar, aber für die Hege notwendig war die Erlegung von 18 Füchsen und sieben Dachsen. Neun Waschbären wurden erlegt, zwölf dieser kleinen Räuber wurden gefangen. Auch 17 Krähen und neun Elstern wurden im letzten Jahr im Kemnader Revier bejagt.

Dass inzwischen auch der Luchs in den Revieren keine Seltenheit mehr ist, bestätigt Bleibaum: Einer sei im letzten Jahr durch das Kemnader Revier gezogen. Das hätten Jäger bestätigt. Da auch der letzte Winter eher mild war, habe sich der Bestand an Schwarzwild stark vermehren können. Die Bejagung, die nach wie vor schwierig sei, werde den Jägern alles abverlangen, glaubt Bleibaum.

Der Schaden, den das Schwarzwild in Maisfeldern anrichtet, muss von den Jägern bezahlt werden. Das ist im Pachtvertrag so vereinbart und wird von den Jägern in der Regel auch problemlos erstattet. Allerdings möchten die Jagdpächter die Felder, auf denen Industriemais angebaut wird, aus ihrer Schadensregulierung herausnehmen. Das sei eine in anderen Revieren bereits durchaus übliche Verfahrensweise. Gerhard Rohloff soll nun genaue Zahlen über die Schadensregulierungen der letzten Jahre zusammentragen und bei der nächsten Zusammenkunft vorlegen.



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