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Abschlusspräsentation „Gewässerentwicklungsplan Lenne“ in Buchhagen findet reges Interesse

Viel Überzeugungsarbeit geleistet

Buchhagen. Die Vorarbeiten waren enorm: 44 Kilometer Lenne plus Nebengewässer waren in ihrem biologischen und hydrologischen Zustand zu beurteilen und zu kartieren; Besitzverhältnisse und Wasserrechte waren zu ermitteln und ganz viel Überzeugungsarbeit bei den Anliegern zu leisten. Nach knapp zwei Jahren Vorarbeit hatte der Landkreis jetzt ins Gasthaus Mittendorf zur Abschlusspräsentation „Gewässerentwicklungsplan Lenne“ eingeladen. Gerechnet hatten die Veranstalter mit 30 bis 40 Interessierten – gekommen waren weit über 70; von der Quelle bei Wangelnstedt bis zur Mündung in die Weser hinter Linse zeigten die Anrainer enormes Interesse an ihrem Flüßchen. Sicher auch ein Ergebnis der konsequenten Öffentlichkeitsarbeit, mit der Naturschutz- und Untere Wasserbehörde beim Landkreis Holzminden für eine Renaturierung des Fließgewässers zweiter Ordnung geworben hatten. Und sicherlich auch ein Ergebnis der Maßnahmen, die bei den ersten wasserbaulichen Veränderungen schon erreicht worden sind.

veröffentlicht am 11.12.2015 um 18:32 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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So sprach Kirchbraks Bürgermeiter Wilhelm Brennecke sicher vielen Bewohnern des Lennetales aus der Seele, als er zum Gewässerentwicklungsplan aus Sicht einer Anliegerkommune meinte: „Die Bürgerinnen und Bürger sowie wir Bürgermeister und Räte der Orte entlang der Lenne sind begeistert von dieser Entwicklung, denn die Lenne ist ein nachhaltiger Schatz, den wir bewahren müssen.“ Brennecke sprach damit nicht zuletzt die Erholungsfunktion des renaturierten Gewässers und nicht zuletzt dessen Bedeutung für den sanften Tourismus in der Region an.

Die Lenne, als schnell fließendes, kaltes Gebirgsgewässer mit ihrer zum Teil geschützten Fischpopulation laut FFH-Richtlinien äußerst wertvoll, ist nach dem Rückbau der Wehranlage in Buchhagen von der Weser bis Kirchbrak wieder für Wassertiere durchgängig. Nach dem jetzt vorgelegten Gewässerentwicklungsplan soll dieses Konzept, dem Fluss seine Ursprünglichkeit und seine biologische Vielfalt zurückzugeben, nun in den kommenden 10 bis 15 Jahren bis zur Quelle weiter verfolgt werden, kündigte Michael Buschmann von Holzmindens Naturschutzbehörde an; und er unterstrich, dass die Lenne damit ein Pilotprojekt für den gesamten südniedersächsischen Raum darstellt, dessen Ergebnisse auch auf andere Gewässer übertragbar sein werden.

Und das – darauf legten in der Veranstaltung Buschmann wie auch Sven Henze von der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis wert – solle unter Mitwirkung und in Abstimmung mit den Flussanrainern und -nutzern geschehen. Diverse Fördertöpfe würden Renaturierungsmaßnahmen für die Akteure – von Kommunen bis hin zu Naturschutz- und Anglervereinen – attraktiv machen, versicherten alle Redner, sei es vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz oder vom Amt für regionale Landentwicklung Hildesheim: Mit Vorliegen des Gewässerentwicklungsplanes Lenne sei jetzt die Zeit der Planer beendet und die der Macher gekommen, hieß es.

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Sven Henze

So werden kleinere Maßnahmen zur Lenne-Renaturierung bei nur zehn Prozent Eigenanteil zu 90 Prozent durch Zuschüsse gefördert. Interessierte Vereine und Privatpersonen, die etwas für die Lenne tun wollen, können sich bei der Gewässer- und der Naturschutzbehörde beim Landkreis melden. Henze: „Wir können jetzt mit der praktischen Umsetzung beginnen.“

Wobei Sprecher des beauftragten UIH Ingenieur- und Planungsbüros aus Höxter, dessen Spezialität Planungen für eine intakte Umwelt sind, bei der Abschlusspräsentation nochmals auf die Ziele des Entwicklungsplanes hinwiesen: So soll die Fließgeschwindigkeit der Lenne durch Verlängerung des Flussbettes und die Wiederanlage von Überschwemmungsarealen verlangsamt werden. Letztere dienen nicht zuletzt auch dem Hochwasserschutz in Scharfoldendorf und Eschershausen. Auwälder, Totholzablagerungen und Kiesbetten im Fluss sollen der Tierwelt dienen. Boden-Einschwemmungen von Äckern und Wiesen sollen reduziert werden, der Sedimenttransport Richtung Weser soll ebenso wieder durchgängig ermöglicht werden wie Wanderungen von Fischen und Mikroorganismen aus Richtung Weser zur Quelle und in die Nebenbäche. Ziel ist es, dass die EG-Gewässer-Rahmenrichtlinien an der Lenne erfüllt werden, der seltene Lenne-Fisch, die Groppe, eine gesicherte Zukunft und die Menschen am Fluss ein erlebbares Wohnumfeld, eine attraktive Kulisse für den Tourismus und Sicherheit vor Hochwasser bekommen.

Wie Sven Henze und Michael Buschmann dem Plenum abschließend ankündigten, ist

der Gewässer-Entwicklungsplan Lenne ab Januar auf der Internet-Seite des Landkreises einsehbar.

Mit großem Aufgebot aus Kreis- und Landesverwaltung, Verbänden und Wasserbauingenieuren wurde der „Gewässerentwicklungsplan Lenne“ jetzt vorgestellt.



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