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Warum die Flugwoche auf dem Segelflugplatz in Bremke international so beliebt ist

Wenn sich am Hang das Drahtseil spannt

Bremke (rbo). Die tief herunterhängenden Wolken lassen kein gutes Flugwetter erahnen. Erst gegen Mittag lässt sich an diesem Tag die Sonne blicken. Dann aber klart der Himmel unter den ersten Sonnenstrahlen schnell auf und entfacht Hektik unter den Segelfliegern.

veröffentlicht am 18.10.2010 um 19:14 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 11:21 Uhr

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Einige sind von weit her angereist. Manche haben ihre eigenen Flugzeuge mitgebracht. Andere werden die vereinseigenen Segelflugzeuge benutzen. Sie kommen aus Landau, Goslar, Helmstedt oder Nordholz. Die weiteste Anreise hatten die Piloten aus Belgien und der Schweiz. „Da ist man dann doch die eine oder andere Stunde unterwegs mit dem langen Anhänger und bei 80 Stundenkilometern“, sagt der Belgier Nick Redant.

Womit das Segelfliegen einst einmal begann, war der Gleitflug am Hang. In Bremke werden die Flugzeuge mit einer auf einem Lastkraftwagen installierten Winde gestartet. Windenfahrer ist heute Sven Brünig aus Hannover. Er erhält seine Anweisungen per Telefonstandleitung und reißt den Segelflieger schnell auf 200 bis 300 Meter Höhe. Dort wird das Drahtseil ausgeklinkt. Auf sich allein gestellt, versucht der Pilot dann Thermik oder Aufwinde zu finden. Dabei sind dem Piloten auch am Himmel kreisende Vögel ein guter Wegweiser.

Zum dritten Mal zur Hangflugwoche hat sich Günter Friesinger eingefunden. Der Fluglehrer aus Linkenheim bei Karlsruhe findet auf seinem Heimatflugplatz zu dieser Jahreszeit nicht mehr die optimalen Voraussetzungen zum Fliegen. Und die sind in Bremke weltweit einmalig, weiß Flugleiter Thorsten Rudolf. Deshalb findet auf dem kleinen Flugplatz (in der Fliegersprache „Segelflugplatz Hellenhagen“ genannt) seit zehn Jahren die sogenannte Hangflugwoche statt.

Das Besondere am Hangfliegen: Hils, Ith, Süntel, Wesergebirge, Wiehengebirge und Teutoburger Wald bilden eine 70 Kilometer lange Hügelkette. Allein die drei Flugplätze Bremke, Bisperode und Ithwiesen könnten 120 Flugzeuge in die Luft bringen, erklärt der Flugleiter weiter. Heute müssen die Segler Richtung Osten gestartet werden und tummeln sich nach Überwindung des Bergrückens auf der Ockensener Seite des Ith.

Wieder wird ein Segelflugzeug in Startposition geschoben. Diesmal der vereinseigene Segler mit der Bezeichnung D-02400. Am Steuerknüppel Barbara Lamm aus Hannover. Ihr Heimatflugplatz ist normalerweise Oppershausen bei Celle. Sie bekommt also von Fluglehrer Timo Stöven erst einmal eine Einweisung fürs Hangfliegen. Dabei erklärt er ihr unter anderem auch die „Vorfahrtsregel“ am Berg. Diese lautet: Wer mit dem linken Flügel am Berg fliegt, ist ausweichpflichtig.

Und dann geht es ganz schnell. Das Schleppkabel wird eingehängt und die Haube geschlossen. Dann folgt das O.K.-Zeichen des Piloten, das Drahtseil strafft sich, und innerhalb weniger Sekunden hängt der Flieger in der Luft.

Letzte Instruktionen: Barbara Lamm aus Hannover erhält Anweisungen für das Hangfliegen.



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