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Auf der Hochebene will sich keiner so richtig an die Fortsetzung des Rapsblütenfestes heranwagen

Ungewisse Zeiten für Majestäten

Ottensteiner Hochebene. Schöpferische Pause oder Abschied von Rapsblütenfest und Rapsblütenkönigin? Wurde seit 2005 jährlich auf der Hochebene bei diesem Fest in Zusammenarbeit der Kommunen Ottenstein, Bad Pyrmont, Polle und Emmerthal eine Rapsblütenkönigin gekürt, so ist es seit dem vergangenen Jahr still geworden um die gekrönte Gelbgewandete. Im Rahmen der Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung aus der Taufe gehoben, hatten die jährlich in verschiedenen Orten gewählten Majestäten die heimische Region der Ottensteiner Hochebene auf diversen Veranstaltungen im Bundesgebiet sowie bei der Grünen Woche in Berlin und bei Empfängen vertreten. Doch 2014 hat es kein Rapsblütenfest und keine neue Repräsentantin mehr gegeben. Und die Grüne Woche in Berlin fand in diesem Jahr erstmals wieder ohne Rapsblütenkönigin von der Hochebene statt: Aus der Traum von Kreisgrenzen übergreifender Identitätsbildung.

veröffentlicht am 29.01.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:53 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Doch wie soll es weitergehen? Stellt man diese Frage derzeit in den beteiligten Gemeinden, erntet man bestenfalls unentschlossenes Schulterzucken. Und wie es derzeit aussieht, wird es wohl auch 2015 nach einjähriger Pause keine Neuauflage des Rapsspektakels im Mai geben. Manfred Weiner, Bürgermeister des Fleckens Ottenstein, der zusammen mit „Königinnenmutter“ Silke Timmermann vor zehn Jahren in Lichtenhagen das erste Rapsblütenfest initiierte, hat bereits diverse Gespräche mit den Dörfer-Chefs bei der Suche nach einem potenziellen Ausrichter geführt. Derzeit wird in Vahlbruch dafür geworben, das Rapsblütenfest hier wiederaufleben zu lassen – mit geteilter Resonanz unter den möglichen Helfern. Bedarf es doch eines großen planerischen Aufwands, die erwarteten 1000 Gäste bei der Wahl und die rund 5000 bis 10 000 Besuchern der Rapsmeile zu leiten, informieren, unterhalten und zu bewirten. Befürchtungen, es könnte letztendlich an Man-Power mangeln, und man könnte die hohe Messlatte, die Lichtenhagen beim letzten Fest 2013 aufgelegt hat, verfehlen, stehen im Raum. Und dieses Fest in Vahlbruch könnte auch erst 2017 auf die Beine gestellt werden. Bis dahin also Zeiten ohne Rapsmajestäten?

Manfred Weiner, nach wie vor Motor des Rapsspektakels, könnte sich in diesem Jahr eine Mini-Version des Festes in Ottenstein vorstellen, – „um die Kontinuität zu wahren“. Er will die Entscheidung aber dem Fachausschuss des Rates überlassen, der am Freitag, 6. Februar, zusammentritt. Denn da ist in diesem Jahr ja auch noch das Zeltfest, das der MGV Ottenenstein ausrichtet. Und die Sänger wären gar nicht glücklich über eine Fest-Konkurrenz im Jahr 2015...

Wird aus der von den Organisatoren 2014 angekündigten „schöpferischen Pause“ also doch das endgültige Aus für den Raps-Event? Vor dieser Frage stand 2008 übrigens auch das Fest mit der ältesten deutsche Rapsblütenkönigin-Tradition in Petersdorf auf Westfehmarn. Hier wird seit 1985 alljährlich ein Rapsblütenfest gefeiert, organisiert von einem 1984 gegründeten Gewerbeverein. Auch dort hatte das Rapsblütenfest nach 25 Jahren an Attraktivität verloren. Hier holte man eine Studentengruppe, die im Rahmen einer Projektarbeit Entwicklungsstrategien für das Rapsblütenfest der 900 Einwohner-Gemeinde entwickelte. Seitdem konnte man das Fest mit verstärkter Werbung per TV, Festschrift und ganzjähriger Online-Präsenz wieder aufmöbeln; ganzjährig ist auch im Ort das Rapsfest mit längster Tradition in Deutschland präsent; es gibt nun Höhenfeuerwerk und Top-Events, wie beispielsweise auch schon mal den Auftritt der Traber-Hochseiltruppe – ermöglicht durch Sponsoren. 2014 wurde mittlerweile das 30. Rapsblütenfest auf Fehmarn gefeiert. In diesem Jahr steht vom 22. bis 24 Mai der Termin bereits fest.

Dass Rapsblütenfeste auch finanziell nicht unlukrativ sind, erfuhren bislang alle Ausrichter: Bis zu fünfstellige Überschüsse wurden erwirtschaftet und in den Dörfern angelegt. Und dass Feste rund um die gelbblühende Ölfrucht als Werbung für den Tourismus das Schlechteste nicht sind, hat man zumindest weiter nördlich schon längst verinnerlicht: So gibt es 2015 Rapsblütenfeste neben Petersdorf beispielsweise auf der Insel Poel (16. Mai) und in Sternberg in Mecklenburg-Vorpommern (1.-3. Mai).



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