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Ungewisse Zukunft fürs "Klex"

Bodenwerder (ll). Der Kooperationsvertrag zwischen Kirche und Kommune läuft zum Jahresende aus. Die Politik will die Zuschüsse für das Jugendzentrum um die Hälfte streichen. "Unmöglich", sagt Holzmindens Superintendent Ulrich Wöhler. "Wir müssen entscheiden, was uns das Klex wert ist", sagt Samtgemeindechef Joachim Lienig. Es geht um die Zukunft der offenen Jugendarbeit - und um einen Arbeitsplatz.

veröffentlicht am 12.11.2010 um 18:52 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:21 Uhr

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Seit 15 Jahren arbeitet Dierk Stelter im Jugendzentrum Klex. Seit 15 Jahren begnügt sich der Jugendpfleger mit befristeten Arbeitsverträgen. Jetzt steht sein Job auf dem Spiel. Denn Stadt und Samtgemeinde wollen ihre Zuschüsse kürzen. Stelters Vertrag läuft zum Jahresende aus. Damit steht auch die Zukunft der offenen Jugendarbeit in Bodenwerder zur Debatte.

Das kooperative Modell Klex steht auf dem Prüfstand: Das Jugendzentrum – und Stelters Arbeitsplatz – wird vom Kirchenkreis Holzminden, Stadt Bodenwerder und Samtgemeinde Bodenwerder- Polle finanziert. Die Kirche ist Eigentümerin des Gebäudes und stellt das Personal. Stadt und Samtgemeinde bezuschussen das Projekt. Die Aufwendungen betragen laut Joachim Lienig rund 22 000 Euro seitens der Stadt, mit rund 50 000 Euro beteiligt sich die Samtgemeinde. Die Kirche bringt laut Superintendent Ulrich Wöhler mit etwa 90 000 Euro jährlich ein.

Die Bezuschussung des Jugendzentrums sei eine freiwillige Leistung der Kommunen, erläutert Samtgemeindebürgermeister Lienig. Seit Jahren ist es laut Lienig üblich, dass die Verträge zwischen Kommune und Kirche neu verhandelt werden. Und im Rahmen der Haushaltskonsolidierungen stehen Ausgaben, die für die Kommunen keine Pflichtaufgabe bedeuten, besonders im Fokus des Sparens. „Die Politik muss entscheiden, was uns das Klex noch wert ist“, sagt Lienig.
 „Unmöglich. Das Finanzielle ist ausgereizt“, betont hingegen Holzmindens Superintendent Wöhler. Grundsätzlich sei der Kirchenkreis Holzminden zwar verhandlungsbereit, um Lösungen für das Jugendzentrum zu finden. „Aber wir verhandeln nicht um jeden Preis“, sagt Wöhler. Klar ist für ihn aber auch: Die Kirche habe großes Interesse daran, mit Stadt und Samtgemeinde weiterzuarbeiten. Schließlich handele es sich beim Klex um ein „Erfolgsmodell“.

Es liegt jetzt an den politischen Gremien von Stadt und Samtgemeinde, sich grundsätzlich zum Jugendzentrum und zur offenen Jugendarbeit zu positionieren. Bereits am Montag berät der Rat der Stadt Bodenwerder über den Abschluss einer neuen Vereinbarung.



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