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Schuhgeschäft eröffnet / Weitere Läden bleiben auf der Wunschliste

Was braucht die Innenstadt?

BODENWERDER. Endlich wieder gute Nachrichten für alle Freunde von Bodenwerders Fußgängerzone – Am Wochenende hat ein neues Geschäft eröffnet. Bei „Tragbar – Schuhe und mehr“ können sich die Bodenwerderaner nun lokal eindecken. Der Laden füllt eine Lücke auf, denn ein Schuhgeschäft gab es zuvor nicht mehr. Einst bestehende Läden hatten bereits dicht gemacht. Für die Inhaberin, die Klein Berkelerin Laura Stahmann, war die Entscheidung, ihr Geschäft in Bodenwerder zu eröffnen, ganz klar: „Hier hat man den Eindruck, man kann etwas beleben“, sagt Stahmann. Hameln käme für sie nicht infrage. Und warum gerade Schuhe? „Weil jeder Schuhe braucht“, antwortet die 23-Jährige pragmatisch. Auf ihre Landeneröffnung habe sie bereits im Vorfeld viel positive Resonanz bekommen. Das stimme sie optimistisch für eine Zukunft in der Münchhausenstadt.

veröffentlicht am 24.09.2017 um 16:58 Uhr
aktualisiert am 25.09.2017 um 18:50 Uhr

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Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Aber ist eine Neueröffnung für die ansonsten an Geschäften recht ausgedünnte Fußgängerzone schon eine Rettung? Und was braucht die Innenstadt eigentlich? Nach Ansicht von Stadtdirektorin Tanya Warnecke bräuchte es für eine attraktive Belebung der Innenstadt nicht unbedingt nur neue Einzelhandelsgeschäfte. Auch Dienstleistungsunternehmen und andere Einrichtungen könnte sich Warnecke dort vorstellen: „Es gibt auch andere Projekte, die Leben in die Stadt bringen.“ Das Schuhgeschäft zumindest wertet die Stadtdirektorin als gutes Zeichen. „Ich freue mich über das Schuhgeschäft“, sagt Warnecke.

„So wie Tanya Warnecke können wir uns das auch vorstellen“, sagt Michael Reich, Pressesprecher von „Unser Bodenwerder“, dem unter anderem mehrere Unternehmer aus der Fußgängerzone angeschlossen sind. Zwar seien Dienstleier keine Kunden-Magneten, sie würden allerdings dabei helfen, den Leerstand zu beseitigen, und sorgten für einen guten Mix in der Innenstadt, meint Reich. „Jedes Geschäft und jeder, der sich traut, hier etwas zu machen, hilft der Innenstadt, am Leben zu bleiben.“

Zu der Frage, was Bodenwerders Innenstadt braucht, fällt Reich auch noch einiges mehr ein. „Kostenloses Parken würde der Innenstadt und den Geschäften helfen“, sagt Reich. „Außerdem wäre es schön, wenn wieder alle Geschäfte in der Innenstadt regelmäßig von Montag bis Freitag geöffnet hätten. Aber vielleicht muss erst wieder mehr Leben vor Ort sein, um durchgehende Geschäftsöffnungen zu bekommen“, grübelt Reich. Ein weiterer Wunsch von ihm: Ein Feinkostgeschäft, das Kunden anlocken würde.

Das Angebot in Bodenwerders Innenstadt ist durch Geschäftsschließungen ausgedünnt, der Leerstand unübersehbar. Laura Stahmann steht diesem Trend entgegen. Die 23-Jährige hat ein Schuhgeschäft in der Innenstadt eröffnet. Fotos: WFX/ms
  • Das Angebot in Bodenwerders Innenstadt ist durch Geschäftsschließungen ausgedünnt, der Leerstand unübersehbar. Laura Stahmann steht diesem Trend entgegen. Die 23-Jährige hat ein Schuhgeschäft in der Innenstadt eröffnet. Fotos: WFX/ms

In Richtung kleinerer, speziell ausgerichteter Läden denkt auch Steffen Tarras. Der Stiefvater von Schuhgeschäftsinhaberin Laura Stahmann greift ihr bei der Geschäftseröffnung unter die Arme. Sein spontaner Einfall, was Bodenwerders Fußgängerzone braucht: „Einen Herrenausstatter.“ Abgesehen von diesem konkreten Wunsch findet Tarras, dass Bodenwerder die Chance habe, sich mit kleinen, individuell geführten Geschäften von anderen Städten abzuheben. „Dann finden die Kunden nicht überall das Gleiche vor“, meint Tarras. „Das ist etwas, dass eine Innenstadt ausmacht.“

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