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Viel kubanisches Feuer begeistert in Ottenstein

Von Ernst August Wolf

Ottenstein. „Wir wollen der Region ein gutes Programm bieten. Entweder wir machen das Optimum oder gar nichts“, definierte Catharina Zeropa-Stangenberg die kompromisslos der Qualität verpflichtete Leitlinie des „Fördervereins der Kultur im Hahn“. Ein Konzept, dass die engagierten Kulturförderer auch mit ihrer Jazznacht Nummer sieben voll und ganz verwirklichen konnten. Trotz schwindender Förderung durch Sponsoren, einem dreiviertel Jahr harter Vorbereitungsarbeit und haarscharfer Kostenkalkulation konnte der Förderverein mit drei ganz außergewöhnlichen Spitzenformationen aufwarten.

veröffentlicht am 26.07.2009 um 19:14 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:21 Uhr

Ottenstein
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Von Ernst August Wolf

Ottenstein. „Wir wollen der Region ein gutes Programm bieten. Entweder wir machen das Optimum oder gar nichts“, definierte Catharina Zeropa-Stangenberg die kompromisslos der Qualität verpflichtete Leitlinie des „Fördervereins der Kultur im Hahn“. Ein Konzept, dass die engagierten Kulturförderer auch mit ihrer Jazznacht Nummer sieben voll und ganz verwirklichen konnten. Trotz schwindender Förderung durch Sponsoren, einem dreiviertel Jahr harter Vorbereitungsarbeit und haarscharfer Kostenkalkulation konnte der Förderverein mit drei ganz außergewöhnlichen Spitzenformationen aufwarten.
Heiße Rhythmen
trotz kaltem Wetter

 Mit einem „hey caramba“ und der Aufforderung „es ist Zeit, ein bisschen Action zu machen“, brachte die kubanische Sängerin Olvido Ruiz Castellanos zusammen mit ihren „Rhythmuswundern“ Elio Louis Rodriguez und Alexis Herreras Esteves an Drums und Kongas sowie Volker Schlott (Saxophon), Tim Hahn (Schlagzeug) und Bruno Böhmer am Klavier die rund 200 Besucher erst einmal auf Betriebstemperatur. Obwohl sich die Kühle des frühen Abends noch leicht lähmend auf die Publikumsaktivitäten auswirkte, wich die Erstarrung der in Decken gehüllten Konzertbesuchern spätestens beim Auftritt von „KlazzBrothers & Cuba Percussion“ grenzenloser Begeisterung.
 In das feurige Rot des Bühnenlichts getaucht brannten die mehrfachen Gewinner von Jazz-Award und Klassik-Echo, Kilian Forster (Kontrabass) und David Gazarov (Piano), ein wahres Feuerwerk lateinamerikanischer Rhythmen ab.
Grandios, Symbiose von Klassik und Jazz, vermischt mit kubanischen Einflüssen. So dreist und doch liebenswert verballhornt hatte man die Mozart-Arie „Reich mir die Hand mein Leben ...“ aus Don Giovanni noch nie gehört. Und auch der augenzwinkernde „kubanische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms“ war selbst Experten bislang unbekannt gewesen. Frenetischer Applaus auch bei den atemberaubenden Soli in einer an fetzigen Improvisationen reichen Interpretation von Gershwins „Summertime“; respektlos aber genial die Mutation von Mozarts kleiner Nachtmusik zu einem „bomba della notte“.
 Zu mitternächtlicher Stunde dann ein Stilwechsel zur „Magic Boogie Show“ von Falko Burkert und Vito Becker. Beiden gelang dann, worum sich Olvido Ruiz Castellanos Stunden zuvor bemüht hatte. Unterm Sternenhimmel von Ottenstein legte so manches Pärchen einen kessen Twist aufs Pflaster. Der Region ein gutes Programm liefern? Voll gelungen. Daumendrücken also, dass das auch bei der achten Auflage so gut klappt.



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