weather-image
23°

Heyener Forstgenossen blicken auf ihr 155-jähriges Bestehen zurück

Und wie steht es um den Wald?

Heyen. Auch wenn es kein runder Geburtstag war. Ihr 155-jähriges Bestehen wollten die Forstgenossen dann doch angemessen feiern. Eingeladen waren deshalb auch nicht nur Vertreter der benachbarten Forstgenossenschaften, sondern neben Revierförster Ulrich Telle auch der Leiter des Forstamtes Oldendorf, Forstdirektor Christian Weigel. Und selbstverständlich hatte der Vorsitzende der Forstgenossenschaft, Eckhard Rother, auch den ehemaligen Revierförster Willi Ohm eingeladen, der 17 Jahre lang der zuständige Förster für den Bereich der Forstgenossenschaft Heyen war und deshalb den Wald rund um Heyen auch noch wie seine Westentasche kennt.

veröffentlicht am 30.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:41 Uhr

270_008_7532748_bowe162_3010_Besichtigung_von_durch_Bork.jpg

Autor:

Reinhard Borchers
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Das Gründungsdatum der Forstgenossenschaft Heyen wird von der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung im Auszug aus dem Liegenschaftskataster von 2001 genannt“, erklärte Schriftführer Reinhard Meyer in einem Rückblick. Mehr als fünf Generationen Heyener hätten dafür Sorge getragen, dass die Familien im Winter ihre Häuser heizen konnten und auch genug Holz zum Kochen und Backen gehabt hätten. Um 1900 herum wurden hauptsächlich entlang der Straße nach Bodenwerder schnell wachsende Fichten angepflanzt.

Dass der Wald um Heyen herum gut aufgestellt sei, würden die Anteilseigner den jeweiligen langjährigen Vorständen der Forstgenossenschaft verdanken, die stets umsichtig beim Holzeinschlag gewesen seien und sich bereits frühzeitig für eine langfristige Waldbewirtschaftung entschieden hätten, betonte Meyer. Stellvertretend nannte er neben anderen die Vorsitzenden Rudolf Hundertmark und Wilhelm Zieseniß, die über 50 Jahre lang den Heyener Forst erfolgreich aufgestellt hätten. Das lasse sich durch Protokollbücher, die bis in das Jahr 1894 zurückreichten, belegen. Darin sei auch zu finden, dass die Forstgenossenschaft bis Anfang der 60er Jahre Pachtzinsen für die Nutzung der Sandsteinbrüche am Weserhang erzielte.

37 Mitglieder halten derzeit 50 Anteile an der Heyener Forstgenossenschaft. Holzbewirtschaftung ist immer für die nächsten Generationen ausgelegt. Dennoch konnten an die Anteilseigner in den letzten Jahren, unter anderem bedingt durch die hohen Preise beim Brenn- und Stammholz, in unregelmäßigen Abständen auch Überschüsse ausgeschüttet werden. Nach der kleinen Feierstunde verschafften sich die rund 40 Gäste und Anteilseigner bei einem Rundgang einen Überblick vom Zustand des Waldes. Einige Fichtenbestände sind 70 bis 80 Jahre alt und haben den erforderlichen Stammdurchmesser erreicht. Nächstes Jahr sollen deshalb auf einer Fläche von drei Hektar Fichten eingeschlagen werden, berichtete der Grohnder Revierförster Ulrich Telle, der auch für die Forstgenossenschaft Heyen zuständig ist. Ziel des rund eineinhalbstündigen Rundganges war aber in erster Line das Biotop an der Steilkante zum Weserhang. Sechs Jahre habe es gedauert, bis jetzt nach langem Hin und Her endlich die Genehmigung für das Biotop vorliegt. „Biotope sind ein Eldorado für viele Tierarten“, ist Forstdirektor Weigel überzeugt. Auch der relativ seltene Mittelspecht (Leiopicus medius) sei dort anzutreffen. Fünf Jahre lang erhalten die Forstgenossen eine Ausgleichszahlung. 20 Jahre dürfen in dem Biotopgebiet allerdings auch keine Veränderungen vorgenommen werden.

Forstdirektor Christian Weigel (M.) erläutert die Maßnahmen für das neue Biotop im Heyener Forst.

Bevor die Forstgenossenschaft zu einem Festmahl am Heyener Schützenhaus einlud, ging Forstdirektor Weigel auf die Entstehungsgeschichte der Forstgenossenschaften ein. Bereits 1678 habe es im Herzogtum zu Braunschweig und Lüneburg eine „Landesherrliche Forstordnung“ gegeben. In den zurückliegenden Jahrhunderten hätten Raubbau die Holznutzung der überwiegend aus Eichen bestehenden Wälder gekennzeichnet. Holz habe von den (häufig korrupten Förstern) angewiesen werden müssen. Drakonische Strafen hätten denen gedroht, die sich nicht daran gehalten hätten. Nicht nur als Brennmaterial und Bauholz seien die Wälder wichtig gewesen. Vielmehr seien sie damals für die Verhüttung von Erzen, die Salzgewinnung und die Gewinnung von Pottasche zur Glasherstellung genutzt worden. Heute seien die Forstgenossenschaften Körperschaften öffentlichen Rechts und unterlägen der Aufsicht der Landkreise.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?