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Das Warten auf den Bedarfsplan für die Samtgemeinde – noch läuft die Analyse

Was brauchen die Feuerwehren?

Bodenwerder/Polle. In den regionalen Feuerwehrkreisen ist es wohl das Wort des Jahres 2014: Brandschutzbedarfsplan. Verbunden mit einer umfangreichen Datenerhebung, bescherte er insbesondere den Ortsbrandmeistern im Bereich der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle zahlreiche zusätzliche Dienststunden am Computer. Hin und wieder wird – eher inoffiziell, eher in politischen Kreisen – darüber sinniert, ob die von einem externen Fachbüro zu erstellende Bedarfsanalyse bindenden oder eher empfehlenden Charakter hat. Manchem Kommunalpolitiker schwant, dass die Umsetzung des für 20 000 Euro in Auftrag gegebenen Bedarfsplanes mit Investitionen und Folgekosten in nicht unerheblichen Dimensionen verbunden sein wird. Für Gemeindebrandmeister Andreas Damrau indes stellt sich diese Frage nicht: „Wichtig für uns als Feuerwehr ist, dass diese Planung auch durch die politischen Gremien verabschiedet wird. Denn der Brandschutzbedarfsplan ist die objektive und fachliche Grundlage für zukünftige Entscheidungen und Beschaffungen – und nicht die Wunschliste der Feuerwehr“, so der „erste Mann“ der Brandschützer in der Samtgemeinde Bodenwerder/Polle. Dieses Statement platzieren er oder seine Stellvertreter Hans-Albert Lange, Thomas Schulze und Andreas Dörre in diesen Wochen auf jeder Hauptversammlung der aktuell 26 Ortsfeuerwehren, wo sich – zumindest meistens – auch Vertreter aus Politik und Verwaltung einen Eindruck vom Leistungsstand der jeweiligen Wehr verschaffen. Damrau: „Der Brandschutzbedarfsplan gibt allen Beteiligten Planungssicherheit: Wir wissen, mit welchem Einsatzmittel wir planen können. Und die Politik weiß, welche Kosten auf die Samtgemeinde zukommen.“ Noch sei die Bedarfsanalyse nicht abgeschlossen, ein erster Teilentwurf werde in Kürze einer Arbeitsgruppe bestehend aus Verwaltung, Politik und Feuerwehrführung vorgestellt. Annähernd 750 000 Euro investierte die Samtgemeinde 2014 in das Feuerschutzwesen. Zu den größeren Posten zählt die Anschaffung eines Hilfeleistungsfahrzeuges (HLF) für die Wehr Bodenwerder, der Umbau eines LF 8 für Hehlen sowie der Erwerb eines Wassersaugers, eines Hochleistungslüfters, der Ankauf von fünf Atemschutzgeräten und eines Mannschaftstransporters für die Gemeindefeuerwehr. „Seit dem 1. Dezember 2014 funken sämtliche Fahrzeuge der Samtgemeinde digital“, so Damrau in seiner Bilanz. Die Einführung der digitalen Kommunikation war mit Investitionen in Höhe von rund 90 000 Euro verbunden: für die Anschaffung der Endgeräte und den Einbau in die Fahrzeuge sowie die Umrüstung der Sirenen. Die Schulung der Sprechfunker ist angelaufen und wird fortgesetzt. Auf nahezu gleichbleibendem Niveau bewegt sich der Mitgliederstand: Zum Stichtag 31. Dezember 2014 leisteten in der Samtgemeinde 768 Männer und Frauen aktiven Feuerwehrdienst (fünf weniger als im Vorjahr). Die Altersabteilungen vereinen 179 Feuerwehrmänner (minus fünf), 96 Musikerinnen und Musiker (minus sieben) zählen die Feuerwehrkapellen. Mit 133 Jungen und Mädchen leisten 28 weniger als im Vorjahr Dienst in den neun Jugendfeuerwehren der Samtgemeinde; ein Plus von zehn Kindern ist in den vier Kinderfeuerwehren zu verzeichnen, wo 59 Jungen und Mädchen spielerisch an das ernste Thema herangeführt werden. Mit 28 Teilnehmern aus dreizehn Wehren beginnt in Kürze ein Truppmann-1-Grundlehrgang.

veröffentlicht am 12.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Sabine Weiße
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Zu exakt 100 Einsätzen wurden die Wehren gerufen: 30 Brände, 59 Hilfeleistungen sowie elf blinde Alarme. Dank kurzer Ausrückezeiten blieb es überwiegend bei Entstehungs- und Kleinbränden. Herausragende Bedeutung hatte die Brandbekämpfung einer in Flammen stehenden Waldhütte bei Lichtenhagen, zu der sämtliche Tanklöschfahrzeuge der Samtgemeinde alarmiert wurden. Die Wohnhausbrände in Bodenwerder und Daspe (mit Drehleiter aus Hameln) sowie die Explosion in einem Schweinestall in Hohe stachen ebenfalls heraus. Bei den Hilfeleistungen entwickelte sich die Wasserrettung zu einem Schwerpunkt. So wurden die Retter zu einem gekenterten Ruderboot bei Polle gerufen, außerdem zur Vermisstensuche, die mit dem Auffinden einer leblosen Person bei Brevörde endete. Das „volle Programm“ an Hilfskräften inklusive THW, Kran und großer Ölsperre musste aufgefahren werden, um ein landwirtschaftliches Gespann aus seiner misslichen Lage – nämlich teils auf der Poller Fähre, teils in der Weser – befreien zu können. „Dabei hat sich gezeigt, dass die Stationierung eines weiteren Feuerwehrbootes im Bereich Grave/Polle/Heinsen sinnvoll wäre, um die vorgegebenen Einsatzzeiten erreichen zu können. Warten wir den Brandschutzbedarfsplan ab“, so Damrau.

Gemeindebrandmeister Andreas Damrau: „Der Brandschutzbedarfsplan ist die objektive Grundlage für zukünftige Entscheidungen und Beschaffungen.“ saw



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