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Heller-Leder erprobt neue Technologie

Vom Abfall zum Rohstoff

HEHLEN. Am Freitag hat die Firma Heller-Leder in Hehlen eine ganz besondere Lieferung bekommen. Auf dem Hof des Unternehmens steht nun eine Anlage, in der viel Technologie steckt. Mit deren Hilfe soll das Unternehmen die Reste aus der Lederherstellung künftig selbst vor Ort wiederverwerten können. Das ist gut für Heller-Leder, denn damit können die Hehlener Abfallprodukte nutzen und Fahrten sparen.

veröffentlicht am 22.09.2017 um 19:01 Uhr
aktualisiert am 22.09.2017 um 21:45 Uhr

Reste aus der Lederherstellung: Auf dem Hof von Heller-Leder häufen sich Falzspäne (hell) und Haare (dunkel). Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Die Pilotanlage wurde von dem Köln-Leverkusener Chemiekonzern Lanxess in Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Forschungsinstitut Invite konzipiert, um aus Falzspänen und Schnittresten, die bisher in der Regel entsorgt wurden, sowie aus pflanzlicher Biomasse Nachgerbstoffe herzustellen, die wieder in der Lederproduktion genutzt werden können. Die Anlage kann in Gerbereien direkt an Ort und Stelle betrieben werden. Die Praxiserprobung liegt nun bei Heller-Leder.

„Mit dem Projekt wollen wir aufzeigen, wie sich Produktionsreste bei der Lederherstellung direkt in der Gerberei verwerten lassen und dadurch das Nachhaltigkeitsprofil der Lederfertigung deutlich verbessert werden kann“, sagt Luis López-Remón, Leiter des Geschäftsbereichs für Leder-Chemikalien bei Lanxess. Die bei der Bearbeitung des Leders anfallenden Falzspäne sollen zu hundert Prozent verwertet werden, dabei sollen keine Rückstände übrig bleiben und keine Emissionen erzeugt werden.

Eine Gerberei wie Heller-Leder kann auf diese Weise einen Teil ihres Bedarfs an Nachgerbstoffen weitgehend selbstständig herstellen. „Auf der einen Seite werden durch eine Vor-Ort- und Just in time-Produktion enorme Ressourcen in Logistik und Verpackung gespart, auf der anderen Seite muss ein Nebenprodukt wie Falzspäne nicht entsorgt werden, sondern dient als Rohstoff für die benötigte Nachgerbchemie“, erklärt Dietrich Tegtmeyer, Leiter des Projekts bei Lanxess.

Die neue Anlage wird bei Heller-Leder angeliefert. Mit deren Hilfe sollen die bei der Lederherstellung anfallenden Falzspäne direkt vor Ort wiederverwertet werden. Foto: Heller-Leder/Werner
  • Die neue Anlage wird bei Heller-Leder angeliefert. Mit deren Hilfe sollen die bei der Lederherstellung anfallenden Falzspäne direkt vor Ort wiederverwertet werden. Foto: Heller-Leder/Werner

Um das neuartige Produktionskonzept unter realen Bedingungen zu testen, soll die Anlage bei Heller-Leder in Betrieb gehen. „Mit diesem faszinierenden Projekt eröffnet sich eine weitere Möglichkeit, unser schönes Produkt Leder noch nachhaltiger und ressourcenschonender als bisher herzustellen“, sagt Thomas Strebost, Geschäftsführender Gesellschafter der Heller-Leder GmbH & Co.KG.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Mit der Fördermaßnahme werden Projekte unterstützt, die innovative Technologien und Produkte aus dem Labor in die wirtschaftliche Anwendung bringen.

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