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Das Ottensteiner Baulandprojekt und was daraus geworden ist

Verschenkt – und nun?

Ottenstein. Im vergangenen Jahr mischte die Meldung, dass Ottenstein Bauland an junge Menschen verschenke, die Medienlandschaft mächtig auf. Letztendlich haben sechs junge Familien verbindlich zugesagt, im Flecken noch dieses Jahr bauen zu wollen.

veröffentlicht am 26.04.2016 um 17:56 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:26 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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„Gemeinde verschenkt Bauland an junge Menschen“ – diese Meldung mischte Mitte vergangenen Jahres die Medienlandschaft mächtig auf. Und bei Ottensteins Bürgermeister Manfred Weiner gaben sich die Reporter von Print, Funk und Fernsehen die Klinke in die Hand. Selbst im Ausland sorgte die Nachricht, das in Ottenstein auf der Hochebene im Weserbergland Grundstücke verschenkt werden, für Aufsehen, und es meldeten sich Interessenten. Hintergrund der spektakulären Aktion war, dem ansonsten unausweichlichen Einwohnerschwund entgegenwirken. Nach Prognosen könnte der 950-Einwohner-Ort ohne Gegenmaßnahmen bis zum Jahr 2035 rund ein Drittel seiner Einwohner verlieren. Mit der Ansiedlung von jungen Familien mit Kindern, so hofft Ottensteins Rat, könnte dem entgegengewirkt werden.

Erschließungsarbeiten bereits ausgeschrieben

Letztendlich hatten nach Angaben von Bürgermeister Manfred Weiner neun junge Familien schriftlich und verbindlich zugesagt, in Ottenstein zu bauen. Anfang Oktober vorigen Jahres waren die zwischen 800 und 1000 Quadratmeter großen Grundstücke mit Fernblick von den interessierten potenziellen Neubürgern in Augenschein genommen und ausgewählt worden. Wie Bürgermeister Weiner jetzt bekannt gab, sind davon sechs Familien übriggeblieben, die darauf warten, noch in diesem Jahr mit dem Hausbau auf ihren geschenkten Grundstücken beginnen zu können; davon haben vier Häuslebauer ihre Verträge mit der Gemeinde schon unterzeichnet, zwei stehen noch in der Warteschleife und harren darauf, dass ihnen ihre notariellen Urkunden zur Unterschrift vorgelegt werden. „Damit sind unsere Erwartungen, die wir an unsere Verschenk-Aktion geknüpft haben, übererfüllt“, freut sich Weiner.

Wie Ottensteins Bürgermeister weiter zu berichten weiß, sind die zehn Verschenk-Grundstücke auf dem einen von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Hektar bereits vermessen. Derzeit sind die Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet am Bösseberg ausgeschrieben. In etwa einem Vierteljahr könnten dann Zuleitungen und Abwasserkanäle verlegt und eine Baustraße eingerichtet sein. Die Erschließungskosten für Wasser und Elektrik müssen allerdings die Bauherren bezahlen. Danach werden die Baumaschinen für die Neubauten anrücken.

Markierungspfähle und Flatterband zeigen, wo am Neubaugebiet Bösseberg Grundstücke und Zuwegungen entstehen sollen. Fotos: wfx(2)

Auch jetzt können sich übrigens noch Bewerber für Gratis-Bauland am Bösseberg bei der Gemeinde bewerben, denn vier Grundstücke sind ja noch vakant. Und Bewerbungen – auch aus dem Ausland – trudeln vereinzelt noch immer im Bürgermeisterbüro ein, zumal das das Angebot weiterhin im Internet präsent ist. Über die neuen Kandidaten entscheidet Ottensteins Rat in Zukunft Fall für Fall. Und nur Bewerber aus EU-Ländern haben eine Chance. Enttäuschen musste Ottenstein daher Hunderte von Menschen aus einigen Balkanländern. Sie hatten zu Hause englischsprachige Artikel über Ottenstein gelesen, in denen fälschlicherweise berichtet wurde, dass es für bauwillige Neubürger neben Gratis-Bauland 10 000 Euro Begrüßungsgeld gebe.

Und auch Bauland für Spekulanten gibt es in Ottenstein keinesfalls. Bei einem Grundstückspreis von knapp 13 Euro pro Quadratmeter schenkt der Flecken jedem Bedachten immerhin rund 10 000 Euro. Die Gemeinde hat deshalb genaue Regeln für die Grundstücksvergabe festgelegt. Zum Beispiel, dass nur junge Menschen bis zu einem Alter von 40 Jahren das Bauland bekommen können. Und dass diese innerhalb von drei Jahren das Grundstück bebaut und bezogen haben müssen. Sonst geht es wieder zurück an die Gemeinde.



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