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Kombi aus Modenschau und Konzert lockt Besucher

Ungarische Klänge und heimisches Design

veröffentlicht am 18.06.2017 um 17:04 Uhr
aktualisiert am 18.06.2017 um 21:10 Uhr

Die Models Irina Rein und Regina Klaus-Henke in Delphos-Kleidern. Foto: br
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Autor

Julia Alin Reporter
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BODENWERDER. Kleider aus einem sehr feinen, hauchdünn plissiertem Stoff im neutralen Grau oder lieber in knalligen Farben? Karin Kehne ist Modedesignerin mit 35-jähriger Berufserfahrung und liebt nach eigener Aussage Projekte aller Art. Nun hatte sie in ihrem Atelier im Haus mit der Schleife an der Hamelner Straße ihre neusten Kreationen vorgestellt. Das modebegeisterte Publikum konnte sich rund zwei Stunden lang bei einem Aperitif die Kleider im Delphos-Stil aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ansehen. In schlichter Eleganz, gepaart mit einigen wenigen Accessoires, stellten die bodenlangen Kleider einen Hingucker dar.

Die mehrjährige Freundschaft zwischen Karin Kehne und Maike Weiß ließ bei den beiden Frauen die Idee reifen, Kreativmode und Musik miteinander zu vereinen. Deshalb gaben die drei jungen ungarischen Musiker, Franciska Anna Haidú, Gábor Juhász und Dávid Budai, bereits im Atelier Kostproben ihres Könnens. Im Gegenzug konnten die Besucher des Konzerts von „Il Transsilvano“ im „Weser-Haus“ einige Kleider aus der Kollektion von Karin Kehne bewundern.

Mit Gamba, Violine und Renaissancelaute stimmten die „Brémai Muzsikusok“ (Bremer Stadtmusikanten) mit höfischer Musik aus dem 17. Jahrhundert die 65 Besucher auf den Abend ein. Während das Trio hierbei noch nach den Noten aus dem Codex Caioni des Komponisten János Kájoni (1629 - 1687) spielen konnte, war nach der Pause Volksmusik aus Transsylvanien – gänzlich ohne Noten – Thema des Konzerts. Hierbei übernahm die 26-jährige Violinistin, die auch durch ihren hellen, klaren Gesang die Zuhörer begeisterte, die Führung des Trios; nun durch Kontrabass und einer dreiseitigen Bratsche als Kontrainstrument vervollständigt. „Die Musik, wie sie auf ungarischen Bauernfesten und Hochzeiten gespielt wurde, ist nur mündlich überliefert, da von Dorf zu Dorf unterschiedlich geprägt. Erst in der heutigen Zeit wurde begonnen, einige Lieder in Noten zu setzen“, erklärt Gábor Juhásc.

Die drei ungarischen Künstler Franciska Anna Haidú, Gábor Juhász und Dávid Budai (vlnr) spielen traditionelle Musik. Foto: br
  • Die drei ungarischen Künstler Franciska Anna Haidú, Gábor Juhász und Dávid Budai (vlnr) spielen traditionelle Musik. Foto: br

Für Maike Weiß, die selbst Gambe (Kniegeige) spielt, ein Grund, am nächsten Tag noch einen Workshop mit insgesamt acht „Gambisten“ zu veranstalten. In Zukunft hofft die ehemalige Kinderärztin, etwa alle sechs Wochen eine Hausveranstaltung anbieten zu können. Dabei sollen nicht nur Hauskonzerte stattfinden, sondern auch Vorträge angeboten werden und die Bodenwerderaner Kulturlandschaft bereichern. Am 13. August findet deshalb ein Vortrag über den US-amerikanischen Musiker und Lyriker Bob Dylan statt, dem 2016 als erster Musiker der Literaturnobelpreis verliehen wurde. Filmclips und Livemusik sollen den Vortrag dann ergänzen.

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