weather-image
22°

Die Gebrauchsanleitung zum Wahlergebnis

Warum ist der drin?

veröffentlicht am 14.09.2016 um 18:23 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:28 Uhr

270_0900_13592_wahl106_Rathaus_Wal_1209.jpg

Autor:

Birte Hansen und Michael Zimmermann
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das Hare/Niemeyer-Verfahren, das zurzeit in Niedersachsen bei Kommunalwahlen angewandt wird, erfolgt in zwei oder drei Stufen. Da es bei der Samtgemeindewahl nur einen Wahlbereich gibt, müssen hier nur zwei Rechenschritte erfolgen. Als Basis werden alle Stimmen benötigt, die überhaupt in der Samtgemeinde abgegeben wurden: 22 506.

Erster Schritt: Es wird errechnet, welcher Partei (oder Gruppierung oder Einzelbewerber) wie viele Sitze zugeordnet werden. Insgesamt wurden für den Samtgemeinderat 30 Sitze vergeben. Die SPD erhielt zum Beispiel 8756 von den 22 506 Gesamtstimmen. Nun lautet die Formel, nach der die Sitze berechnet werden:

Gültige Stimmen für den Wahlvorschlag mal Anzahl der zu vergebenden Sitze geteilt durch die Anzahl aller gültigen Stimmen. Im Fall der SPD: 8756 x30 / 22 506 = 11,67.

2 Bilder

Jeder sogenannte „Wahlvorschlagsträger“ (in diesem Fall also die SPD) erhält so viele Sitze, wie ganze Zahlen nach dieser Proportionalzahl auf ihn entfallen, also 11. Auf diese Weise – also nur das, was vor dem Komma steht – werden zunächst alle Sitze auf die Parteien/Gruppierungen/Einzelkandidaten verteilt. Danach bleiben in der Regel noch Sitze übrig, sodass der Blick auch auf die Stellen nach dem Komma fällt. Wer hier den höchsten Wert hat, erhält einen weiteren Sitz. So kommt die SPD mit ihrer „11,67“ auf den zwölften Sitz. Zum Vergleich: Der Wert für die Wählerliste UWG liegt bei 1,01, die CDU kommt auf 12,09, die Grünen erreichen 3,53 und die FDP 1,68 – und erhält damit zwei Sitze.

Sehr selten passiert es laut Thomas Haß vom Landkreis Hameln-Pyrmont, dass Kandidaten oder Parteien auch bei drei oder vier Stellen nach dem Komma „pari“ sind, sodass das Los entscheiden muss. Zweiter Schritt: Im zweiten Schritt wird berechnet, wie viele der Sitze über die Listenwahl vergeben werden und wie viele über die Personenwahl. Was das bedeuten kann, zeigt Tobias-Kai Schäfer. Auf Platz 18 der Liste liegend, ist er mit seinen 265 Personenstimmen gewählt.

Kornelia Jäger (auf Platz vier der Liste) hat nur 177 Stimmen – zieht aber in den Samtgemeinderat ein –, während Uwe Meyer (auf Platz neun der Liste) 214 Stimmen hat und außen vor bleibt.

Bei den Bewerbern wurden mehr Kreuzchen gemacht als bei der Liste, konkret: 1 726 Kreuze wurden bei „Liste SPD“ gemacht und 7030 auf die 23 Bewerber verteilt.

Die Rechnung geht folgendermaßen: Gesamtzahl der Personenstimmen mal Anzahl der zu vergebenden Sitze geteilt durch die Anzahl aller gültigen Stimmen für die SPD. Im diesem Fall also: 7030 x12 / 8756= 9,63.

Die zehn Bewerber mit den meisten Stimmen ziehen damit über die Personenwahl ein. Die beiden Bewerber, die in Einzelstimmen nicht unter den ersten Zehn sind, nämlich Kornelia Jäger (Platz 4) und Rudolf Hansmann (Platz 6), werden dann in ihrer Reihenfolge auf der Liste berücksichtigt.

Insgesamt sind in der Samtgemeinde über die Listen 4283 Stimmen gezählt worden, 18 223 über die Personenwahlen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?