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Nach dem Tod des Vorsitzenden Günter Köhls soll es weitergehen

Was wird aus der Penzel-Akademie?

HEYEN. Der Name Günter Köhls tauchte in den vergangenen Jahren oft in unserer Zeitung auf. In Heyen war er untrennbar mit der Penzel-Akademie verbunden, dessen Vorsitzender und Eigentümer er war. Ende Oktober jedoch verstarb Köhls nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren. Die Frage, die viele in und rund um Heyen jetzt bewegen mag, ist, was aus Köhls Erbe wird – wie geht es weiter mit der Penzel-Akademie?

veröffentlicht am 14.11.2017 um 14:37 Uhr
aktualisiert am 14.11.2017 um 18:40 Uhr

Die Europäische Penzel-Akademie in Heyen – trotz einer organisatorischen Neuordnung soll es hier wie gehabt weitergehen. Foto: wfx
Maike Lina Schaper

Autor

Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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„Die Dinge befinden sich noch in der Entwicklung“, erklärt Matthias Wiemann, Mitarbeiter der Penzel-Akademie und Köhls Vertreter in der Vergangenheit gegenüber unserer Zeitung. Eine Nachfolge von Köhls werde zeitnah geregelt, sowohl was den Besitz der Penzel-Akdamie angeht als auch die Leitung. Wiemann rechnet damit, dass er zum Ende des Jahres genauere Auskünfte geben könne aber eines versichert er bereits jetzt – mit der Penzel-Akademie gehe es weiter. Es werde zwar eine organisatorische Neuordnung geben, aber nach außen bleibe alles, wie es ist.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Wiemann. Auch die Pläne seines früheren Chefs für ein Konfuzius-Institut, das Günter Köhls in Heyen sehen wollte, seien nicht gefährdet. Diese Institute, die entfernt vergleichbar mit den deutschen Goethe-Instituten sind, fördern Kenntnisse der chinesischen Kultur und Sprache im Ausland. Sie werden vom Büro für chinesische Sprachausbildung gemeinsam mit lokalen Partnern betrieben. Allerdings sei es ein langer Weg mit vielen Schritten, bis Heyen ein Konfizius-Institut bekäme, bremst Wiemann. Über die Beziehungen nach China sagt er: „Wir sind mit vielen chinesischen Unternehmen nach wie vor in gutem Kontakt. Wir versuchen, in China Fuß zu fassen, aber anders herum auch chinesische Partner über uns, die in unserer Region im Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) aktiv werden möchten.

Die Person Willy Penzel

Willy Penzel
  • Willy Penzel

Wie Günter Köhls in seinem Buch „So hilft mir die Akupunkt-Massage nach Penzel“ schreibt, begann die Geschichte von Willy Penzel und der Akupunkt-Massage in den 1950erJahren. Penzel sei in einem Zug unterwegs gewesen, um seine Frau im Krankenhaus zu besuchen, in welches sie mit einer Leberzirrhose eingeliefert worden sei. Die Ärzte hätten nur wenig Aussicht auf Behandlungserfolg gegeben, ist in dem Buch von Köhls zu lesen. Der Schiffbauingenieur Penzel blätterte jedoch in dem Zug in einem Magazin, in dem er auf einen Fachartikel von Prof. Dr. Joachim Puttkammer zur „Organbeeinflussung durch Massage“ stieß. Dieser Beitrag habe Penzels Leben verändert, heißt es bei Köhls. Denn durch diesen Artikel inspiriert, habe Penzel begonnen, sich mit alternativen Heilmethoden zu befassen, die möglicherweise seiner Frau helfen konnten. Er habe sie an bestimmten Stellen massiert, die in Beziehung zur Leber stünden und tatsächlich habe sich der Zustand von Penzels Frau gebessert. Sie habe ihren Mann schließlich sogar um vier Jahre überlebt. Mit 39 Jahren habe Penzel sich zum Masseur und medizinischen Bademeister ausbilden lassen und sich weiter mit der Thematik beschäftigt. Seit 1971 wird die APM nach Penzel in Heyen unterrichtet.

Information

Köhls und die Penzel-Akademie

Bereits seit den 70er Jahren beschäftigte sich Köhls mit der Akupunkt-Massage (APM) nach Penzel. Nach dem Tod von Willy Penzel trat Köhls 1985 dessen Nachfolge als Leiter des APM-Lehrinstituts an, das seit 2007 als Europäische Penzel-Akademie firmiert. Seit 1999 war Köhls Inhaber des APM-Gesundheitszentrums in Heyen. Die „Hubei University of Chinese Medicine“ im chinesischen Wuhan ernannte ihn zum Honorar-Professor. Im Rahmen einer Feierstunde 2015 bekam Köhls seine Berufungsurkunde überreicht. Gleichzeitig unterschrieb die Europäische Penzel-Akademie im beschaulichen knapp 500 Einwohner starken Heyen einen Kooperationsvertrag mit der Hubei-Universität in der Acht-Millionen-Metropole Wuhan. Die Europäische Penzel-Akademie wurde damit zur ersten privaten akademischen Lehreinrichtung der Hubei TCM-Universität in Europa ernannt. Der Kooperationsvertrag zwischen der Penzel-Akademie und der Hubei-Universität sollte die Freundschaft zwischen beiden Staaten stärken und zur Förderung des TCM-kulturellen Austausches zwischen China und Deutschland beitragen, wie im Vertrag festgehalten ist.

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