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Schule im Kälbertal feiert ihren 60. Geburtstages mit Musicalaufführungen

Wenn ein Schwein die Kinder beschert

Bodenwerder. „Herrlich dreckig. Ich glaube, das ist genau der richtige Beruf für mich!“ Vor allem auf die engen Kaminschächte freut sich das Schwein – in der ersten Aufführung mit viel Witz von der gar nicht dicken Aliya Noack dargestellt –, als es eine Jobanfrage als Aushilfsweihnachtsmann erhält. Im Anbau der Grundschule im Kälbertal ist an diesem Nachmittag kein Stuhl mehr frei, auch Stehplätze und selbst Plätzchen auf dem Fußboden sind sehr begehrt: Schließlich kommt gleich der „Schweinachtsmann“. Das reizende Mini-Musical rückt die Abenteuer des in seinem Aushilfsjob noch etwas unbeholfenen „Schweinachtsmanns“ und seines treuen Begleiters, des erfahrenen coolen Rentiers – bei der Premiere patent und keck verkörpert von Ann-Kristin Lewald – in den Mittelpunkt. Da muss das Rentier den neuen Gehilfen doch erst einmal durch den Kamin schubsen, ihn immer wieder von Pfefferkuchen und Plätzchentellern verscheuchen, damit alle Geschenke rechtzeitig zur Bescherung abgeliefert sind.

veröffentlicht am 15.12.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

Sabine Weiße
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Die beiden Musicalaufführungen waren das Highlight des vorweihnachtlichen Festes, zu dem die Grundschule Bodenwerder anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens eingeladen hatte. Um das muntere Musical einzustudieren, waren in der dem Schulfest vorangegangenen Projektwoche zwei klassen- und jahrgangsübergreifende Ggruppen gebildet worden: „Theater“ unter der Leitung von Astrid Dehn-Repschlaeger und Friedrich-Wilhelm Dornette sowie „Chor“ unter der Regie von Hendrik Rau. So komplettierte der Gesang eines großen Engels-Chores das abenteuerliche Geschenkeverteilen auf der Bühne. Und groß war die Freude beim „Schweinachtsmann“, als ihn das Rentier ein Jahr später fragte: „So einige Kinder haben dich lieb gewonnen: Bist du wieder beim Weihnachtsmann-Team dabei?“

Mit einem kurzen geschichtlichen Abriss unter dem Motto „Von der Volksschule zur offenen Ganztagsschule“ hatte Rektor Dornette das Schulfest eröffnet. Exakt auf der Grenze der ehemals selbstständigen Orte Bodenwerder und Kemnade gelegen, war am 18. Dezember 1954 die „Volksschule Bodenwerder-Kemnade“ eingeweiht worden. „Volksschule, das bedeutete damals: eine Schule mit dem Klassen 1 bis 8, ab 1962 bis Klasse 9, die dann zum Volksschulabschluss führte“, erinnerte Dornette. „Der Besuch einer Realschule oder gar eines Gymnasiums war damals längst nicht so selbstverständlich wie heute.“ Mit der Einrichtung der Orientierungsstufe und dem Bau des Schulzentrums auf der anderen Weserseite wurde 1977 aus der Volks- eine Grundschule mit den Klassen 1 bis 4. Von der Einführung der verlässlichen Grundschule im August 2000 über den Bau der Münchhausen-Turnhalle (2003) und die Umwandlung zur offenen Ganztagsschule zum Beginn des Schuljahres 2012/13 spannte Dornette den Bogen bis in die Gegenwart: Derzeit lernen hier 193 Schülerinnen und Schüler.

Bei einem Rundgang durch mehrere Klassenräume gab es zu bestaunen und vielfach auch zu kaufen, was während der Projekttage entstanden war: Weihnachtskarten, Lesezeichen und sogar handbemaltes Geschenkpapier, dekorierte Baumanhänger aus Gips, Salzteig, Glanzpapier, Vogelfutter-Plätzchen („nach Geheimrezept!“), Fensterbilder und Teelichter, gefilzter Weihnachtsschmuck und Räuchermännchen. Eine Herde wahrlich dicker Pappmaché-Schweine beobachtete das Kommen und Gehen; nebenan lasen bei Kerzenschein Nina und Phileas eine weihnachtliche Geschichte vor.

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Die beiden Musical-Aufführungen waren das Highlight des vorweihnachtlichen Festes der Grundschule Bodenwerder. Foto u.: Nina und Phileas lesen eine weihnachtliche Geschichte vor. saw (3)

Interessant die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema „Kindheit heute und vor 60 Jahren“: So gingen vor sechs Jahrzehnten ausnahmslos alle Kinder zu Fuß zur Schule, in Kasachstan hatten die Schulkinder viele Kilometer zu laufen. Vor allem auf dem Rückweg wurde unterwegs gespielt, bauten manche Kinder Steinfiguren am Wegesrand. Und die Schulranzen waren alle gleich: aus braunem Leder. Eher kahl waren die Klassenzimmer: Nichts Gebasteltes, keine Bilder zierten die Wände, sondern meist nur eine Landkarte.

Für Naschkatzen gab es beim Schulfest Grießpudding. „Gekocht nach einem Rezept aus einem Schulkochbuch von vor 60 Jahren“, wie Hella Lohrengel als Klassenlehrerin der 3a berichtet.



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