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Rühles restaurierte Euler-Orgel wird morgen feierlich der Gemeinde vorgestellt

Wieder mit weicherem Klang

Rühle. Seit 46 Jahren spielt der Organist Manfred Beismann auf der Rühler Kirchenorgel. Rechtzeitig zu ihrem 150. Jubiläum ertönt die 1865 von Balthasar Conrad Euler erbaute Orgel in der Rühler St. Michaelis Kirche wieder in den reinsten Tönen.

veröffentlicht am 14.03.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:21 Uhr

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„Das damals als romantische Orgel erbaute Musikinstrument war typisch für das 19. Jahrhundert“, erklärt Orgelbauer Georg Schlötmann von der Firma Hammer-Orgelbau aus Hemmingen-Arnum. Dieser hatte von der Kirchengemeinde Rühle-Dölme nach einer Ausschreibung den Auftrag erhalten, sich der Euler-Orgel anzunehmen, denn: „Bei einer Visitation durch Kreiskantorin Cristiane Klein im Jahr 2009 wurde Schimmelbefall (vermutlich aufgrund fehlender Belüftung) an der Orgel festgestellt“, erklärt die Vorsitzende der Kirchengemeinde, Jutta Beismann. Grund genug für die Kirchenverantwortlichen, das fast 15 Jahrzehnte alte Instrument einer gründlichen Überprüfung, Säuberung und Renovierung unterziehen zu lassen. Neben der Kontrolle der Windladen auf Dichtigkeit, musste auch die Registermechanik sowie die Spieltastatur überarbeitet werden.

1962 war die Rühler Orgel umfassend renoviert und umgebaut worden. Dabei wurde sie auch klanglich verändert. „Die Gambe-Register wurden damals geopfert und dafür eine Dreifach-Mixtur eingebaut. Das haben wir jetzt wieder rückgängig gemacht und die Orgel in den Urzustand zurückgesetzt“, erläutert Georg Schlötmann. Die Schimmel- und Staubbeseitigung bezeichnet er als noch nicht so dramatisch. Da in den 70er Jahren viele alte Pfeifen durch das Aufstecken von Weißblechringen verlängert wurden, haben die Orgelbauer diese Verlängerungen jetzt richtig fest auf die Pfeifen aufgelötet, um einen soliden Stand der Pfeifen zu erhalten.

Seit Beginn der Restaurierungsarbeiten im November haben die Orgelbauer der Firma Hammer-Orgelbau rund 350 Arbeitsstunden bis zur Fertigstellung des Instruments aufgewendet. Große Probleme habe es dabei aber nicht gegeben, meint der Firmenchef. Und noch jemand musste bei der Orgel Hand anlegen. Malermeister Ralf Lindemann aus Heyen verpasste dem Orgelprospekt einen neuen Anstrich. Dabei wurde allerdings vom Amt für Bau- und Kulturpflege die Lackfarbe in den alten Farbtönen vorgegeben, sodass die Orgel zumindest farblich nicht anders als vor Beginn der Restaurierung aussehen wird.

Etwa 18 400 Euro wird die Restaurierung bis zur Endabnahme durch die Kreiskantorin gekostet haben. 10 Prozent von der Gesamtsumme wird der Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder übernehmen, 30 Prozent die Landeskirche. Für die Restsumme musste die Kirchengemeinde Rühle-Dölme aufkommen.

Am Sonntag um 10 Uhr – beim Gottesdienst mit Konfirmandenvorstellung – wird der Rühler Organist Manfred Beismann der restaurierten Euler-Orgel wieder Töne wie vor 150 Jahren entlocken. Dabei könnte er sogar sehen, welche Pedale er treten muss, denn diese sind inzwischen beleuchtet. „Das ist heute wohl Standard“, meint Beismann, der seit 1968 auf der Orgelbank sitzt und auch ohne Pedalbeleuchtung weiß, wohin er treten muss, um Noten in die richtigen Töne umzuwandeln. Und die erklingen jetzt wieder weicher und runder – eben melodischer, aus den Holz- oder Blechpfeifen der altehrwürdigen Orgel. bor



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