weather-image
13°
Ex-TV-Richterin Barabara Salesch zu Gast bei den Landfrauen in Buchhagen

Von der Liebe zu den Anfängen

BUCHHAGEN. Neuanfänge – passender als mit diesem einen Wort lässt sich der Kreislandfrauentag 2018, der auch gleichzeitig das 70-jährige Bestehen des Kreisverbands der Landfrauen Holzminden markierte, nicht umschreiben. Auch nicht von der Referentin: Der Vrstand der Kreislandfrauen Holzminden hatte die ehemalige Fernsehrichterin Barbara Salesch in die Mittendorf Gastronomie eingeladen, um vor über 320 Frauen und gerade einmal etwas über einer Handvoll geladener Männer ihr Buch „Ich liebe die Anfänge! Von der Lust auf Veränderung“ vorzustellen.

veröffentlicht am 15.04.2018 um 13:59 Uhr
aktualisiert am 15.04.2018 um 20:30 Uhr

Die neue Kreisvorsitzende Marion Becker (re.) überreicht Barbara Salesch zum Dank das Landfrauenparfum LaDu. Foto: sbr
59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Übrigens: Ihr Erstlingswerk wird ein Einzelkind bleiben. „Ich schreibe kein Zweites, denn locker und leicht zu schreiben, ist harte Arbeit“, versichert die Juristin.

Wie ein roter Faden zogen sich die Neuanfänge durch das Programm. Schon zur Begrüßung wurde deutlich: Hier steht mit Klindworth die langjährige, aber nicht mehr amtierende Kreisvorsitzende auf der Bühne, die das große Publikum nutzte, um ihrer vor vier Wochen ins Amt gewählten Nachfolgerin Marion Becker nun im großen Kreis das Zepter in die Hand zu geben. „Toll, dass wir wieder einmal eine Vollerwerbslandwirtin an der Spitze haben“, unterstreicht die nun ehemalige Vorsitzende, die in der Kindergartenleitung tätig ist.

Auch die Reformation vor 500 Jahren war ein Neuanfang. Der Gospelchor „World of Music“ aus Förste bei Alfeld griff unter anderem die Geburtsstunde der evangelischen Kirche musikalisch in seinem breiten Repertoire auf, das den musikalischen Rahmen der Veranstaltung bildete.

Unterhaltsam und sympathisch: Barbara Salesch stellte ihr Buch „Ich liebe die Anfänge! Von der Lust auf Veränderung“ in Buchhagen vor. Früher hatte sie einmal blonde Haare, erzählt Ex-TV-Richterin bei den Landfrauen in der Gastronomie Mittendorf in B
  • Unterhaltsam und sympathisch: Barbara Salesch stellte ihr Buch „Ich liebe die Anfänge! Von der Lust auf Veränderung“ in Buchhagen vor. Früher hatte sie einmal blonde Haare, erzählt Ex-TV-Richterin bei den Landfrauen in der Gastronomie Mittendorf in Buchhagen. foto: sbr

Neuanfänge beschrieb auch die amtierende Chefin der Landfrauen in (Süd)Niedersachsen, Heike Schnepel. Gemeinsam mit ihrer Amtskollegin Christiane Buck, die den Norden Niedersachsens im Landesvorstand repräsentiert, vertritt sie bis zu den Neuwahlen im Sommer Barbara Otte-Kinast, die mit ihrer Ernennung zur Niedersächsischen Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz den Landesvorsitz abgab. Überall in Niedersachsen schließen sich junge Landfrauen zusammen – wie im Kreisverband Holzminden die „Landweiber“, berichtet die stellvertretende Landesvorstands-Vorsitzende. „Sie sind eine Bereicherung für uns alle und keine Konkurrenz“, betont Heike Schnepel. Der Landesverband Niedersachsen kann fast 2500 Neumitglieder i dem Landfrauen-Ortsvereinen verzeichnen.

Mitreißend und überzeugend erzählte im Anschluss Barbara Salesch, warum nur Veränderungen den Menschen weiterbringen und dass es dafür nie zu spät sei. Schon allein optisch ist beim Auftritt der ehemaligen Fernsehrichterin eine Veränderung auszumachen. Die schwarze Richterrobe hat sie gegen ein – ebenfalls schwarzes – Zivil-Outfit mit bunter Statementkette getauscht, dazu trägt sie Turnschuhe. Ihrer roten Kurzhaarfrisur hingegen ist sie treu geblieben. Und die Gäste erfuhren noch mehr Haariges: Blond sei die 67-Jährige einst gewesen, was ihr als erstgeborene Tochter eines Bauunternehmers vor allem bei Auslieferjobs auf den Baustellen zu Gute kam: „Junge blonde Frauen brauchten nur auszusteigen und schon fanden sich stets genügend Männer, die das Abladen übernahmen“, berichtet sie augenzwinkernd von ihrem ersten Zubroterwerb. Dass der Erlös aus Arbeit nicht immer zum Broterwerb ausreicht, musste Barbara Salesch erfahren, als ihre, zugegeben etwas eigenwillige Kunst aus ihrem Hamburger Atelier bei den Hanseaten nicht den gewünschten Anklang fand. Ihr Geld zum Leben verdiente die kreative, studierte Juristin fortan unter anderem als Vorsitzende Richterin am Landgericht Hamburg. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde sie – 49 Jahre alt und vollschlank – dann für eine Schiedsgerichtssendung im Fernsehen vorgeschlagen und überzeugte beim Casting mit ihrer „großen Klappe“ (Zitat ihrer Mutter) die Produzenten, die sofort den Unterhaltungswert ihrer auf Augenhöhe mit den Angeklagten geführten Verhandlungen erkannten. Zwölfeinhalb Jahre lang unterhielt sie mit ihrer Rechtsprechung fortan über den Richtertisch hinweg stets den Menschen davor zugewandt Nachmittag für Nachmittag ein Millionenpublikum. Die ihr dabei auf der Nasenspitze gerutschte Lesebrille wurde zu einem ihrer Markenzeichen. 2012 dann die nächste Veränderung in ihrem Leben: Nach weit über 2000 Sendungen hängte sie die Richterrobe an den Nagel und wandte sich der studierten Kunst zu. Im Internet fand sie ein passendes Haus in Neuenknick bei Petershagen, das ausreichend Platz für Kreativität bot. Es war Liebe auf den ersten Blick, die allerdings im Laufe der rund zweijährigen Sanierungsarbeiten auf eine harte Probe gestellt wurde, wie sie offen eingesteht. „Holzschnitt und Malerei, groß, farbig und nichts, was man erkennen kann“, so beschreibt die sympathische Künstlerin ihr neues Metier. Und noch etwas hat sich in ihrem neuen Leben verändert: Sie ist auf den Hund gekommen!



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt