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Wettbewerbsvorbereitungen laufen

„Unser Dorf hat Zukunft“: Ottenstein sucht Weg zum Sieg

OTTENSTEIN. Das Datum steht: Am 12. Juni besucht die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ Ottenstein. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits, einen Ablaufplan stimmt Bürgermeister Manfred Weiner gerade mit den Vereinen ab. Von Hektik ist im Dorf bisher nichts zu spüren. Warum die Ottensteiner gelassen sind...

veröffentlicht am 06.05.2018 um 17:02 Uhr
aktualisiert am 07.05.2018 um 10:10 Uhr

Ein Anlaufpunkt für die Jury soll das Gelände um den Teich sein. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Dass die Ottensteiner entspannt scheinen, dürfte an ihrer Erfahrung liegen. Ottenstein hat bereits in den Jahren 2000, 2001 und 2015 an dem Wettbewerb teilgenommen. 2001 verbuchte der Ort dabei seinen bisher größten Erfolg: Er holte im Bundeswettbewerb die Goldmedaille.

Nun wollen es die Bewohner der Hochebene erneut wissen. Durch den Vorentscheid auf Kreisebene waren die Ottensteiner schon kampflos gekommen. Kein anderer Ort im Landkreis Holzminden wollte mitmachen – Ottenstein war automatisch weiter. Nun stößt das Dorf auf Konkurrenten wie Großen- und Kleinenwieden sowie Bakede im Regionalentscheid.

Einen groben Ablaufplan hat Bürgermeister Weiner bereits vorgeschlagen: Am Nachmittag des 12. Juni soll es losgehen. Den Empfang der Jury kann sich Weiner gut auf dem Schulhof vorstellen – samt Präsentation der Vereine und Verbände vor Ort. Zu den Programmpunkten auf dem Weg durchs Dorf gehört natürlich auch die Vorstellung der geplanten Seniorenwohnanlage Alte Schmiede. Auf dem Areal soll, wie bereits mehrfach berichtet, ein barrierefreies Wohn- und Pflegeangebot geschaffen werden. Die Bereisung soll die Jury auch zum Wohnmobilstellplatz führen und zum „Haus Klenke“, in dem das Kompetenzzentrum Ottensteiner Hochebene mit Touristinfo und Heimatstube eingerichtet ist. Auch das Teichgelände mit benachbartem Kindergarten will Weiner der Jury zeigen. Den Abschluss bildet nach bisheriger Planung eine Verkostung an der Ölmühle. Was es während des Rundgangs der Jury nicht geben soll, ist die Vorstellung des Baulands, das Ottenstein, wie ebenfalls mehrfach berichtet, verschenkt. „Das hat sich mittlerweile schon weit genug herumgesprochen“, sagt Weiner. Eine genaue Einteilung des Ablaufs müsse aber noch erarbeitet werden. Der Plan solle zunächst als Diskussionsgrundlage dienen. Fünf Wochen haben die Ottensteiner dafür immerhin noch Zeit.

Zu den Stärken Ottensteins gehören neben visionären Projekten wie der Seniorenwohnanlage und der seit Jahren wieder laufenden Dorferneuerung sicherlich auch die vielfältige Vereinslandschaft im Flecken, die vom mitgliederstarken Sportverein über den alteingesessenen Männergesangsverein bis hin zum noch jungen Förderverein der Grundschule reicht. „Das Gemeinschaftsleben in Ottenstein ist sehr stark, auch über die Vereine hinaus“, lobt Bürgermeister Weiner. „Nur mit den Menschen können wir was erreichen.“

Information

Ein Wettbewerb mit langer Tradition

Der Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wird bereits zum 26. Mal ausgetragen. Erläuterungen dazu sind auf den Seiten des federführenden Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu lesen. Ziel ist es demnach vor dem Hintergrund des strukturellen Wandels Anreize zu schaffen, um die Zukunft der Dörfer verantwortlich und nachhaltig mitzugestalten und weiterzuentwickeln. Einst als „Blumenschmuckwettbewerb“ gesehen habe sich der Wettbewerb zu einem Instrument der Dorferneuerung entwickelt. Der Fokus liege besonders auf einer an das Dorf angepassten Infrastruktur. Den ersten Bundeswettbewerb mit dem Titel „Unser Dorf soll schöner werden“ initiierte der damalige Präsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V., Lennart Graf Bernadotte, im Jahr 1961 mit dem Ziel, die Dörfer und Anwesen zu verschönern. Diese Idee basierte seinerzeit auf Initiativen verschiedener Landkreise zur Beseitigung vorhandener Missstände nach dem Zweiten Weltkrieg. Dazu dienten vornehmlich die Ausstaffierung der Orte mit Grün- und Blumenschmuck sowie die Verbesserung der dörflichen Infrastruktur. Die Gemeinden sollten dem Komfort in der Stadt nicht mehr nachstehen und somit eine Abwanderung in den urbanen Raum verhindern. Im Laufe der Jahre gewann der Wettbewerb an Komplexität. Die zu lösenden Aufgaben der Dorfentwicklung wurden breiter gefächert, die Anzahl der beteiligten Akteure nahm zu, und die rechtlichen und finanziellen Grundlagen der ländlichen Entwicklung wurden vielfältiger. Zudem entwickelte sich ein Bewusstsein für die Bedeutung der baulichen Strukturen. Im Jahr 1998 erhielt der Wettbewerb den Zusatz „Unser Dorf hat Zukunft“. 2007 verkürzte sich der Titel des Wettbewerbs auf „Unser Dorf hat Zukunft“.ms

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