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Eine mistige Angelegenheit

Warum der Nabu Fledermaus-Kot sammelt

GRAVE. Am Samstag ist es wieder soweit – es gibt Fledermaus-Mist. Einmal im Jahr fegt der Nabu die Kotkrümel des Großen Mausohres auf dem Dachboden der Graver Kirche zusammen und wer mag, der kann etwas davon abbekommen. Gartenfreunde schätzen die Hinterlassenschaften der Fledermäuse – den sogenannten Fledermaus-Guano – besonders wegen seines hohen Stickstoffgehalts (zirka 5,5 Prozent) als Düngemittel.

veröffentlicht am 24.02.2017 um 19:35 Uhr

Die Hinterlassenschaften von Fledermäusen sind für manche sehr wertvoll. Foto: moid/Pixabay
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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„Einige schwören besonders beim Düngen von Tomaten darauf, ich nehme es für Zimmerpflanzen“, sagt Imke Meyer, die Leiterin der Arbeitsgruppe Fledermausschutz.

Gerade die Graver Kirche ist besonders beliebt bei den Großen Mausohren. Im Sommer hängen Hunderte Weibchen mit ihren Jungen zwischen dem Gebälk. Im vergangenen Sommer waren es allerdings relativ wenige im Vergleich zu den Vorjahren. Der Nabu geht von 652 erwachsenen Großen Mausohren für das Jahr 2016 aus. 2012 waren es noch 1342. Die Zahl der Fledermäuse ist abhängig von der Jungensterblichkeit, dem Wetter und dem Nahrungsangebot.

Neben der Kirche in Grave gibt es noch zwei weitere große Fledermaus-Wochenstuben im Landkreis Holzminden: die Kirche in Meinbrexen (zirka 2000 ausgewachsene Tiere) und das Schloss in Hehlen (zirka 1700 ausgewachsene Tiere). Die drei Quartiere sind die größten Wochenstuben der Großen Mausohren in Niedersachsen. Die Männchen hingegen sind Einzelgänger. Jetzt im Winter sind von den Großen Mausohren in Grave nur ihre Hinterlassenschaften zu sehen. Ideal also zur „Ernte“ des Guanos, ohne die Fledermäuse zu stören. Diese haben jetzt ihr Winterquartier bezogen. Besonders lauschig finden sie es um diese Jahreszeit zum Beispiel in Höhlen oder in den Felsspalten entlang der Weser.

Für die Sammlung des Guanos müssen die Mitglieder des Nabu Holzminden ausreichend Sinn für Balance mitbringen. Denn der Dachstuhl der Kirche ist nur noch bedingt tragfähig. Das Auffegen des Fledermaus-Mistes geht nur von den Balken aus, die sich längs und quer über den Dachboden spannen. Der Schutz der Balken ist ein weiterer Vorteil der Reinigungsaktion der Fledermausschützer.

„In einer Saison hinterlassen die Großen Mausohren etwa 250 bis 500 Liter Kot“, sagt Meyer. Je nachdem, wie viele Fledermäuse den Sommer in der Kirche verbracht haben. Wer die krümeligen Häufchen genauer betrachtet, findet schnell noch einzelne Überbleibsel von Insekten – Flügel, dünne Beinchen oder Reste des Chitin-Panzers. Die Großen Mausohren jagen am liebsten in Wäldern dicht über dem Boden nach flugunfähigen Käfern. Ihre Beute hören sie am Rascheln im Laub. Etwa im April werden die Mausohren wieder auf dem Dachboden der Graver Kirche einziehen. Fledermäuse sind standorttreue Tiere. Ab August verlassen sie ihr Sommerquartier dann wieder und hinterlassen ihren Kot für Gartenfreunde.

Den Fledermaus-Guano gibt es am Sonnabend, 25. Februar, zwischen 10 und 11 Uhr. Wer mit einem Eimer oder Beutel zur Kirche in Grave kommt, erhält gegen eine kleine Spende den wertvollen Guano sowie Tipps zu dessen Verwendung. Weitere Infos zum Thema gibt es unter 05533/93139.



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