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Wasser und Abwasser werden 2015 teurer / Bernd Kaussow neuer Vorsteher

Verband dreht an der Preisschraube

Bodenwerder/Dielmissen. Bürger der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle werden im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Wasserverband Ithbörde/Weserbergland (WVIW) dreht kräftig an der Preisschraube für Wasser und Abwasser, außerdem wird erstmals die getrennte Berechnung von Niederschlagswasser und Schmutzwasser eingeführt. An den Preiserhöhungen führe kein Weg vorbei, betont ein Sprecher des Verbandes.

veröffentlicht am 22.12.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Wie berichtet, befindet sich der Wasserverband in argen Turbulenzen. Dem bisherigen Geschäftsführer Henning Stegie hatte der Vorstand mit Wirkung zum 30. Juni 2015 gekündigt. Das Vertrauensverhältnis sei nachhaltig gestört, hieß es zur Begründung. Für wenig Freude sorgt zudem der Jahresbericht 2013, der ein Defizit in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro aufweist. Das wurde jetzt auf der Verbandsversammlung in Derental bekannt. Eine Entlastung von Geschäftsführung und Vorstand wurde angesichts der wirtschaftlichen Gesamtsituation und der personellen Konsequenzen vertagt.

Das Defizit war erwartet worden, ist Folge eines verlorenen Prozesses, an dessen Ende die Rückzahlung von Beiträgen an die Stadtoldendorfer Kunden stand. Dies sei zwar nur eine einmalige Belastung, aber auch die Perspektiven ließen für Kostensenkungen keinen Raum, erklärt Andreas Hübel, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes. Besonders die „Abschreibungslast aufgrund der zwingend notwendigen Investitionen in allen Bereichen und eine permanente personelle Unterdeckung sowie allgemein die Betriebskostensteigerungen“ würden die Preiserhöhungen für 2015 unumgänglich machen. Die Verbandsversammlung folgte einstimmig den Empfehlungen der Geschäftsführung und des Wirtschaftsprüfers Stefan Huskobla, die Entgelte anzuheben. Für Trinkwasser gelten nun ab Januar 2015 folgende Preise: Im Versorgungsgebiet Bodenwerder und Eschershausen wird der Kubikmeterpreis von 1,50 Euro auf 1,85 Euro (1,98 Euro brutto) bei gleichbleibendem Grundentgelt von 60 Euro (64,20 Euro brutto) angehoben. Im Bereich der Altsamtgemeinde Polle steigt der Preis von 1,60 Euro auf 1,90 Euro (2,03 Euro brutto).

Massive Änderungen gibt es auch im Abwasserbereich. In Boffzen steigt das Grundentgelt von derzeit 36 Euro auf 60 Euro, während dort beim Kubikmeterpreis mit 2,80 Euro alles beim Alten bleibt. In Polle dagegen wird wie im Bereich Bodenwerder und Eschershausen ab 2015 die Trennung von Niederschlagswasser und Schmutzwasserberechnung eingeführt. Dies hat für alle Grundstückseigentümer in Polle die erstmalige Berechnung von 0,15 Euro pro Quadratmeter befestigter und überbauter Fläche zur Folge. Grundstückseigentümer in Bodenwerder und Eschershausen zahlen 0,17 Euro.

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  • Wolfgang Anders (re.), Samtgemeindebürgermeister von Eschershausen-Stadtoldendorf, gratuliert als Wahlleiter Bernd Kaussow zu dessen Wahl als Verbandsvorsteher. pr

Während im Bereich Bodenwerder dadurch laut Wasserverband der Schmutzwasserpreis pro Kubikmeter von 3,17 Euro auf 2,79 Euro gesenkt werden kann, müsse in Polle ab 2015 dessen ungeachtet der Kubikmeterpreis bei 3,36 Euro bestehen bleiben. Im Bereich Eschershausen wird ein Grundentgelt von 144 Euro erhoben, dafür aber das bisherige Mindestentgelt aufgehoben. Der Kubikmeterpreis für die Beseitigung des Schmutzwassers sinkt dort von 3,53 Euro auf 3,07 Euro. Zu der Variante entschlossen sich die Verbandsvertreter, weil damit gleiche Verhältnisse beim Grundentgelt wie im Bereich Stadtoldendorf und anderen Entsorgungsbereichen geschaffen würden. Im Entsorgungsgebiet Stadtoldendorf sinkt der Schmutzwasserpreis wie angekündigt zum Jahresanfang auf 3,39 Euro, die Niederschlagswasserabgabe sinkt auf 0,38 Euro pro Quadratmeter.

Zahlreiche Veränderungen gab es vor allem im Vorstandsbereich. Für den am 1. November ausgeschiedenen Verbandsvorsteher Günther Klenke rückt Bernd Kaussow als Klenkes bisheriger Stellvertreter auch offiziell bis 2016 in die Leitungsfunktion auf. Die Ernennung des 66-jährigen Boffzers, der seit 2011 Mitglied des Vorstandes ist, erfolgte durch die Versammlung ebenso einstimmig wie die Wahl des Lüerdisser Ortsbürgermeisters Alfred Thies, der schon einmal bis 2010 im WVIW als stellvertretender Verbandsvorsteher tätig war und in diese Funktion als zweiter Vertreter auch gleich nach Wilhelm Brennecke als erstem stellvertretendem Vorsteher hineingewählt wurde. Der neue Boffzer Samtgemeindebürgermeister Uwe König musste nicht gewählt werden – er ist kraft Amtes automatisch Vorstandsmitglied des Wasserverbandes.

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