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Pensionierter Soldat baut Oldtimer-Motorräder für Wettkämpfe zusammen

Von Hehlen auf die Rennstrecke

Bodenwerder/Hehlen. Öl, Schrauben und ein bisschen Rost: Das sind die Elemente, die Karl-Ernst Schüneman zum Genießen braucht. Der gebürtige Hallenser ließ sich vor kurzem wieder in seiner Heimatregion nieder, in Bodenwerder. Der Liebe wegen. Hier frönt er unabdinglich zudem seiner zweiten großen Liebe: Oldtimer-Motorräder. 40 Jahre ist dabei sozusagen das Mindestalter der Fahrzeuge. Zehn davon besitzt er selbst. Mittlerweile repariert und baut er aber auch etliche für seine Kunden. In Hehlen hat er eine Werkstatt.

veröffentlicht am 22.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:21 Uhr

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„Wir haben uns hier nach einem geeigneten Haus umgeschaut, in dem ich mir den Traum von einer eigenen kleinen Werkstatt verwirklichen kann“, sagt er. Der pensionierte Soldat war schon als Kind fasziniert von Geschwindigkeit. Sein erster Erfolg auf einer Rennstrecke: der erste Platz bei einem Seifenkistenrennen 1961. Der Gewinn: ein nagelneues Fahrrad.

Heute geht es um Pokale, Medaillen und den Spaß. „Wir sind in der Saison auf etwa 30 Veranstaltungen unterwegs“, erzählt Schüneman. Die Motorräder sind die gleichen, die ihn schon als Jugendlichen begeistert haben. Allesamt aus den 60er und 70er Jahren. „Damals fanden wir die toll, konnten uns aber so eine Maschine nie leisten“, erinnert sich der 66-Jährige. Die Begeisterung für die alten Räder blieb immer bestehen. Wenn es nach ihm geht, sollte an einem schönen Motorrad nichts blitzen und blinken, denn „das ist richtig aufdringlich“. Wenn er etwas frisch lackiert bekommt, schrubbe er deshalb an der Farbe, bis sie stumpf ist und aussieht „als ob sie schon 20 Jahre lang mit einem Lappen drübergeputzt wurde“.

Mit so einem Motorrad kann man sich dann auch bei den Oldtimer-Rennen sehen lassen, an denen Schüneman teilnimmt. Dabei geht es in der Regel nicht darum, wer zuerst im Ziel ist, sondern „darum, wer am gleichmäßigsten seine Runden fährt. „Man muss versuchen, die Strecke immer in der gleichen Zeit zurückzulegen“, erklärt er. Nicht, dass man mit 50 rumzuckeln würde. „Je schneller man fährt, desto gleichmäßiger ist es meist auch. Im Schnitt fährt man 100 Stundenkilometer, 180 sind aber auch möglich.“ Bei Bergrennen sei das etwas anderes. Da gewinnt, wer die kürzeste Zeit brauchte, um das Ziel hoch oben zu erreichen.

Ein besonderes Training für die teilweise etliche Stunden dauernden Fahrten durch manchmal unwegsames Gelände mache er nicht. Irgendwie scheint ihn allein die Begeisterung und Hingabe, die er in der Werkstatt aufbringt, auf Trab zu halten. Allerdings muss er eingestehen, dass ein Motorradrennen auf modernen Maschinen in seinem Alter vermutlich nicht mehr zu machen wäre.

Im Winter schraubt er täglich mehrere Stunden an einem Zweirad-Oldtimer. Monate bringt er mit einem Motorrad zu. Das Geld, das er damit verdient, reiche aber gerade mal aus, um die eigene Fahrerei zu zahlen, denn häufig sind die Strecken weit entfernt. In Ungarn, Österreich und Frankreich ist der Pensionär schon gefahren. Selbst Unfälle bringen ihn nicht von seinem Hobby ab. „1984 hatte ich einen schweren Unfall und habe mich danach auf die Restaurierung von alten Autos konzentriert. Erst 2005 habe ich wieder mit Motorrädern angefangen.“

Dazwischen hatte er schon im Allgäu eine Motorradschmiede. „Eigentlich basteln viele Oldtimer-Fahrer selbst an ihren Fahrzeugen, aber nicht jeder hat so gute Möglichkeiten, wie ich hier in meiner Werkstatt“, so der Rennfahrer.jmr

Laut und dreckig geht es zu bei den Rennen durch Kies und Erde. Karl-Ernst Schüneman ist immer mittendrin bei den Oldtimer-Rennen.Privat



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