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Bürger sprechen sich für moderne Form der Gastro-Bänke in der Innenstadt aus

Verbot von Palettenmöbeln bewegt die Gemüter

BODENWERDER. Die Geschichte um die Palettenmöbel des Café-Betreibers Lutz Goerigk bewegt die Gemüter. Der Verwaltungsausschuss der Stadt Bodenwerder hatte entschieden, dass der Gastronom seine in der Innenstadt aufgestellten Bänke und Tische entfernen muss. Diese Entscheidung können einige Bodenwerderaner nicht verstehen.

veröffentlicht am 13.04.2019 um 09:00 Uhr
aktualisiert am 13.04.2019 um 15:20 Uhr

Symbolfoto: pixabay
Maike Lina Schaper

Autor

Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Melanie Korte-Beuser, die Vorsitzende von Unser Bodenwerder, dem Verein, in dem sich Geschäfts- und Privatleute mit dem Ziel der Belebung von Stadt und Samtgemeinde zusammen getan haben. Palettenmöbel findet Korte-Beuser zeitgemäß. Eine Plastikbestuhlung sei das hingegen nicht. Man müsse nur an die See oder in die Niederlande fahren, dort sehe man Palettenmöbel häufiger.

„Das ist durchaus schön, und chillig, und modern“, sagt Korte-Beuser. „Ich kann nicht verstehen, dass es nicht geschätzt wird, wenn sich jemand viel Mühe gibt“, meint sie mit Bezug auf den Gastronomen Goerigk. In der Bodenwerderaner Gastronomie gebe es ganz andere Baustellen. Sie würde sich beispielsweise eine einheitliche, vor allem aber auch innovative Satzung für die Stadt wünschen, die das Erscheinungsbild regelt.

Ich kann nicht verstehen, dass es nicht geschätzt wird, wenn sich jemand viel Mühe gibt.

Melanie Korte-Beuser, Vorsitzende von Unser Bodenwerder

Bodenwerders Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schmidt – selbst Mitglied im Verwaltungsausschuss, der sich gegen die Palettenmöbel entschieden hat – meint dazu: „Wir sind nicht gänzlich gegen Paletten, aber sie müssen am richtigen Ort aufgestellt werden und es muss vorher drüber gesprochen werden“. Die Überschrift unserer Zeitung zu dem Thema „Zu hässlich für die Innenstadt“ hält er für „nicht zutreffend und zu kurz gedacht“.

Dass die Möbel nicht in das Gesamtbild der Innenstadt passen, sei nur ein Aspekt. Die Paletten hätten zudem in einem gut begehbaren Bereich der Fußgängerzone vor dem Geitel-Haus gestanden, sagt Schmidt und weist darauf hin, dass das Thema Begehbarkeit in der Innenstadt auch immer wieder eine Rolle spielt. Es gehe auch nicht darum, dem Gastronomen weitere Tische und Stühle zu verwehren, die darf der Cafébetreiber durchaus aufstellen, aber es sollten solche sein, die man bei Bedarf – wenn die Verkehrsfläche anderweitig gebraucht wird – spontan entfernen könne. „Paletten kann man nicht mal eben an die Seite räumen“, sagt Schmidt. Zudem habe Goerigk die Palettenmöbel bereits platziert, ohne vorher mit der Stadt gesprochen zu haben. „Umgekehrt wäre der richtige Weg gewesen“, meint Schmidt. „Man muss das miteinander besprechen und auch die unterschiedlichen Interessenslagen der Nutzer berücksichtigen.“

Wer etwas in der Stadt vorhabe, könne auf ihn oder die Verwaltung zugehen. „Wir sind immer gesprächsbereit“, ermuntert der Bürgermeister.

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Netzstimmen

Auch auf der Dewezet-Facebookseite gibt es viele Meinungen zu dem Palettenmöbel-Verbot in der Innenstadt von Bodenwerder:

  • „So macht man Einzelhandel und Gastronomie kaputt“, meint Barbara Hillemeyer und bekommt für diesen Satz viel Zuspruch in Form von Likes von der Netzgemeinde.
  • „Ja, das ist Bodenwerder – Keine Kunden, keine Gäste und über Neues beschweren. Kein Wunder, dass da alle zumachen und die Innenstadt tot ist“, meint Wilhelm Maihöfer.
  • „Bodenwerder war immer eine schöne Stadt. An den Wochenenden immer voller Menschen. Seitdem die Stadt zur Fußgängerzone umfunktioniert wurde, ist der Rückgang stetig vorangeschritten. Dass sich Menschen über Neuerungen beschweren, ist zur Krankheit in vielen Städten geworden. Auch Hameln leidet darunter... Leider reagieren unsere Kommunalpolitiker äußerst sensibel und rasch auf vereinzeltes Gejammer. Frischer Wind in die Städte, Neues zulassen und das ohne zusätzliche Gebühren der Kommune“, fordert Bernhard Wassmann.


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