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Bodenwerder wird bunt: Street-Art-Aktivistin will noch mehr Mitstreiter motivieren

Was ist eigentlich Strickgraffiti?

Bodenwerder. „Wir brauchen Sie, jeden Einzelnen von Ihnen.“ Street-Art-Aktivistin Mansha Friedrich aus Hannover lässt ihren Blick durch das Mühlencafé in Buchhagen schweifen und lächelt. Gut 30, meist strick- und häkelfreudige Damen, sind zum Strickgraffiti-Impulstreffen nach Buchhagen gekommen. Ein vielversprechender Anfang. „In ihrer kleinen Münchhausenstadt werden wir gemeinsam etwas Charmantes, ganz Spezielles entwickeln können.“ Wichtig sei, die Begeisterung für das Projekt „Bodenwerder wird bunt“ weiter zu tragen, Mitmenschen zu infizieren. In Bodenwerder, aber auch den umliegenden Orten. Nun neigt sich die erste „Inkubationszeit“ dem Ende: Mansha Friedrich, die Stadt Bodenwerder und die Kulturmühle als Veranstalter haben alle vom Strick-, Häkel- und Mitmach-Virus-Infizierten zum nächsten Treffen für Dienstag, 8. März, 19 Uhr in die Kulturmühle eingeladen. An diesem Abend wird es darum gehen, Farbe zu bekennen, und auch Art und Umfang der gewünschten Mitwirkung grob anzumelden – um dann in Kürze der Handarbeitslust freien Lauf zu lassen.

veröffentlicht am 01.03.2016 um 16:16 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

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Autor:

Sabine Weiße
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Wollreste aus der

Schublade kommen nicht infrage

Das wird deutlich beim Impulstreffen: Auch wenn Schwarmkunst-Projekte viel mit Kreativität, Spontaneität, mit Lust und Laune zu tun haben, sind eine gute Prise Organisation und gewisse Vorgaben sinnvoll. So zeigt Mansha Friedrich Bilder einer früher realisierten Installation in der Lutherstadt Wittenberg, von der Kröpcke-Uhr in Hannover, natürlich der verhüllten Kirchenkuppel von St. Clement in Hannover, von Pompon-Kunst an Bäumen vor dem Capitol in Washington, von umhäkelten Brückengeländern und Bus-Oldtimers im Strick-Schick, von Wollkunst in Kanada, Amerika und Kalkutta. Um dann den Blick aus der großen weiten Welt wieder auf „unser Bodenwerder“ zu lenken und zu fokussieren. „Damit die Kunst wirkt, sollten wir sie an einem zentralen Ort bündeln.“ Ihre Idee: Der Münchhausen-Brunnen mit den beweglichen Figuren sei ein geeignetes Objekt, dazu die von Efeu malerisch umwachsenen Metallbögen, die Bänke rund um den Brunnen, die Stämme der Linden in der Fußgängerzone – hier könnte aus Häkelblumen und Strickschläuchen etwas einmalig Schönes entstehen. Und Platz für einen umhäkelten Drahtesel – eine Idee, die ganz spontan mehrere Freundinnen in der Runde findet – wäre hier auch. Als Vertreterin der Kindertagesstätte am Ahornweg meldet Marie-Luise Lages: „Wir basteln Pompons. Im Internet habe ich sogar Anleitungen für Pompons in Herzform entdeckt.“ Und auch Ilona Glenewinkel ist überzeugt, dass sie im internationalen Kontakttreff Mitstreiterinnen für die bunte Idee gewonnen hat. Eine klare Absage erteilt Mansha Friedrich übrigens dem zunächst sinnvoll erscheinenden Gedanken, die Wollreste aus Schubladen und Kartons für dieses Projekt zu verarbeiten. „Ganz klar: Nein! Im Interesse einer gewissen Wetter-, Licht- und Temperaturbeständigkeit und eines als Gesamtkunstwerk erkennbaren Stils werden wir Acrylwolle verwenden.“ Ist die Größe des Teilnehmerkreises überschaubar, wird die Wolle zentral eingekauft und dann an alle Fleißarbeiterinnen und -arbeiter verteilt. Nur dieses Vorgehen, so die erfahrene Aktivistin, garantiere die erwünschte Buntheit. Eine Spezies Schubladen-Schätzchen allerdings könne auf ein zweites Leben hoffen: das Häkeldeckchen. Mehrere dieser nostalgisch anmutenden Deckchen miteinander verwoben, kann eine reizvoll-filigrane Hülle für ein außergewöhnliches Objekt ergeben. Gern mitgebracht werden sollten am 8. März auch Anleitungen, etwa für Häkelblumen. Je nachdem, wie groß die Runde an diesem Abend ist, wird der Umfang des Schwarmkunst-Projektes festgelegt.

„Lassen Sie uns viele Menschen mitnehmen auf diesen spannenden Weg zum gemeinsam geschaffenen Kunstobjekt.“ Das Projekt soll dem 20. Pflastermaler-Wettbewerb, der Anfang September stattfindet, das I-Tüpfelchen aufsetzen. Vor allem aber soll es Bürgern und Gästen einen neuen, ungewohnten, von Sympathie erfüllten Blick auf die Münchhausenstadt ermöglichen. Und der Handarbeitsfraktion wird selbstverständlich – ein entsprechendes Ergebnis vorausgesetzt – auch eine gehörige Portion Stolz zugestanden. Also: Ran an die Nadeln – damit Bodenwerder kunterbunt wird.



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