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Händler monieren Kundenmangel / Stadt versucht mit, „musikalischer Unterhaltung“ zu locken

Was wird mit dem Wochenmarkt?

BODENWERDER. Immer weniger Menschen kommen freitags in die Stadt, um auf dem Wochenmarkt einzukaufen, kritisieren die Händler. Manch einer fragt sich da schon, wie lange er den Weg nach Bodenwerder noch antreten wird.

veröffentlicht am 14.12.2018 um 18:15 Uhr
aktualisiert am 14.12.2018 um 20:46 Uhr

Freitagmittag kurz nach 12 Uhr sind nicht viele Kunden auf dem Markt anzutreffen. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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„Fragt man die Leute in Bodenwerder, ob sie den Wochenmarkt haben wollen, würden die meisten bestimmt ja sagen. Fragt man anschließend, wer von ihnen auf dem Wochenmarkt einkauft, sieht es anders aus.“ Ein Gleichnis dieser Art ist am Freitag öfter auf dem Markt zu hören. Es kommt von den Marktbesuchern, aber vor allem von den Händlern, die damit ihr Hauptproblem auf den Punkt bringen: Zu wenige Kunden. „Es ist immer weniger geworden hier in Bodenwerder“, heißt es von denen, die selbst schon seit vielen Jahren auf dem Wochenmarkt ihre Waren anbieten und die Entwicklung beobachtet haben, wie der Gewürzhändler Michael Noltemeyer. Auch am Stand gegenüber bei Gemüsehändler Achim Pook ist die Meinung klar: „Es müssen mehr Leute in die Stadt.“

Noch deutlicher drückt es Markus Sendker aus, der sein Obst und Gemüse am anderen Ende des Marktes verkauft: „Wir nehmen jede Woche Geld in die Hand, um hierherzukommen, und das kommt einfach nicht zurück. Unser Standplatz hängt davon ab, ob die guten Stammkunden da sind. Wenn nur zwei fehlen, lohnt sich das schon nicht mehr“, sagt Sendker und will, falls nötig, auch Konsequenzen aus dem Kundenmangel in Bodenwerder ziehen und seinen Stand auf dem Markt aufgeben.

„Wenn es noch weiter abwärts geht, dann muss man schauen“, sagt auch Volker Gebert vom Gärtnerei-Stand gegenüber und warnt: „Wenn es so weiter geht, dann stirbt der Markt genau wie die Stadt.“

Viele Marktbeschicker würden sich einfach schon ein besseres Pflaster in der Innenstadt wünschen. Ob das komplett neu gelegt wird oder schlicht der mittlere Gang verfugt wird, damit der steinige Boden nicht mehr so holprig ist, ist den Marktbeschickern dabei egal. Über das Hin und Her der Politik in der Pflaster-Debatte (wir berichteten) können die Händler auf dem Wochenmarkt nur den Kopf schütteln. Bei den Politikern sei man sich doch einig, dass etwas mit dem Pflaster passieren müsse, trotzdem passiere aber nichts.

Unter den Bodenwerderanern wurde derweil schon gemunkelt, dass der Wochenmarkt an einen anderen Ort verschoben werden könnte. Näher an den Münchhausenbrunnen etwa oder zum Mühlentorplatz. Dort, wo auch ältere Kunden besser über den Markt gehen könnten. Ausprobieren könnte man es zwar, aber „ich sehe keine Not, den Wochenmarkt woanders hinzulegen“, sagt Händler Sebastian Hanf von Schmitz Frischgeflügel. Allerdings findet auch er, dass der Wegstreifen zwischen den Ständen besser begehbar gemacht werden sollte.

Eine anstehende Standortverlegung des Marktes dementiert die Stadt auf Nachfrage. Doch man sei „mit den Marktbeschickern im Dialog“, bestätigt der stellvertretende Stadtdirektor Fred Burkert und bekundet die Absicht, dass die Stadt den Markt wieder mehr ins Bewusstsein der Bodenwerderaner rücken will. Das soll beispielsweise durch Begleitveranstaltungen passieren. Einen Flyer hat die Stadt dazu gestern an die Presse geschickt. Darin wird eine „musikalische Unterhaltung beim Wochenmarkt Bodenwerder“ angekündigt.

Dass die Stadt etwas tun will, begrüßt Blumenhändler Gebert, aber „ob es rechtzeitig kommt, ist die andere Frage“.


Am kommenden Freitag, 21. Dezember, so die Ankündigung der Stadt, wird Leierkastenspieler Robert Heger aus Polle die Besucher des Wochenmarktes ab 9 Uhr musikalisch unterhalten und die Kinder des städtischen Kindergartens präsentieren um 10 Uhr weihnachtliche Lieder. Auch zwischen den Feiertagen, am Freitag, 28. Dezember, wird der Markt stattfinden.



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