weather-image
10°

„Nitratbelastung nicht der Grund “ / Kooperation mit Stadtwerken Bad Pyrmont geplant

Wasserversorgung soll umgestellt werden

Ottenstein. Der Nitratgehalt im Trinkwasser auf der Ottensteiner Hochebene steigt durch Überdüngung der Böden seit Jahren kontinuierlich. Um dieses und weitere Versorgungsprobleme zu lösen, soll die Wasserversorgung auf der Hochebene umgestellt werden. Angedacht ist eine Kooperation mit den Stadtwerken Bad Pyrmont.

veröffentlicht am 28.04.2016 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 13:03 Uhr

270_008_7864532_bowe_102_Wasserversorgung_Otensteine_Hoc.jpg

Autor:

Ralph Arndt-Stricker
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wenn ein Dach undicht ist, muss es repariert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es nun geflickt wird, weil es regnet oder weil es hagelt. Wichtig ist lediglich, dass es hinterher im Haus trocken ist. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Trinkwasserversorgung auf der Ottensteiner Hochebene, wo der Nitratgehalt durch Überdüngung der Böden seit Jahren kontinuierlich steigt. Er liegt derzeit laut Messung des Wasserverbandes Ithbehörde/Weserbergland (WVIW) bei 43,7 mg/l und ist somit aktuell nicht mehr weit vom Grenzwert von 50 mg/l entfernt.

Diese Entwicklung beobachten die Hochebenenbewohner natürlich argwöhnisch, entnahmen ihrerseits Wasserproben und so entstand ein Konvolut von Messergebnissen. Da dieser Umstand nicht zwingend zur Beruhigung der Lage beitrug, entschloss sich Ottensteins Bürgermeister Manfred Weiner dazu, am Mittwochabend im Gasthaus Hahn in Ottenstein eine Bürgerversammlung abzuhalten. Trotz Champions-League-Übertragung blieb im großen Saal des Gasthauses kein Stuhl leer, doch an Spannung fehlte es auch in Ottenstein nicht. So erklärte der technische Leiter des WVIW, Andreas Hübel, gleich zu Beginn der Versammlung völlig überraschend, dass es geplant sei, die Wasserversorgung auf der Ottensteiner Hochebene umzustellen. Angedacht sei hierzu eine Kooperation mit den Stadtwerken Bad Pyrmont, die ihrerseits bereits die auf der Hochebene gelegenen Pyrmonter Bergdörfer mit Wasser versorgen. Doch der Grund für die Umstellung sei nicht etwa der steigende Nitratgehalt im Grundwasser, so Hübel, sondern die geologische Beschaffenheit der Hochebene und die daraus resultierende Position der dortigen Quellen, die nahe an der Oberfläche liegen. Aus diesem Grund sei das Trinkwasserangebot ohnehin eingeschränkt und in Trockenperioden sogar knapp. Zudem sei deshalb auch die Versorgung mit Löschwasser nicht vollständig gewährleistet und der Betrieb der Quellen über die Hochbehälter in Ottenstein und Lichtenhagen (betriebswirtschaftlich) aufwendig.

Als weiteren Grund für die geplante Neuorganisation der Trinkwasserversorgung nannte Hübel ferner die Notwendigkeit, dass die Weiterentwicklung der Gemeinde Ottenstein gewährleistet sein müsse. Doch zusätzlich zu den von Hübel angeführten Gründen entsteht en passant noch der Effekt, dass der Nitratgehalt bei der Versorgung durch die Stadtwerke Bad Pyrmont schlagartig halbiert würde. So bleibt es den Bewohnern der Hochebene selbst überlassen zu entscheiden, ob es nun geregnet oder doch eher gehagelt hat. Da es zudem aus verwaltungstechnischen Gründen wohl noch mindestens eineinhalb Jahre dauern dürfte, bis die neue Wasserversorgung der Hochebene aufgebaut ist, ging es den Rest des Abends in Ottenstein um Maßnahmen, wie kooperativ mit den Landwirten gewährleistet werden kann, dass der Grenzwert nicht überschritten wird. „Gemeinsam für gutes Wasser“, lautete daher das Thema des Vortrags von Dr. Hartmut Geries, der auch die schwierige Situation der Agronomen beleuchtete. Doch auch unter der Berücksichtigung von allen Parametern blieb dem Leiter des Ingenieurbüros am Ende nur die Feststellung: „Nitrat ist immer eine Sache der Landwirtschaft.“

2 Bilder
Ist das alte Wasserwerk bei Ottenstein bald entbehrlich?, hingegen sollen die Hochbehälter in Lichtenhagen in das Pyrmonter Netz eingebunden werden. Fotos: rar


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt